«Ausführliches Gespräch» über Kaufangebot für Blick-Gruppe
Die Blick-Gruppe weckt Begehrlichkeiten. Nachdem im Januar ein Kaufangebot eingegangen war, haben Ringier-Chef Marc Walder und der Basler Wirtschaftsanwalt Martin Wagner ein «ausführliches Gespräch» über dieses Angebot geführt. Da die Blick-Gruppe jedoch nicht zum Verkauf stehe, habe Ringier später eine Absage erteilt.

Die Recherche der NZZ am Sonntag von vergangener Woche über eine Kaufofferte für die Blick-Gruppe, welche zu erst Dementis und Ablenkungsmanöver nach sich zog, führten schliesslich zur Stellungnahme Ringiers am Samstagnachmittag. Danja Spring, Sprecherin von Ringier, bestätigte die Meldungen der NZZ am Sonntag – mindestens teilweise. Angesichts der bestehenden Verbindungen von Martin Wagner zum Hause Ringier, Gemeint ist hier Wagners Funktion als Rechtsvertreter eines Teils des Gemeinschaftsunternehmens Ringier Axel Springer Schweiz, und der Tatsache, dass dieser in der Vergangenheit bei diversen Mediendeals eine Rolle gespielt habe, sei es selbstverständlich gewesen, sich darüber mit ihm zu unterhalten. «Walter Frey wurde gegenüber Ringier als Hauptinvestor genannt», schreibt Spring.
Wagner seinerseits teilte der SDA auf Anfrage mit, er habe ein schriftliches Angebot über 200 Millionen Franken unterbreitet. Investoren seien darin nicht namentlich erwähnt. Dass als Hauptinvestor der Autohändler und ehemalige SVP-Nationalrat Walter Frey genannt wurde, wie die NZZ am Sonntag schreibt, bestätigte Wagner nicht.
Für Ringier sei es plausibel gewesen, dass Anwalt Wagner seinen Klienten Frey als Hauptinvestor im Gespräch benannt und sich ausführlich zu dessen Medienengagement geäussert habe, schreibt Ringier dazu.
Walter Frey sei auch auf einem von Martin Wagner verbreiteten Schema des Projekts aufgeführt, welches sie im Zuge ihrer Recherchen hatte einsehen können, schreibt die NZZ am Sonntag. Das Schema zeigt das Konzept für die neue Blick-Gruppe. Zuoberst ist die Investorengruppe vermerkt: «Walter Frey. Abu Dhabi Media Group».
Da es inzwischen kein Zielobjekt mehr gebe, gebe es auch keine Investorengruppe mehr, teilte Wagner mit. Das hohe Kaufangebot basiere auf einem «genialen, digitalen Sporttageszeitungsmodell mit Paid Content». «Wagner bestätigte eine entsprechende Meldung der Schweiz am Wochenende. Christoph Blocher habe mit diesen Plänen nichts zu tun, und es gebe auch keine versteckte politische Agenda.
Dazu gibt es auch andere Meinungen: «Die Weltwoche schrieb am Donnerstag, dass hinter der Kaufofferte für die Blick-Gruppe Christoph Blocher stehe – Frey wäre also sein Strohmann. Blocher habe wissen wollen, bei welcher Grenze Ringier schwach werden würde», schreibt die NZZ am Sonntag.
Gegenüber der Schweiz am Wochenende dementierte Frey, ein Investitionsangebot direkt oder indirekt unterbreitet zu haben. Die SDA konnte ihn für eine Stellungnahme nicht erreichen. (red.)
