«Dank AIS bewegte sich auch Media Focus»
Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter, beliefert die AIS mit Daten, nutzt aber auch Statistiken von Media Focus (MF).
Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter, beliefert die AIS mit Daten, nutzt aber auch Statistiken von Media Focus (MF).WW Sie sind zum einen Nutzer von Werbestatistikdaten und wechseln demnächst von MF zu AIS. Warum?Tobias Trevisan Wir haben 2004 beide Systeme verwendet und festgestellt, dass der AIS Vorteile hat: Er ist deutlich günstiger, und die Daten sind für unserer Zwecke geeigneter, härter.
Warum haben Sie sich erst jetzt entschieden?Wir wollten den AIS zuerst testen, zudem hatte AIS keine Vergangenheitsdaten. Dieser Mangel wird 2005 behoben sein, uns genügen Vergangenheitsdaten auf zwei Jahre zurück.
Sie sind auch Datenlieferant, Sie liefern AIS das NZZ-Volumen und die Beilagendaten. Was erhalten Sie als Gegenleistung?
Für 2004, das zweite Datenlieferungsjahr, erhalten wir bereits eine Vergütung. Damit ist bei uns der Aufwand für die Datenlieferung gedeckt. Für die bezogenen AIS-Daten haben wir aber den regulären Preis bezahlt, und der war höher als die Vergütung. Die Idee von AIS ist aber, dass die Vergütung für die Datenlieferung irgendwann einmal gleich gross ist wie die Kosten für den Datenbezug. Bei MF ist das anders: MF misst die Zeitungsseiten selbst aus. Nun hat er uns aber angefragt, ob wir ihm die Beilagendaten ebenfalls liefern …
Das tun die Verleger aber nicht.
Warum boykottieren Sie MF?
Wir boykottieren MF nicht. MF wollte die Beilagendaten gratis bekommen, andere Datenlieferanten wie Publisuisse können aber als Gegenleistung die MF-Daten gratis beziehen. Deshalb erkundigten auch wir uns bei MF nach einer Gegenleistung. Bisher haben wir aber keine Antwort erhalten.
Sie sind auch Wemf-VR-Präsident und damit oberster Chef des AIS: Was für eine Bilanz ziehen Sie nach dem ersten AIS-Jahr?Eine sehr positive. Der AIS ist entstanden aus einer Unzufriedenheit mit MF bezüglich dessen Datenumfang, Datenqualität, Liefergeschwindigkeit und Preis. Aus unserer Sicht ist der AIS dem MF überlegen: Er ist schneller, genauer und günstiger. Zudem führte die neue Situation dazu, dass sich auch MF bewegte. Er begann endlich, auf die Bedürfnisse der Datenanwender einzugehen. Er wurde schneller und prüft jetzt zum Beispiel, ob er auch Beilagen ausweisen will.
Der AIS hat bei den Auftraggebern auch für Unruhe gesorgt, weil er eine zweite Währung brachte – und dies nicht einheitlich über alle Medien.
Das ist ein Nachteil, den ich aber angesichts der erwähnten Vorteile weniger stark gewichte. Jeder Datennutzer kann seinen Statistikanbieter frei wählen.
Der AIS, der nicht gewinnorientiert ist, gewährt den Datenlieferanten eine erste Vergütung. Heisst das, er ist bereits selbsttragend?
Dazu kann ich mich zurzeit nicht äussern, denn wir haben den Jahresabschluss noch nicht.
AIS-Daten für VSW-WerbeseitenstatistikWemf und PubliGroupe haben beschlossen, die VSW-Statistik künftig mit den AIS-Daten zu füttern. Dies bestätigt Tobias Trevisan. Der Wechsel ist auf Anfang 2005 geplant. «Damit wird eine einheitliche Datenbasis geschaffen und die Doppelerfassung entfällt», sagt Trevisan. Zu einem Währungsbruch wird es deswegen aber nicht kommen. Trevisan: «Die Richtlinien bezüglich der Daten, welche die Verlage zur Erstellung der VSW-Statistik gemeldet haben, entsprechen jenen des AIS.» (mk)
Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter und oberster AIS-Chef: «Wir boykottieren MF nicht.»
Interview: Markus Knöpfli
Warum haben Sie sich erst jetzt entschieden?Wir wollten den AIS zuerst testen, zudem hatte AIS keine Vergangenheitsdaten. Dieser Mangel wird 2005 behoben sein, uns genügen Vergangenheitsdaten auf zwei Jahre zurück.
Sie sind auch Datenlieferant, Sie liefern AIS das NZZ-Volumen und die Beilagendaten. Was erhalten Sie als Gegenleistung?
Für 2004, das zweite Datenlieferungsjahr, erhalten wir bereits eine Vergütung. Damit ist bei uns der Aufwand für die Datenlieferung gedeckt. Für die bezogenen AIS-Daten haben wir aber den regulären Preis bezahlt, und der war höher als die Vergütung. Die Idee von AIS ist aber, dass die Vergütung für die Datenlieferung irgendwann einmal gleich gross ist wie die Kosten für den Datenbezug. Bei MF ist das anders: MF misst die Zeitungsseiten selbst aus. Nun hat er uns aber angefragt, ob wir ihm die Beilagendaten ebenfalls liefern …
Das tun die Verleger aber nicht.
Warum boykottieren Sie MF?
Wir boykottieren MF nicht. MF wollte die Beilagendaten gratis bekommen, andere Datenlieferanten wie Publisuisse können aber als Gegenleistung die MF-Daten gratis beziehen. Deshalb erkundigten auch wir uns bei MF nach einer Gegenleistung. Bisher haben wir aber keine Antwort erhalten.
Sie sind auch Wemf-VR-Präsident und damit oberster Chef des AIS: Was für eine Bilanz ziehen Sie nach dem ersten AIS-Jahr?Eine sehr positive. Der AIS ist entstanden aus einer Unzufriedenheit mit MF bezüglich dessen Datenumfang, Datenqualität, Liefergeschwindigkeit und Preis. Aus unserer Sicht ist der AIS dem MF überlegen: Er ist schneller, genauer und günstiger. Zudem führte die neue Situation dazu, dass sich auch MF bewegte. Er begann endlich, auf die Bedürfnisse der Datenanwender einzugehen. Er wurde schneller und prüft jetzt zum Beispiel, ob er auch Beilagen ausweisen will.
Der AIS hat bei den Auftraggebern auch für Unruhe gesorgt, weil er eine zweite Währung brachte – und dies nicht einheitlich über alle Medien.
Das ist ein Nachteil, den ich aber angesichts der erwähnten Vorteile weniger stark gewichte. Jeder Datennutzer kann seinen Statistikanbieter frei wählen.
Der AIS, der nicht gewinnorientiert ist, gewährt den Datenlieferanten eine erste Vergütung. Heisst das, er ist bereits selbsttragend?
Dazu kann ich mich zurzeit nicht äussern, denn wir haben den Jahresabschluss noch nicht.
AIS-Daten für VSW-WerbeseitenstatistikWemf und PubliGroupe haben beschlossen, die VSW-Statistik künftig mit den AIS-Daten zu füttern. Dies bestätigt Tobias Trevisan. Der Wechsel ist auf Anfang 2005 geplant. «Damit wird eine einheitliche Datenbasis geschaffen und die Doppelerfassung entfällt», sagt Trevisan. Zu einem Währungsbruch wird es deswegen aber nicht kommen. Trevisan: «Die Richtlinien bezüglich der Daten, welche die Verlage zur Erstellung der VSW-Statistik gemeldet haben, entsprechen jenen des AIS.» (mk)
Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter und oberster AIS-Chef: «Wir boykottieren MF nicht.»
Interview: Markus Knöpfli
