Mit dem neuen Format schärft Blick sein Profil
Tageszeitung Für den definitiven Wechsel zum Tabloid «boulevardisiert» der Blick das Layout – die beste Waffe gegen eventuelle Konkurrenz.
Tageszeitung Für den definitiven Wechsel zum Tabloid «boulevardisiert» der Blick das Layout – die beste Waffe gegen eventuelle Konkurrenz.
Die bisherige Tabloid-Ausgabe des Blicks musste primär den Beweis erbringen, dass im kleinen Format exakt dasselbe Platz hat wie im Broadsheet-Blick. Entsprechend wurde auch das Tabloid-Layout nach dem Grossformat ausgerichtet. Ab nächstem Montag aber verschwindet dieses Korsett. Der Blick nutzt die Gelegenheit, um nun einige Elemente zu optimieren.Die Front wird textlich entlastet, dafür kommen die Bilder stärker zur Geltung. In der Regel werden künftig ein bis höchstens zwei thematische Schwerpunkte auf der Front aufgemacht. Bei nur einer Front-
Geschichte erscheint am rechten Seitenrand eine Anrissspalte für
Geschichten im Service- und im Sportteil. Sind es zwei Front-Geschichten, kommen die Anrisse in einem Balken über dem Blick-Logo zu stehen.
Chefredaktor Werner De Schepper ist sich bewusst, dass das neue Layout ein Umdenken in der Redaktion nötig macht. «Eine Geschichte mit 40 Zeilen wirkt im Broadsheet wie ein Zweitstoff. Im Tabloid ist dies bereits ein Seitenaufmacher», sagt er. Die zusätzliche Seitenzahl führe ferner dazu, dass man mehr Storys «top» bringen müsse. «Die Diskussionen in der Redaktion werden sicher noch intensiver», sagt er.
Bernhard Weissberg, Leiter Zeitungen bei Ringier, glaubt, dass die neue Art der Gewichtung die Dreiteilung der Zeitung deutlicher zum Ausdruck bringe: «Der Aktuell-Teil braucht sicher noch härtere, stärker zugespitzte Geschichten. Der mittlere Teil zeigt eher die weichen, menschlichen Seiten des Lebens, während der kräftige Sportteil weiterhin eine der tragenden Säulen des Blicks präsentieren wird.»
Wie aber reagiert man beim Blick auf die Hinweise, dass einige Jean-Frey-Aktionäre Pläne für ein rechtskonservatives Boulevardblatt wälzen? «Ich kümmere mich momentan nicht darum. Es wäre komisch, wenn ich jetzt auf etwas reagieren würde, was ich noch gar nicht kenne», sagt De Schepper. «Man muss alles im Auge haben, solange nichts entschieden ist. Ob mit oder ohne Konkurrenz: Wir müssen unsere Zeitung laufend verbessern», findet Weissberg. Beide sind zudem der Meinung, dass das Links-rechts-Schema überholt sei. Der Blick fokussiere jedenfalls weiterhin auf die Sorgen der gewöhnlichen Leute, weshalb er wie gehabt mal das Steuerpaket der Bürgerlichen als auch den neuen Lohnausweis der Linken aufs Korn nehme. «Wir sind bereits nahe bei der Leserschaft», betont De Schepper.
Im Übrigen dürfte allein schon die Tatsache, dass der Blick «noch boulevardiger wird», einer zweiten Boulevardzeitung den Start zumindest erschweren, glaubt Weissberg. Und eine angebliche Krise des Blicks, die möglicherweise der Boden für ein zweites Projekt sei, existiere gar nicht. Weissberg: «Natürlich haben wir in den letzten zehn Jahren Auflage verloren, teilweise aber, weil wir optimiert statt maximiert haben. Immerhin konnten wir im letzten Jahr unseren Deckungsbeitrag gegenüber 2002 verdoppeln», sagt er.
Das Blick-Cover mutiert zum Schaufenster: Statt Storys nur noch Anrisse (links). Und: Lifestyle-Seiten, als wärs eine Illustrierte (rechts).
Markus Knöpfli
Die bisherige Tabloid-Ausgabe des Blicks musste primär den Beweis erbringen, dass im kleinen Format exakt dasselbe Platz hat wie im Broadsheet-Blick. Entsprechend wurde auch das Tabloid-Layout nach dem Grossformat ausgerichtet. Ab nächstem Montag aber verschwindet dieses Korsett. Der Blick nutzt die Gelegenheit, um nun einige Elemente zu optimieren.Die Front wird textlich entlastet, dafür kommen die Bilder stärker zur Geltung. In der Regel werden künftig ein bis höchstens zwei thematische Schwerpunkte auf der Front aufgemacht. Bei nur einer Front-
Geschichte erscheint am rechten Seitenrand eine Anrissspalte für
Geschichten im Service- und im Sportteil. Sind es zwei Front-Geschichten, kommen die Anrisse in einem Balken über dem Blick-Logo zu stehen.
Chefredaktor Werner De Schepper ist sich bewusst, dass das neue Layout ein Umdenken in der Redaktion nötig macht. «Eine Geschichte mit 40 Zeilen wirkt im Broadsheet wie ein Zweitstoff. Im Tabloid ist dies bereits ein Seitenaufmacher», sagt er. Die zusätzliche Seitenzahl führe ferner dazu, dass man mehr Storys «top» bringen müsse. «Die Diskussionen in der Redaktion werden sicher noch intensiver», sagt er.
Bernhard Weissberg, Leiter Zeitungen bei Ringier, glaubt, dass die neue Art der Gewichtung die Dreiteilung der Zeitung deutlicher zum Ausdruck bringe: «Der Aktuell-Teil braucht sicher noch härtere, stärker zugespitzte Geschichten. Der mittlere Teil zeigt eher die weichen, menschlichen Seiten des Lebens, während der kräftige Sportteil weiterhin eine der tragenden Säulen des Blicks präsentieren wird.»
Wie aber reagiert man beim Blick auf die Hinweise, dass einige Jean-Frey-Aktionäre Pläne für ein rechtskonservatives Boulevardblatt wälzen? «Ich kümmere mich momentan nicht darum. Es wäre komisch, wenn ich jetzt auf etwas reagieren würde, was ich noch gar nicht kenne», sagt De Schepper. «Man muss alles im Auge haben, solange nichts entschieden ist. Ob mit oder ohne Konkurrenz: Wir müssen unsere Zeitung laufend verbessern», findet Weissberg. Beide sind zudem der Meinung, dass das Links-rechts-Schema überholt sei. Der Blick fokussiere jedenfalls weiterhin auf die Sorgen der gewöhnlichen Leute, weshalb er wie gehabt mal das Steuerpaket der Bürgerlichen als auch den neuen Lohnausweis der Linken aufs Korn nehme. «Wir sind bereits nahe bei der Leserschaft», betont De Schepper.
Im Übrigen dürfte allein schon die Tatsache, dass der Blick «noch boulevardiger wird», einer zweiten Boulevardzeitung den Start zumindest erschweren, glaubt Weissberg. Und eine angebliche Krise des Blicks, die möglicherweise der Boden für ein zweites Projekt sei, existiere gar nicht. Weissberg: «Natürlich haben wir in den letzten zehn Jahren Auflage verloren, teilweise aber, weil wir optimiert statt maximiert haben. Immerhin konnten wir im letzten Jahr unseren Deckungsbeitrag gegenüber 2002 verdoppeln», sagt er.
Das Blick-Cover mutiert zum Schaufenster: Statt Storys nur noch Anrisse (links). Und: Lifestyle-Seiten, als wärs eine Illustrierte (rechts).
Markus Knöpfli
