Weihnachtskomödie im Weissen Wind: «Der Messias» mit Slapstick, Herz und Hochkarätern
Vom 1. November bis 21. Dezember bringt der Weisse Wind die herrlich turbulente Weihnachtskomödie «Der Messias» auf die Bühne. Unter der Regie von Markus Imboden spielen Siegmund Tischendorf, Roeland Wiesnekker und Stephanie Szanto / Leila Pfister mit viel Spielfreude – das m&k-Team war bei den Proben dabei.

Kurz vor der Premiere vom «Der Messias» über Grössenwahn und Scheitern besuchten Anna Kohler und Beat Hürlimann, beide m&k, die Proben in Zürichs Kultlokal Weisser Wind. Wir sprachen mit Markus Imboden und dem sympathischen und lockeren Ensemble: Siegmund Tischendorf (Theo), Roeland Wiesnekker (Bernhard) und Stephanie Szanto (Frau Timm). Das m&k Team war vor Ort. Ticket gibt es hier.
Rückkehr zum geliebten Theater
Für den profilierten Regisseur Markus Imboden, der durch über 60 Filme, darunter Erfolge wie Der Verdingbub (2011) und über 50 Fernsehfilme, einschliesslich Episoden von Tatort, bekannt ist, markiert Der Messias eine Rückkehr zu seinen Anfängen im Theater. Imboden erklärte im Interview, dass er die Arbeit am Theater immer geliebt habe und sie für ihn heute viel spannender sei als die zunehmend technische Filmarbeit.
Imboden betonte, dass das Stück den Darstellern viel abverlange, da es dramatische und komische Elemente sowie Slapstick vereine. Er sieht den Reiz der Komödie darin, dass sie den Menschen, insbesondere die beiden Männer in diesem Stück, in ihrer „Erbärmlichkeit“ zeige und das Gegenteil von Heldengeschichten sei. Der Humor des Stücks funktioniere gut, weil er auf den Missgeschicken basiere, die jedem im Alltag passierten.

Chaos, Pannen und die Weihnachtsgeschichte
Der Messias ist eine Weihnachtskomödie, die von zwei mässig begabten Schauspielern und einer Sängerin mit miserablem Timing handelt, die versuchen, die Weihnachtsgeschichte auf die Bühne zu bringen. Theo (Siegmund Tischendorf) und Bernhard (Roeland Wiesnekker) müssen alle Charaktere selbst übernehmen – vom Erzengel Gabriel über Maria und Josef bis hin zu Hirten und den Weisen aus dem Morgenland.

Der Versuch führt zu zahlreichen komischen Pannen, die von Slapstick bis zu improvisierten Einlagen reichen. Ein Höhepunkt ist die humorvolle Inszenierung der Geburt Christi, die von den beiden Männern dargestellt wird. Die befreundete Sängerin, Frau Timm, soll für die musikalische Untermalung mit Händels Messias sorgen, kommt aber oft zu spät oder hat eigene Probleme.
Stephanie Szanto, die die Rolle der Frau Timm alternierend mit Leila Pfister besetzt, beschreibt ihre Figur als eine, die gerne eine „Grand Damm des Opernhauses“ wäre, aber unglücklicherweise scheitert. Dies spiele sie mit diebischer Freude.
Teamwork mit Hochkarätern
Die Darsteller schwärmten von der Zusammenarbeit. Siegmund Tischendorf beschrieb die Arbeit mit dem „Hochkaräter“ Imboden als einen „Höllenritt“, der grossen Spass mache. Roeland Wiesnekker, der nach 20 Jahren auf die Bühne zurückkehrt, betonte, dass das Stück, welches viele „Unfälle“ und Improvisation erfordert, grosses Vertrauen untereinander verlange, um sich „durch improvisieren“ zu können.
Siegmund Tischendorf, bekannt für sein Solo-Kultstück Caveman seit 2001, findet es „herrlich“, endlich wieder im Team zu agieren. Er hob hervor, dass man den Abend zu dritt gemeinsam stemmen könne, und wenn man mal einen Hänger habe, übernehme der Kollege. Tischendorf betonte: „Wir müssen auch Spass haben, damit wir dann Spass vermitteln können auf der Bühne“.
Obwohl es sich um eine freie Produktion handelt, die nicht durch Kulturgelder unterstützt wird, und die Koordination der vielen Requisiten eine Herausforderung darstellt, verspricht das Ensemble einen Abend voller britischem Humor, liebevoller Ironie und Menschlichkeit. Das Ziel der Besetzung ist es, die Komödie jedes Jahr zur Weihnachtszeit wiederaufzuführen – eine „Langzeitstrategie“.
Der Messias feiert die Macht und Kraft der Fantasie. Seien Sie dabei, wenn das Stück ab dem 1. November am Start ist. Schräg, bissig, magisch.


