Ein Abflug mit Stil

Swiss und die Publicis Groupe demonstrieren, dass Kund:innen-Agentur-Beziehungen auch harmonisch enden können. Während Publicis dafür die sozialen Medien nutzt, setzt die Airline auf Plakate.

Wie beendet man eine langjährige Kund:innen-Agentur-Beziehung mit Stil und ohne «böses Blut»? Das zeigen aktuell die Publicis Groupe Switzerland und die Airline Swiss. Letztere hatte Ende September verkündet, dass sie ab 2024 mit Thjnk als Lead-Partner zusammenarbeiten werde (Werbewoche.ch berichtete). Das setzte einen Punkt hinter die – gerade in der dynamischen Kommunikationsbranche beinahe schon als historisch zu bezeichnende – Kooperation mit Publicis.

Doch statt den Ärger nach innen – oder gar zu den scheidenden Kund:innen – zu tragen, reagierte Publicis mit Humor, Grösse und einem für die Branche eher unüblichen LinkedIn-Post: «mjst» hiess es dort, in Anlehnung an den Namen der Kolleg:innen, die sich im Pitch um das Swiss-Mandat durchgesetzt hatten. Aus den begleitenden Zeilen wurden Bedauern, aber auch Dankbarkeit und Anerkennung für Kundin und Konkurrenz offenbar: «Manchmal muss man die Djnge einfach beim Namen nennen. Wir sind unglaublich traurig darüber, unsere Kundin Swiss International Air Lines nach fast 15 Jahren abfliegen zu sehen. Wir wünschen eine sanfte Landung und gratulieren den Kolleg*innen von thjnk Zürich zum Pitchgewinn. Ihr könnt euch auf eine grossartige Kundin freuen!» An die 270 Personen gaben dem Post ein «Like».

 «Revanche» über OOH-Sujets

 In den Tagen vor Weihnachten revanchierte sich Swiss nun – mit einer Reihe OOH-Sujets, platziert direkt beim Publicis-Hauptquartier an der Zürcher Stadelhoferstrasse. Sie gemahnen nicht nur visuell an gemeinsam realisierte Kampagnen, sondern auch mit einem ausgesprochenen «Dankeschön»; subsumiert unter dem Slogan «Eine gemeinsame Reise. Unzählige schöne Erinnerungen».

Eine Verbeugung vor der Agentur, die Publicis-ECD Rob Hartmann auf Nachfrage wie folgt kommentiert: «Auch Schmerzen verbinden. Klingt komisch, ist aber so. Wer 13 Jahre gemeinsam durch dick und dünn gegangen ist, weiss, was wir meinen. Einen so schönen Abschiedsgruss direkt an die Haustüre geliefert zu bekommen, hilft uns zumindest ein wenig über den Trennungsschmerz hinweg. Wir sagen ein letztes Mal ‹mjst› und wünschen Swiss einen guten Flug.»

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