«Papier ist für die Werbebranche sehr attraktiv»

Axel Wüstmann, CEO der AZ Medien, erklärt gegenüber der Schweiz am Sonntag, wieso man 20 Millionen Franken in eine neue Druckmaschine investiert hat und weiterhin auch auf Papier setzt.

Die teure Maschine, welche nicht nur Druckqualität erhöhe, sondern auch Strom, Wasser und Farbe spare, eröffne durch neue, effiziente Technologie Optionen im Druck für Dritte, so Wüstmann. Trotz Überkazitäten im Schweizer Druckmarkt, der Schliessung eines Standortes und Kapazitätsreduktion sei man gewillt gewesen, den Preis für die Unabhängigkeit zu zahlen. So könnten mit einer eigenen Druckerei beispielsweise Produkte- und Produktveränderungen geplant werden, ohne vorab der Konkurrenz Einblicke gewähren zu müssen. Zusätzlich erhöhe man sich die Flexibilität beim Druckzeitpunkt.

Trotz des Investitionsschwerpunktes auf elektronischen und digitalen Medien erachtet es Wüstmann als wichtig, auch das Zeitungs- und Druckgeschäft zu pflegen. Mit diesem verdiene man weiterhin gutes Geld, diese Wertschöpfung wolle man erhalten. Denn der AZ-Medien-CEO glaubt, dass die gedruckte Zeitung noch länger als von den Verlagen momentan angenommen erscheint. «Zunächst glaubt man bei neuen Technologien wie dem Internet, die Zukunft komme sehr langsam, dann erschrickt man und glaubt, die Zukunft komme extrem schnell.» Man befindee sich momentan in der zweiten Phase.

Wüstmann lobt die besonderen Eigenschaften von Papier. Diese seien aktuell in den Hintergrund geraten. So sei Papier für die Werbebranche attraktiv – Flyer, Beilagen oder Kundenmagazine würden ständig zunehmen. Regionale Nachrichten funktionierten ebenfalls sehr gut auf Papier, auch ein Vorteil sei die Reduktion der Informationsflut und das zeitliche «Festhalten» im minütlichen digitalen Informationsstrom. Wüstmann gesteht aber ein: «Ein Wachstumsmarkt ist es allerdings nicht.» Die Zeitungsverlage müssten sich weiter anpassen und gleichzeitig neue, innovative Wege zum Leser finden. (hae/SaS)

Bild: Keystone
 

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