Stark, stabil und standfest
Gratiszeitungen Der Baslerstab hat bisher allen Angriffen der Pendlerzeitungen standgehalten. Mit einer neuen Kampagne positioniert er sich selbstbewusst und eigenständiger.
Gratiszeitungen Der Baslerstab hat bisher allen Angriffen der Pendlerzeitungen standgehalten. Mit einer neuen Kampagne positioniert er sich selbstbewusst und eigenständiger.Dem fünfmal wöchentlich erscheinenden Gratisblatt Baslerstab der Basler Mediengruppe (BM) geht es gut, verhältnismässig gut. Zwar hat auch dieser Titel im letzten Jahr einen Anzeigenrückgang hinnehmen müssen – bei der Stadtausgabe um minus 11,6 Prozent und bei der Regio-Ausgabe um minus 14,6 Prozent. Das entspricht einem Verlust von rund 1000 Seiten. Doch mit einem Gesamtvolumen von rund 6600 Anzeigenseiten im letzten Jahr vereint der Baslerstab allein ein Fünftel des ganzen Werbevolumens aller in der VSW-Statistik aufgeführten Gratistitel auf sich. Vergleicht man die Zahl der Anzeigenseiten pro Ausgabe, steht der Baslerstab mit 19 Seiten zwar nicht an der Spitze, aber doch sehr weit vorn. Zum Vergleich: Der ZürichExpress kam letztes Jahr mit 2742 Anzeigenseiten nicht einmal auf die Hälfte des Baslerstab-Volumens und auf nur 11 Anzeigenseiten pro Ausgabe, der Berner Bär kam auf 1212 Seiten oder 12 Seiten pro Ausgabe, 20 Minuten Zürich erreichte 2874 Seiten oder 11,5 Seiten pro Ausgabe. In Basel wurde 20 Minuten mit lediglich 765 Seiten dem Baslerstab erst recht nicht gefährlich. Bei den Rubriken, hier musste der Gratistitel vor allem Einbussen verzeichnen, hat 20 Minuten nichts gewonnen.
20 Minuten wird zwar auch in Basel eifrig gelesen, dennoch verlor das BM-Blatt deswegen keine Leserinnen und Leser. Verlagsleiter Daniel Weick geht davon aus, dass der Baslerstab neu 201518 Exemplare beglaubigen kann (Vorjahr 200727). Die Leserschaft, zuletzt im Herbst ermittelt, war mit 174000 Lesern stabil.
Öfter mal die Nase ganz vorn
All das stärkte das Selbstbewusstsein von «Basels grösster Gratiszeitung», was auch in der neuen Baslerstab-Kampagne, die Ende März startet, visualisiert wird. Die neue Basler Agentur Die Werft (siehe Seite 3) schlug einen inhaltlichen Fokus vor und kreierte den Claim «Was Basel und die Region bewegt». Dadurch will sich der Baslerstab nun nicht mehr nur von 20 Minuten absetzen, sondern auch vom Schwesterblatt Basler Zeitung, was dank zahlreichen grösseren und kleineren Primeurs tatsächlich immer wieder der Fall ist. Die neun Sujets der neuen Kampagne bilden jeweils einen Gegensatz zwischen Headline und Bild, der dann im kurzen Text unter dem Bild aufgelöst wird.
Trotz des erstarkten Selbstbewusstseins steht der Baslerstab vor neuen Herausforderungen. Soll er ein Kombi mit dem neuen Express und weiteren Gratistiteln bilden – und dafür auf Tabloidformat umstellen –, nur um Tamedia zu helfen,
20 Minuten noch besser Paroli zu bieten (siehe Seite 1 und 15)? Zweifellos ist der Baslerstab am wenigsten auf ein solches Anzeigenkombi angewiesen und würde eher verlieren als gewinnen. «Das Kombi ist nicht spruchreif», sagt denn auch Daniel Weick. Das mag wohl stimmen, ist aber dennoch nur eine Frage der Zeit. Jedenfalls geht man bei der BM davon aus, dass die Aggressivität von Tamedia jener zu spüren bekommen könnte, der nicht mitmachen will.
Der Speck einer Zeitung sind gute Storys: Anzeigen für den Baslerstab aus der neuen Agentur Die Werft.
Markus Knöpfli
20 Minuten wird zwar auch in Basel eifrig gelesen, dennoch verlor das BM-Blatt deswegen keine Leserinnen und Leser. Verlagsleiter Daniel Weick geht davon aus, dass der Baslerstab neu 201518 Exemplare beglaubigen kann (Vorjahr 200727). Die Leserschaft, zuletzt im Herbst ermittelt, war mit 174000 Lesern stabil.
Öfter mal die Nase ganz vorn
All das stärkte das Selbstbewusstsein von «Basels grösster Gratiszeitung», was auch in der neuen Baslerstab-Kampagne, die Ende März startet, visualisiert wird. Die neue Basler Agentur Die Werft (siehe Seite 3) schlug einen inhaltlichen Fokus vor und kreierte den Claim «Was Basel und die Region bewegt». Dadurch will sich der Baslerstab nun nicht mehr nur von 20 Minuten absetzen, sondern auch vom Schwesterblatt Basler Zeitung, was dank zahlreichen grösseren und kleineren Primeurs tatsächlich immer wieder der Fall ist. Die neun Sujets der neuen Kampagne bilden jeweils einen Gegensatz zwischen Headline und Bild, der dann im kurzen Text unter dem Bild aufgelöst wird.
Trotz des erstarkten Selbstbewusstseins steht der Baslerstab vor neuen Herausforderungen. Soll er ein Kombi mit dem neuen Express und weiteren Gratistiteln bilden – und dafür auf Tabloidformat umstellen –, nur um Tamedia zu helfen,
20 Minuten noch besser Paroli zu bieten (siehe Seite 1 und 15)? Zweifellos ist der Baslerstab am wenigsten auf ein solches Anzeigenkombi angewiesen und würde eher verlieren als gewinnen. «Das Kombi ist nicht spruchreif», sagt denn auch Daniel Weick. Das mag wohl stimmen, ist aber dennoch nur eine Frage der Zeit. Jedenfalls geht man bei der BM davon aus, dass die Aggressivität von Tamedia jener zu spüren bekommen könnte, der nicht mitmachen will.
Der Speck einer Zeitung sind gute Storys: Anzeigen für den Baslerstab aus der neuen Agentur Die Werft.
Markus Knöpfli
