Umsätze für einheimische Popmusik auch ohne Quoten

Eine europaweite Studie der Medienberatung Goldmedia widerlegt die Annahme, dass Radioquoten für einheimische Musiktitel einen direkten Einfluss auf den Tonträgerverkauf hätten.

Die europaweite Studie «Musikquoten im
europäischen Radiomarkt» der Berliner Medienberatung Goldmedia
widerlegt die Annahme, dass Radioquoten für einheimische Musiktitel
einen direkten Einfluss auf den Tonträgerverkauf von nationalen
Künstlern hätten. Goldmedia hat in der Untersuchung, die vom Bundesamt
für Kommunikation (Bakom) unterstützt wurde, erstmals eine übergreifende
Analyse der bestehenden Quotenregelungen in Europa erarbeitet.
Regulierungen der unterschiedlichsten Art gibt es in rund 20 Ländern.
Die Studie zeigt nun, dass die Umsatzzahlen für inländische Popmusik
von vielen verschiedenen Faktoren abhängen und nicht nachweislich
positiv von den Musikquoten im Radio beeinflusst werden. Entscheidend
seien unter anderem in vielen Ländern eine starke Jugendkultur, die
Bindung der Bevölkerung an die eigene Sprache, das Musikfernsehen,
Live-Auftritte sowie die Clubszene. Wie die Nachrichtenagentur
Pressetext.de ausführt, bedeuten festgelegte Musikquoten einen starken
Eingriff in die Programmfreiheit der Radiosender. Das Europarecht setzt
hier klare Grenzen und geht davon aus, dass solche Quoten einer
Ungleichbehandlung von Künstlern aus anderen EU-Staaten entsprechen.
Eine Musikquote für einheimische Musiker gilt als wirtschaftlicher
Protektionismus und ist damit unzulässig. Anders verhält es sich mit
dem Modell Frankreichs, das einen bestimmten Anteil französischsprachiger Musik
im Radio vorschreibt, nicht aber die Herkunft der Künstler.

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