«Marktentwicklung wird erschwert»
Belcom-Chef Andreas Meili erklärt, weshalb zwei RTVG-Paragrafen zu seinem Austritt aus dem VSP führten.
Belcom-Chef Andreas Meili erklärt, weshalb zwei RTVG-Paragrafen zu seinem Austritt aus dem VSP führten.WW Die City-Pool-Radios sind mit den RTVG-Artikeln 54.3 und 55.2 (siehe Kasten) nicht einverstanden – dies im Gegensatz zu den übrigen
Mitgliedern des Verbands Schweizer Privatradios. Aber warum traten Sie gleich aus dem VSP aus?
Andreas Meili: Die Artikel enthalten aus Sicht der Verlegerradios zentrale Bestimmungen: Nach 55.2 müssen multimedial tätige Medienhäuser damit rechnen, dass sie künftig kein konzessioniertes Radio oder TV mehr betreiben können. Und jene, die doch noch eine Konzession erhalten, dürfen nach 54.3 maximal zwei Sender besitzen. Das ist eine willkürliche Limite, weil nicht auf effektive Marktanteile abgestellt wird, sondern auf ein rein numerisches Kriterium. Eine Entwicklung des Marktes wird so erschwert. Wir sind zudem der Meinung, dass die Unterstützung durch ein grosses Medienhaus die Qualität eines Senders heben und so eine positive Wirkung auf die Meinungs- und Angebotsvielfalt haben kann. Und dass es neben dem neuen, griffigeren Kartellgesetz keinerlei weitere Marktbeschränkungen mehr braucht. In diesen Dingen, die für uns sehr grundsätzlich sind, fühlen wir uns vom VSP nicht vertreten.
Rechnen Sie mit Austritten weiterer Verlegerradios, zum Beispiel Basel 1, BE1, Munot, Grischa oder 32?
Ich gehe davon aus, dass sie sich ähnliche Überlegungen machen wie die City-Pool-Radios.
Versuchen Sie aktiv, weitere Verlegerradios auf Ihre Seite zu ziehen?
Untereinander bestehen Kontakte.
Werden Sie einen zweiten Verband gründen?
Sicher möchten wir unsere Positionen bündeln, aber die organisatorische Form ist noch offen. Möglich ist auch, dass wir uns beim Verlegerverband einbringen.
Das ist wohl auch der richtige Ort für Ihr Anliegen, die beiden Artikel tangieren ja primär Verlegerinteressen. Warum vermischen Sie diese im VSP mit den eigentlichen Radio-Interessen?
Gerade in der politischen Entscheidungsfindung lässt sich das nicht immer auseinander halten. Und mit unserem Austritt wollten wir diese für uns grundlegende Meinungsverschiedenheit offen legen. In andern Dingen hingegen wie Radioforschung oder UKW-Frequenzen sind wir mit dem VSP gleicher Meinung. Diesbezüglich werden wir auch weiterhin zusammenarbeiten.
Ihren Austritt interpretiere ich als erneutes Bekenntnis, dass Tamedia ihre Radio- und TV-Ketten erweitern will.
Ich muss korrigieren: Wir sind nicht daran, Ketten zu bilden. Wir besitzen die Radios 24 und Basilisk und sind über die Berner Zeitung (BZ) an ExtraBern minderheitsbeteiligt. Und wir arbeiten im City Pool zusammen, hier fühlen wir uns wohl, ebenso im Swiss Radio Pool. Operativ stehen aber nur zwei Sender unter meiner Verantwortung. Es ist mein primäres Anliegen, dem Markt sinnvolle Werbeformen anzubieten – und ich glaube, dass wir das tun. Wenn sich aber Gelegenheiten ergeben, die allerdings immer auch sinnvolle werbliche und programmliche Kombinationen ermöglichen müssen, wollen wir uns auch an weiteren Sendern beteiligen können. Wir möchten, dass das Gesetz dies zulässt. Jeder, auch Ausländer, soll wachsen können, wenn der Markt das bietet. Aber es ist nicht so, dass wir auf Einkaufstour sind.
Und im TV-Bereich?
Wir besitzen TeleZüri und ebenfalls über die BZ eine Minderheitsbeteiligung an TeleBärn. Darüber hinaus kooperieren wir im TeleNewsCombi (TNC). Dieses kann noch zulegen. Aber auch hier haben wir nicht die Absicht, uns an andern Sendern zu beteiligen. Wir wollen zuerst TeleZüri zum Erfolg bringen. Hauptziel ist dort der Break-even, womit wir schon einen grossen Schritt weiter wären.
Ein zweites, wesentlich grösseres Problem besteht darin, die Investitionen von rund 115 Millionen Franken für Belcom und Basilisk wieder hereinzuholen. Da stehen Sie doch mit dem Rücken zur Wand.
Es ist tatsächlich so, dass wir für die beiden Beteiligungen einen stolzen Preis bezahlt haben. Kommt dazu, dass die Jahre 2002 und 2003 konjunkturell besonders schwach waren. Aber mit den Radios Basilisk und 24 sind wir sehr zufrieden, sie gehören beide zu den profitabelsten Sendern in der Schweiz.
Aber sie sind niemals so profitabel, dass die grossen Investitionen innert zehn Jahren zurückbezahlt werden können.
Wir haben ja – auch wegen der schwachen Konjunktur – bei Belcom und Basilisk zwei Wertberichtigungen vorgenommen.
Trotzdem verbleiben noch rund 80 Millionen Franken. Stehen weitere Wertberichtigungen bevor? Nein, davon gehe ich nicht aus.
Bis wann und wie wollen Sie denn den Return on Investment erreichen?
Über unsere Kalkulationsmodelle und Strategien geben wir keine Auskunft. Es darf aber nicht vergessen werden, dass Tamedia nicht nur zwei sehr erfolgreiche Radiostationen erworben hat, sondern auch die dazugehörigen Verkaufsgesellschaften, mit TeleZüri einen erfolgreichen TV-Sender und in Zürich und Basel je eine Liegenschaft.
Noch einmal zu möglichen Akquisitionen: In Bern, so ist zu hören, wartet Tamedia, bis sich Charles von Graffenried, VR-Präsident der Espace Media, zurückzieht. Das könnte die Möglichkeit bieten, bei der BZ, bei ExtraBern und bei TeleBärn neue Mehrheitsverhältnisse zu schaffen.
Nein, solche Überlegungen stellen wir nicht an. Wir fragen uns, wie wir unsere Radios und auch TeleZüri am erfolgreichsten betreiben können. In diesem Zusammenhang wollen wir uns auch Beteiligungsoptionen freihalten. Aber wir spekulieren nicht auf den Rücktritt von Herrn von Graffenried.
Es gibt mehrere TVs, die ihr Türchen mehr oder weniger offen haben, etwa TeleOstschweiz oder NordWest 5 (NW 5). Ist NW 5 keine Option für
Tamedia?
Wir haben nicht die Absicht, dort einzusteigen. Für NW 5 selbst wäre aber ein grösseres Konzessionsgebiet sicher wichtig, ich würde dies auch begrüssen. Denn Konkurrenz tut einem monopolisierten Medienmarkt wie Basel gut. Kommt dazu, dass die negative Stellungnahme der Stadt Basel zum NW-5-Erweiterungsgesuch protektionistische Züge trägt. Ich bin sehr gespannt, wie das Bundesamt für Kommunikation und der Bundesrat darauf reagieren.
NW-5-Geschäftsführer Beat Alder scheint Ihre Hilfe nicht nötig zu
haben. Er kann Werbung akquirieren. Gemäss seinen Angaben kam er 2003 auf 680000 Franken Werbe- und Sponsoringeinnahmen, nahezu so viel wie Tele Basel, für das Ihre Basler Verkaufsgesellschaft Medag einen Teil akquiriert hat. Für 2004 erwartet Alder gar 2 Millionen Franken.
Ich weiss nicht, ob diese Zahlen stimmen. Die Vermarktung von Tele Basel war schwierig. Regional-TV hatte vor zwei Jahren noch nicht dieselbe Akzeptanz wie heute. Und der Anschluss ans TNC wird sich künftig bei Tele Basel noch verstärkt auszahlen.
Aber ärgert es Sie nicht, dass Alder Sie mit NW 5 derart vorführt? Mit
nur gerade 25 Gemeinden – ohne Stadt Basel – und ohne TNC-Mitgliedschaft bringt er mehr zusammen als die Medag.
Wenn er das tatsächlich schafft, kann ich ihm nur gratulieren. Möglicherweise hat er in seiner Region einen grossen Goodwill. Ob sich aber ein Sender auf dieser Basis auch längerfristig finanzieren lässt, ist sehr fraglich. Am Ende werden ganz normale Leistungswerte wie Reichweite oder GRP massgebend sein. Deshalb bleibt Herr Alder auf ein grösseres Verbreitungsgebiet angewiesen.
Zu Tele Basel: Bis zu seinem Tod im Februar war Basilisk-Mitbegründer Hans-Ruedi Ledermann Mitglied des Ausschusses der Stiftung Kabelnetz. Damit war auch Tamedia in der Trägerschaft von Tele Basel vertreten. Wünschen Sie dort weiterhin Einsitz?
Wenn es für Tele Basel Sinn macht. Wir haben bisher keine Anfrage erhalten, würden eine solche aber sicher prüfen.
Werden Sie selbst nicht aktiv?
Die politische Seite von Tele Basel ist für uns zwar nicht uninteressant, aber sie steht nicht im Vordergrund. Ich favorisiere die Zusammenarbeit im kommerziellen Bereich. So werden Radio Basilisk und Tele Basel zum Beispiel im Rahmen der Meisterfeier des FC Basel kooperieren.
Der Stein des AnstossesDie umstrittenen RTVG-Paragrafen, wie sie der Nationalrat als Erstrat
beschlossen hat:Art. 54.3: Ein Veranstalter bzw. das Unternehmen, dem er gehört, kann maximal zwei Fernseh-Konzessionen und zwei Radio-Konzessionen erwerben. Art. 55.2: Gehen in der Ausschreibung für eine Konzession mehrere Bewerbungen ein, so wird derjenige Bewerber bevorzugt, der am besten in der Lage ist, den Leistungsauftrag zu erfüllen. Sind mehrere Bewerbungen unter diesem Gesichtspunkt weit gehend gleichwertig, so wird derjenige Bewerber bevorzugt, der am wenigsten von anderen Programmveranstaltern und anderen Medienunternehmen abhängig ist.
Paragrafenstreit: Andreas Meili, Chef elektronische Medien von Tamedia.
Interview: Markus Knöpfli
Mitgliedern des Verbands Schweizer Privatradios. Aber warum traten Sie gleich aus dem VSP aus?
Andreas Meili: Die Artikel enthalten aus Sicht der Verlegerradios zentrale Bestimmungen: Nach 55.2 müssen multimedial tätige Medienhäuser damit rechnen, dass sie künftig kein konzessioniertes Radio oder TV mehr betreiben können. Und jene, die doch noch eine Konzession erhalten, dürfen nach 54.3 maximal zwei Sender besitzen. Das ist eine willkürliche Limite, weil nicht auf effektive Marktanteile abgestellt wird, sondern auf ein rein numerisches Kriterium. Eine Entwicklung des Marktes wird so erschwert. Wir sind zudem der Meinung, dass die Unterstützung durch ein grosses Medienhaus die Qualität eines Senders heben und so eine positive Wirkung auf die Meinungs- und Angebotsvielfalt haben kann. Und dass es neben dem neuen, griffigeren Kartellgesetz keinerlei weitere Marktbeschränkungen mehr braucht. In diesen Dingen, die für uns sehr grundsätzlich sind, fühlen wir uns vom VSP nicht vertreten.
Rechnen Sie mit Austritten weiterer Verlegerradios, zum Beispiel Basel 1, BE1, Munot, Grischa oder 32?
Ich gehe davon aus, dass sie sich ähnliche Überlegungen machen wie die City-Pool-Radios.
Versuchen Sie aktiv, weitere Verlegerradios auf Ihre Seite zu ziehen?
Untereinander bestehen Kontakte.
Werden Sie einen zweiten Verband gründen?
Sicher möchten wir unsere Positionen bündeln, aber die organisatorische Form ist noch offen. Möglich ist auch, dass wir uns beim Verlegerverband einbringen.
Das ist wohl auch der richtige Ort für Ihr Anliegen, die beiden Artikel tangieren ja primär Verlegerinteressen. Warum vermischen Sie diese im VSP mit den eigentlichen Radio-Interessen?
Gerade in der politischen Entscheidungsfindung lässt sich das nicht immer auseinander halten. Und mit unserem Austritt wollten wir diese für uns grundlegende Meinungsverschiedenheit offen legen. In andern Dingen hingegen wie Radioforschung oder UKW-Frequenzen sind wir mit dem VSP gleicher Meinung. Diesbezüglich werden wir auch weiterhin zusammenarbeiten.
Ihren Austritt interpretiere ich als erneutes Bekenntnis, dass Tamedia ihre Radio- und TV-Ketten erweitern will.
Ich muss korrigieren: Wir sind nicht daran, Ketten zu bilden. Wir besitzen die Radios 24 und Basilisk und sind über die Berner Zeitung (BZ) an ExtraBern minderheitsbeteiligt. Und wir arbeiten im City Pool zusammen, hier fühlen wir uns wohl, ebenso im Swiss Radio Pool. Operativ stehen aber nur zwei Sender unter meiner Verantwortung. Es ist mein primäres Anliegen, dem Markt sinnvolle Werbeformen anzubieten – und ich glaube, dass wir das tun. Wenn sich aber Gelegenheiten ergeben, die allerdings immer auch sinnvolle werbliche und programmliche Kombinationen ermöglichen müssen, wollen wir uns auch an weiteren Sendern beteiligen können. Wir möchten, dass das Gesetz dies zulässt. Jeder, auch Ausländer, soll wachsen können, wenn der Markt das bietet. Aber es ist nicht so, dass wir auf Einkaufstour sind.
Und im TV-Bereich?
Wir besitzen TeleZüri und ebenfalls über die BZ eine Minderheitsbeteiligung an TeleBärn. Darüber hinaus kooperieren wir im TeleNewsCombi (TNC). Dieses kann noch zulegen. Aber auch hier haben wir nicht die Absicht, uns an andern Sendern zu beteiligen. Wir wollen zuerst TeleZüri zum Erfolg bringen. Hauptziel ist dort der Break-even, womit wir schon einen grossen Schritt weiter wären.
Ein zweites, wesentlich grösseres Problem besteht darin, die Investitionen von rund 115 Millionen Franken für Belcom und Basilisk wieder hereinzuholen. Da stehen Sie doch mit dem Rücken zur Wand.
Es ist tatsächlich so, dass wir für die beiden Beteiligungen einen stolzen Preis bezahlt haben. Kommt dazu, dass die Jahre 2002 und 2003 konjunkturell besonders schwach waren. Aber mit den Radios Basilisk und 24 sind wir sehr zufrieden, sie gehören beide zu den profitabelsten Sendern in der Schweiz.
Aber sie sind niemals so profitabel, dass die grossen Investitionen innert zehn Jahren zurückbezahlt werden können.
Wir haben ja – auch wegen der schwachen Konjunktur – bei Belcom und Basilisk zwei Wertberichtigungen vorgenommen.
Trotzdem verbleiben noch rund 80 Millionen Franken. Stehen weitere Wertberichtigungen bevor? Nein, davon gehe ich nicht aus.
Bis wann und wie wollen Sie denn den Return on Investment erreichen?
Über unsere Kalkulationsmodelle und Strategien geben wir keine Auskunft. Es darf aber nicht vergessen werden, dass Tamedia nicht nur zwei sehr erfolgreiche Radiostationen erworben hat, sondern auch die dazugehörigen Verkaufsgesellschaften, mit TeleZüri einen erfolgreichen TV-Sender und in Zürich und Basel je eine Liegenschaft.
Noch einmal zu möglichen Akquisitionen: In Bern, so ist zu hören, wartet Tamedia, bis sich Charles von Graffenried, VR-Präsident der Espace Media, zurückzieht. Das könnte die Möglichkeit bieten, bei der BZ, bei ExtraBern und bei TeleBärn neue Mehrheitsverhältnisse zu schaffen.
Nein, solche Überlegungen stellen wir nicht an. Wir fragen uns, wie wir unsere Radios und auch TeleZüri am erfolgreichsten betreiben können. In diesem Zusammenhang wollen wir uns auch Beteiligungsoptionen freihalten. Aber wir spekulieren nicht auf den Rücktritt von Herrn von Graffenried.
Es gibt mehrere TVs, die ihr Türchen mehr oder weniger offen haben, etwa TeleOstschweiz oder NordWest 5 (NW 5). Ist NW 5 keine Option für
Tamedia?
Wir haben nicht die Absicht, dort einzusteigen. Für NW 5 selbst wäre aber ein grösseres Konzessionsgebiet sicher wichtig, ich würde dies auch begrüssen. Denn Konkurrenz tut einem monopolisierten Medienmarkt wie Basel gut. Kommt dazu, dass die negative Stellungnahme der Stadt Basel zum NW-5-Erweiterungsgesuch protektionistische Züge trägt. Ich bin sehr gespannt, wie das Bundesamt für Kommunikation und der Bundesrat darauf reagieren.
NW-5-Geschäftsführer Beat Alder scheint Ihre Hilfe nicht nötig zu
haben. Er kann Werbung akquirieren. Gemäss seinen Angaben kam er 2003 auf 680000 Franken Werbe- und Sponsoringeinnahmen, nahezu so viel wie Tele Basel, für das Ihre Basler Verkaufsgesellschaft Medag einen Teil akquiriert hat. Für 2004 erwartet Alder gar 2 Millionen Franken.
Ich weiss nicht, ob diese Zahlen stimmen. Die Vermarktung von Tele Basel war schwierig. Regional-TV hatte vor zwei Jahren noch nicht dieselbe Akzeptanz wie heute. Und der Anschluss ans TNC wird sich künftig bei Tele Basel noch verstärkt auszahlen.
Aber ärgert es Sie nicht, dass Alder Sie mit NW 5 derart vorführt? Mit
nur gerade 25 Gemeinden – ohne Stadt Basel – und ohne TNC-Mitgliedschaft bringt er mehr zusammen als die Medag.
Wenn er das tatsächlich schafft, kann ich ihm nur gratulieren. Möglicherweise hat er in seiner Region einen grossen Goodwill. Ob sich aber ein Sender auf dieser Basis auch längerfristig finanzieren lässt, ist sehr fraglich. Am Ende werden ganz normale Leistungswerte wie Reichweite oder GRP massgebend sein. Deshalb bleibt Herr Alder auf ein grösseres Verbreitungsgebiet angewiesen.
Zu Tele Basel: Bis zu seinem Tod im Februar war Basilisk-Mitbegründer Hans-Ruedi Ledermann Mitglied des Ausschusses der Stiftung Kabelnetz. Damit war auch Tamedia in der Trägerschaft von Tele Basel vertreten. Wünschen Sie dort weiterhin Einsitz?
Wenn es für Tele Basel Sinn macht. Wir haben bisher keine Anfrage erhalten, würden eine solche aber sicher prüfen.
Werden Sie selbst nicht aktiv?
Die politische Seite von Tele Basel ist für uns zwar nicht uninteressant, aber sie steht nicht im Vordergrund. Ich favorisiere die Zusammenarbeit im kommerziellen Bereich. So werden Radio Basilisk und Tele Basel zum Beispiel im Rahmen der Meisterfeier des FC Basel kooperieren.
Der Stein des AnstossesDie umstrittenen RTVG-Paragrafen, wie sie der Nationalrat als Erstrat
beschlossen hat:Art. 54.3: Ein Veranstalter bzw. das Unternehmen, dem er gehört, kann maximal zwei Fernseh-Konzessionen und zwei Radio-Konzessionen erwerben. Art. 55.2: Gehen in der Ausschreibung für eine Konzession mehrere Bewerbungen ein, so wird derjenige Bewerber bevorzugt, der am besten in der Lage ist, den Leistungsauftrag zu erfüllen. Sind mehrere Bewerbungen unter diesem Gesichtspunkt weit gehend gleichwertig, so wird derjenige Bewerber bevorzugt, der am wenigsten von anderen Programmveranstaltern und anderen Medienunternehmen abhängig ist.
Paragrafenstreit: Andreas Meili, Chef elektronische Medien von Tamedia.
Interview: Markus Knöpfli
