Communication Summit 2025: Zwischen KI, Gaming und Service public
Wie verändert sich die Kommunikation in den nächsten Jahrzehnten? Welche Rolle spielen KI, Gaming und Plattformen wie LinkedIn? Beim Communication Summit 2025 diskutierten führende Köpfe aus Medien, Wirtschaft, Gaming und Politik diese Fragen. m&k hat mit fünf von ihnen exklusive Video-Interviews geführt.

Nichts bleibt, wie es ist – erst recht nicht in der Welt der Kommunikation. Technologische Sprünge, veränderte Mediennutzung und neue gesellschaftliche Erwartungen treiben einen Wandel voran, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt.
Beim Communication Summit 2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie wir morgen kommunizieren. Auf dem Podium trafen sich Expert:innen aus Wirtschaft, Medien, Gaming und Politik, um über neue Kanäle, veränderte Erwartungen und disruptive Technologien zu sprechen. In den exklusiven Video-Interviews mit m&k geben fünf von ihnen Einblicke in ihre Sicht auf die Zukunft – von der Rolle des Service public über Gaming als Kommunikationsplattform bis hin zu den Auswirkungen künstlicher Intelligenz.
Ihre Perspektiven zeigen: Kommunikation bleibt ein dynamisches Feld. Wer sich den Veränderungen stellt, hat die Chance, sie aktiv mitzugestalten.
Service public im Wandel – die Rolle der SRG
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille stellte klar, dass Transformation und Einsparungen bei der SRG strategisch ausgerichtet sind. Im Zentrum stehe weiterhin der Journalismus – auch auf neuen Kanälen. Die SRG investiert in eine eigene Streaming-Plattform, um jüngere Zielgruppen besser zu erreichen. Wille betonte die Bedeutung des Qualitätsjournalismus als vertrauenswürdiges Umfeld – auch für Werbung.
Gaming als unterschätzte Kommunikationsplattform
Mit rund 2,2 Millionen wöchentlichen Gamer:innen in der Schweiz sei Gaming längst kein Nischenphänomen mehr, erklärte Cedric Schlosser von MYI Entertainment. Firmen und Behörden könnten von der Gaming-Community lernen – sei es durch digitale Plattformen wie Discord oder durch eine spielerische, nahbare Kommunikation. Die Gaming-Kultur biete Unternehmen einen Zugang zu interaktiven und engagierten Zielgruppen.
Medienvielfalt als demokratische Basis
Für Nationalrat Martin Candinas ist eine vielfältige Medienlandschaft essenziell für die direkte Demokratie. Die Balance zwischen der SRG und privaten Medien sei entscheidend, ebenso wie die Frage der Werbeeinnahmen: Der Abfluss von Werbegeldern an globale Plattformen stelle eine Bedrohung für den Schweizer Journalismus dar. Die Branche müsse Synergien besser nutzen, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben.
LinkedIn als neue Kommunikationsstrategie – Disruption in der Unternehmenskommunikation
Für Hans-Peter Nehmer von Allianz Suisse war die Einführung der „LinkedIn First“-Strategie ein Wendepunkt. Als die neue CEO Laura Gersch ihre Kommunikation stark auf LinkedIn ausrichtete, musste er als Kommunikationschef seine bisherige Strategie komplett überdenken. Statt klassischer Kommunikationswege steht nun eine direkte, persönliche Ansprache über die Plattform im Zentrum. Ein Beispiel dafür, wie neue Technologien und Plattformen bestehende Strukturen aufbrechen – und Unternehmen zwingend agil darauf reagieren müssen.
Künstliche Intelligenz – eine Prognosenmaschine für die Kommunikation
Marc Holitscher von Microsoft Schweiz sieht KI als entscheidenden Faktor für die Kommunikationsbranche. Sie ermögliche effizientere Prozesse und eine gesteigerte Qualität der Arbeitsergebnisse. Dennoch brauche es weiterhin menschliche Urteilskraft, um Ergebnisse sinnvoll einzuordnen. KI werde Kommunikationsprofis nicht ersetzen, sondern ihre Fähigkeiten in Sprache und Präzision noch wichtiger machen.
Fazit: Neue Wege, neue Kompetenzen
Ob Medienunternehmen, Politik, Wirtschaft oder Gaming: Die Zukunft der Kommunikation ist digital, interaktiv und erfordert neue Strategien. Plattformen verändern sich, doch die Kernkompetenz bleibt: eine klare, zielgerichtete Sprache und der richtige Einsatz technologischer Möglichkeiten. Wer bereit ist, sich diesen Veränderungen zu stellen, wird Kommunikation auch 2030 und 2050 erfolgreich gestalten können.
