Springer-Chef Mathias Döpfner unter Beschuss

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE und Verwaltungsratspräsident der Ringier Axel Springer Schweiz AG, gerät erneut in den Fokus der Medien. Grund sind private Nachrichten Döpfners, in denen er sich über Ostdeutsche, den Klimawandel sowie «intolerant muslims und all das andere Gesochs» auslässt.

Springer-Chef Mathias Döpfner. (Bild: Mediathek Axel Springer).

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der deutschen Axel Springer SE und seit 2022 Verwaltungsratspräsident der Ringier Axel Springer Schweiz AG, gerät erneut ins mediale Kreuzfeuer: Wie die deutsche «Zeit» berichtet – und unter anderem der «Spiegel» aufgreift – sind diverse, interne Nachrichten Döpfners «geleaked» geworden. Diese lassen Rückschlüsse auf das Weltbild des einflussreichen Managers zu.

Neben politischen Einlassungen (Zitat von 2017: «free west, fuck the intolerant muslims und all das andere Gesochs.»), Geringschätzung gegenüber Ostdeutschland (Zitat von 2019: «Die ossis sind entweder Kommunisten oder faschisten. Dazwischen tun sie es nicht. Eklig.») und einer Lobrede auf die Erderwärmung (Zitat von 2017: «ich bin sehr für den Klimawandel. (…) Zivilisationsphasen der Wärme waren immer erfolgreicher als solche der Kälte.») steht auch der Vorwurf im Raum, Döpfner habe via das Springer-Flaggschiff «Bild» versucht, Einfluss auf die  deutschen Bundestagswahlen im Jahr 2021 zu nehmen.

«Please Stärke die FDP»

Während bei den zuvor zitierten Nachrichten weder öffentlich gemacht wurde, wer die Empfänger:innen waren – die Rede ist lediglich von Döpfners «engstem Führungszirkel» – noch, wer für die Leaks verantwortlich ist, gingen die politischen Botschaften wohl primär an die Adresse von Julian Reichelt.

Dieser war damals noch Chefredaktor der «Bild» und sollte die deutsche Wählerschaft auf Döpfners Geheiss zu einem Votum für die liberale Partei bewegen (Zitat von 2021: «Please Stärke die FDP. Wenn die sehr stark sind können sie in Ampel so autoritär auftreten dass die platzt. Und dann Jamaika funktioniert.»)

Wenig später musste besagter Julian Reichelt dann seinen Hut nehmen, aber nicht etwa wegen politischer Meinungsmache, sondern wegen diverser interner Affären und Compliance-Verfahren. Reichelt selbst bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bis heute energisch. Das Verhältnis zwischen ihm und Döpfner gilt als komplex; hatte letzterer den «Bild»-Chef doch mutmasslich mehrere Jahre lang persönlich protegiert.

Die Ringier Axel Springer Schweiz AG wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Thematik äussern.

More articles on the topic