Transfer in Oerlikon

Wer lange wartet, wird mit einer hablichen Party bedient: Der Event für die zum Magazin mutierte Weltwoche ging in der Auffahrtswoche über die Bühne, endlich!

Wer lange wartet, wird mit einer hablichen Party bedient: Der Event für die zum Magazin mutierte Weltwoche ging in der Auffahrtswoche über die Bühne, endlich!Von Beat Fritsch Der Relaunch der Wochenzeitung als Magazin war ja – unter anderem des Jean-Frey-Deals wegen – etliche Male auf die lange Bank geschoben worden. Einige Besucher gaben sogar zu, zeitweise schon gar nicht mehr an einen Relaunch geglaubt zu haben. Der Deal um den Zürcher Verlag, der schon viele Besitzer kannte, sorgte auch dieses Jahr für Überraschungen. Noch Ende Dezember gratulierte man Ringier zum vermeintlich gelungenen Pressecoup, bis die Basler Mediengruppe die Zürcher ausbremste und aus heiterem Himmel an die Investmentbank Swissfirst verkaufte. Diese installierte erst mal den eben bei SF DRS abgesetzten Filippo Leutenegger an die Spitze des Unternehmens und platzierte die Anteile bei Privatinvestoren, unter anderem beim Berner Pressezar Charles von Graffenried, bei Mediaspezialist Heinz Wermelinger oder Unternehmer Tito Tettamanti. Womit erstmals Ruhe eingekehrt zu sein scheint.
Ruhe wurde allerdings an der Party nicht erwartet. Die grosse Erwartungshaltung in der ABB-Halle in Zürich-Oerlikon war bei den Gästen förmlich zu spüren. Es galt insbesondere, die Zeit bis zur Anlieferung der ersten neuen Weltwoche zu überbrücken. Das in der Halle kreierte Ambiente liess nichts zu wünschen übrig, die Weltwoche-blaue Dekoration verbreitete angenehme Stimmung. Im Eingangsbereich luden die Jahreseinbände der gesammelten Weltwoche-Ausgaben zum Studium, weiter hinten gabs eine grosszügig mit Ledersesseln bestuhlte Lounge – wir konnten uns nicht recht einig werden, ob es echte Corbusiers waren –, die später als Leseecke diente, und in der Saalmitte drehte sich eine bestens bestückte Bar im Spiegellook.
Bevor man sich wie die einen ins Lese- oder wie andere ins Partyvergnügen stürzen konnte, gabs ein kurzes, aber intensives Rahmenprogramm zu absolvieren. Auf Grossleinwand begrüsste Miteigentümer von Graffenried die Anwesenden, dann gabs eine getürkte «Live-»Schaltung zu Dani Nieth. Anschliessend interviewte Susanne Kunz, SF-DRS-Moderatorin, Filippo Leutenegger und Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel, bis ein Laser-Feuerwerk die Ankunft des Blattes ankündigte. Die Dramaturgie war perfekt, aber die Akustik liess schwer zu wünschen übrig; man verstand leider in den hinteren Reihen fast kein Wort.
Was der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Die grosszügige Versorgung mit Getränken und Häppchen sorgte für entspannte Gesichter. Und wie es Launchpartys so an sich haben: Die Gesprächsthemen gehen nicht aus, dafür sorgt allein schon das jeweils neu vorliegende Produkt. Die Statements reichten von «stark gewöhnungsbedürftig» bis «gefällt unheimlich gut», von «formal gelungen» bis «heavy Layout». Auf eine Prognose, ob die Weltwoche es jetzt schaffen werde oder nicht, wollte sich niemand einlassen. Sicher ist, dass die Weltwoche auch unter Roger Köppel und den neuen Eigentümern immer mal wieder für Gesprächsstoff sorgen wird.
Der Elan beim Team um Verlagsleiterin Uli Rubner und Anzeigenleiter Ivan Schultheiss scheint jedenfalls trotz der etwas harzigen Geburt ungebrochen. Und immerhin drei Jahre, so liessen die Investoren bekanntlich verlauten, habe das frisch aus der Taufe gehobene Magazin Zeit, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Good luck!
Beat Fritsch

verdeutlicht, getarnt als Ex-Botschafter T. B.-F., Berlin, was dieser vom Tamtam um seine Person hält. Dass B. den Titel der neu konzipierten Weltwoche schmückt und darin ausführlich zu Wort kommt, darf man als Seitenhieb Richtung Dufourstrasse und als Tritt ans Schienbein des Berner Politestablishments interpretieren.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Lancierungsevents oder anderen Partys trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewoche .ch). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

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