Twittern macht dum
(Clevere) Studie aus Schottland erregt (dumme) Twitterer aus aller Welt.
Ich zwitscher Ihnen mal was: Twittern macht blöde. Das hat eine schlaue schottische Psychologin von der University of Stirling herausgefunden. Glaubt sie zumindest. Ihre These: Die 140-Zeichen-Kurznachrichten auf Twitter fordern das Arbeitsgedächtnis wenig, brauchen nur geringe Aufmerksamkeit und stärken folglich auch kaum die Vernetzung zwischen Nervenzellen. Facebook im Vergleich macht clever – denn bei so komplexen Aktionen wie Freunde einladen oder chatten muss das Gehirn viel arbeiten und seine Synapsen permanent kurzschliessen. Je komplexer die Funktionen, desto aktiver das Arbeitsgedächtnis, desto schlauer der Anwender. Das Ergebnis liegt auf der Hand, oder?
Das Wutge(t)witter in 140 Zeichen nach dieser Veröffentlichung war unüberlesbar. Tenor: «Wenn Twitter dumm machen würde, hätten wir das wohl gemerkt!» Alle Wütenden wissen, was der forschenden Dame entgangen ist: Sich kurz zu fassen ist schwer. Es ist viel komplizierter, als langatmig Inhalte darzulegen, von Hölzchen auf Stöckchen und von Gedankenschlaufe zu Gedankenschlaufe zu mäandern und am Ende des Satzes nicht mehr zu wissen, wo man angefangen hat. Für diese Erkenntnis braucht man keine wissenschaftlichen Analysen. Ein kleiner Selbstversuch reicht.
Nun gut, ob beim Twittern das Hirnli arbeitet, hängt von der Botschaft ab, die man verbreiten will: «Koche Kaffee» ist tatsächlich keine besondere Herausforderung und birgt auch für den Leser keinen ausgeprägten Erkenntnisgewinn. Wer Twitter aber als Medium begreift, mit dem man informieren, Meinungen austauschen und Menschen gewinnen kann, braucht nicht nur sein Stammhirn, sondern auch den Rest seines Denkapparats, Nerven inklusive. Hochkomprimierte Information braucht hochkonzentrierte Aktion.
Nochmal kurz, in 140 Zeichen: Twittern kann stressen, irre machen. Ob man durchs Zwitschern schlau wird, ist strittig. Dümmer aber machen die Komprimierungsübungen nicht.
Anne-Friederike Wilhelm – @AFWilhelm – @werbewoche
Das Wutge(t)witter in 140 Zeichen nach dieser Veröffentlichung war unüberlesbar. Tenor: «Wenn Twitter dumm machen würde, hätten wir das wohl gemerkt!» Alle Wütenden wissen, was der forschenden Dame entgangen ist: Sich kurz zu fassen ist schwer. Es ist viel komplizierter, als langatmig Inhalte darzulegen, von Hölzchen auf Stöckchen und von Gedankenschlaufe zu Gedankenschlaufe zu mäandern und am Ende des Satzes nicht mehr zu wissen, wo man angefangen hat. Für diese Erkenntnis braucht man keine wissenschaftlichen Analysen. Ein kleiner Selbstversuch reicht.
Nun gut, ob beim Twittern das Hirnli arbeitet, hängt von der Botschaft ab, die man verbreiten will: «Koche Kaffee» ist tatsächlich keine besondere Herausforderung und birgt auch für den Leser keinen ausgeprägten Erkenntnisgewinn. Wer Twitter aber als Medium begreift, mit dem man informieren, Meinungen austauschen und Menschen gewinnen kann, braucht nicht nur sein Stammhirn, sondern auch den Rest seines Denkapparats, Nerven inklusive. Hochkomprimierte Information braucht hochkonzentrierte Aktion.
Nochmal kurz, in 140 Zeichen: Twittern kann stressen, irre machen. Ob man durchs Zwitschern schlau wird, ist strittig. Dümmer aber machen die Komprimierungsübungen nicht.
Anne-Friederike Wilhelm – @AFWilhelm – @werbewoche
