Verlagshäuser als Flüchtlingscamps
SVP-Präsident Tony Brunner kritisiert im Interview mit der Schweiz am Sonntag die Berichterstattung von Ringier und SRF und fordert die Medienhäuser auf, selber Flüchtlinge aufzunehmen.
«Gewisse Medienhäuser» würden momentan «eine regelrechte Kampagne gegen die SVP» führen, so Brunner. «Angeführt von Ringier» werde versucht, mit Bildern, Emotionalisierung und «grenzwertiger Berichterstattung» Wahlkampf gegen die Partei zu führen. Als Beispiel fügt Brunner das Bild des toten syrischen Jungen in der Türkei an – Blick habe dazu die Frage «Stoppt dieses Bild die SVP?» gestellt. Inzwischen wisse man, dass die Familie schon lange in der Türkei gelebt habe und der Vater nach Europa wollte, «um sich die Zähne machen zu lassen». Dass sich die öffentliche Wahrnehmung zugunsten der Flüchtling geändert hat, führt Brunner darauf zurück, dass Ringier und SRF die Leute täglich mit dem Leiden und Bildern von flüchtenden Menschen «versorgen» – und stellt in Frage, ob es sich dabei noch um eine differenzierte Berichterstattung handle: «Eher grenzt es an Propaganda. Wenn es Ringier und SRF Ernst ist, sollen sie in ihren Verlagshäusern Flüchtlingscamps errichten.»
Auf Nachfrage des Interviewers bestätigt Brunner, dass er diese Forderung ernst meine. Man würde Millionen von Menschen mit Bildern suggerieren, sie bekämen Asyl in Europa. Es kämen nur die Vermögenden, die anderen blieben «im Dreck sitzen». Brunner plädiert dafür, am Rande der Krisenherde in Wasserversorgung, Nahrungsmittel und Unterkünfte zu investieren. (hae/SaS)
