The «blue News» Blues
30 Jahre blue News – und im Abaton läuft ein sauber getakteter Auftritt. Im Video zum Breakfast wird sichtbar, wie die Plattform ihren «Blues» versteht: als Rhythmus im Newsroom, als journalistische Seele in einer komplexen Welt – und als Beständigkeit, die auch für Werbekunden zählen soll.
Der Duft von frischen Gipfeli und Kaffee liegt in der Luft des Foyers im Blue Cinema Abaton in Zürich. Wo sonst Popcorn die Vorfreude auf Blockbuster beflügelt, dominiert an diesem Morgen Networking beim Breakfast – reichhaltig, gesund, und mit jener Selbstverständlichkeit, die sagt: Man kennt sich in der Branche, man schätzt sich. Der Anlass ist historisch, zumindest in Internet-Jahren gemessen: blue News feiert 30 Jahre.
Was 1996 als «The Blue Window» begann – das erste reine Online-Medienangebot der Schweiz – wurde später als «Bluewin» breit bekannt und hat sich längst emanzipiert. Vor Ort wird rasch klar: Hier wird nicht nostalgisch zurückgeblickt, sondern der Takt für die Zukunft eingeübt. Die Macherinnen und Macher präsentieren eine Marke, die, wie es scheint, in anspruchsvollem Umfeld ihren eigenen Groove gefunden hat – eine Komposition aus drei Elementen.
Der Rhythmus: 360 Grad und «kleine News von grossen Namen»
Im Kinosaal wird der Puls der Plattform spürbar. Claudia Lässer, CEO der Entertainment Programm AG, nennt die Grössenordnung selbstbewusst: Als drittgrösste Newsplattform der Schweiz verzeichnet blue News monatlich über 1,5 Millionen User und 32 Millionen Visits. Doch Reichweite allein ist nur der Basston. Die Melodie spielt heute im 360-Grad-Takt.

«Storytelling endet für uns nicht im Web», betont Lässer. Inhalte fliessen konvergent über Free-TV, Pay-TV, Social Media und App. Besonders im Sportbereich diktiert dieser Rhythmus die Strategie. Andreas Böni, Chefredaktor von blue Sport, bringt seine Philosophie im Gespräch mit m&k auf eine prägnante Formel: «Lieber kleine Nachrichten von grossen Namen als grosse Nachrichten von kleinen Namen.»
Die Logik dahinter ist simpel wie effektiv: Was im TV analysiert wird, muss online funktionieren – und auf Social Media Anschluss finden. Dass blue News mittlerweile den groessten Business-Account der Schweiz auf TikTok betreibt, wirkt in diesem Kontext weniger wie eine Randnotiz als wie die passende Konsequenz. Und mit der Sicherung der Rechte an der Brack Super League für weitere fünf Jahre bleibt dieser Beat auch in Zukunft stabil: blue Sport bleibt «Home of Football».
Die Seele: Fakten statt Lärm
Ein Blues ohne Seele ist nur Technik. Die Seele von blue News liegt in einer Redaktion, die sich, wie es im Abaton heisst, bewusst vom schrillen Lärm mancher Mitbewerber abheben will. «Wir liefern Fakten, keinen Lärm», fasst Claudia Lässer die redaktionelle Linie zusammen. In Zeiten von KI und Desinformation wird Glaubwürdigkeit zur härtesten Währung. Das bestätigt auch der Qualitäts-Score des Jahrbuchs Qualität der Medien, in dem blue News als «Digital Pure Player» Spitzenwerte erzielt.

Marius Egger, Head of Distribution bei blue Entertainment, beschreibt die Arbeit im Newsroom als Balanceakt aus Erfahrung und Agilität. «Du kannst nicht die Hände im Hosensack haben», sagt er – und meint damit weniger Heroismus als Realität: Das Team müsse jederzeit bereit sein, auf geopolitische Lagen zu reagieren, dabei aber den Anspruch nicht verlieren, auch «Licht und positive Momente» zu schaffen. Ein mutiges Versprechen, gerade weil Egger selbst andeutet, wie konsequent dieses System auf Effizienz getrimmt ist – fast wie ein Orchester, in dem jede Stimme sitzt, weil es sich keinen schiefen Ton leisten kann.
Die Solisten im Orchester: Effizienz als Kunstform
Doch bei aller Euphorie über 360-Grad-Content, Live-Sport und TikTok-Erfolge stellt sich unweigerlich die Ressourcenfrage: Wie lange lässt sich dieser Spagat spielen, ohne dass der Takt kippt? Egger spricht das Thema offen an: «Es ist eine Kunst, die ganzen Ressourcen zu steuern.» Und er beschreibt den Arbeitsmodus im Newsroom als permanente Einsatzbereitschaft: «Du kannst nicht die Hände im Hosensack haben und sagen, wir haben jetzt gerade Feierabend – das können wir uns einfach nicht erlauben.»
Dass diese Schlagkraft Teil der DNA ist, unterstreicht CEO Claudia Lässer – nicht ohne Stolz auf die eigene Crew. Sie spricht von «so einer kleinen, schlagkräftigen Truppe» und setzt einen Satz, der hängen bleibt: «Wir bedienen die meisten User pro Profi.» Das ist als Leistungsbeweis gemeint – lässt zwischen den Zeilen aber auch erahnen, wie hoch die persönliche Taktzahl hinter den Kulissen sein muss, damit der blue News Blues vorne so sauber groovt.
Die Beständigkeit: Brand Safety für Werbekunden
Dieser stabile Sound interessiert auch die Werbewirtschaft. Soeren Beermann, Head of Sales Swisscom, sieht in blue News ein Umfeld für Brands, die auf Sicherheit und Premium-Umfelder setzen. Die langjährige Beständigkeit der Marke schafft Vertrauen.

Im Austausch vor Ort hebt Beermann hervor, dass Premium-Partner wie Rolex genau dieses Umfeld suchen – etwa bei Segel-Events wie dem SailGP oder im Golf. Gleichzeitig ruht man sich nicht auf klassischen Bannern aus. Neue Formate wie «Mobile Experience Ads», «Skin Ads» oder «Gluey Ads» sollen dafür sorgen, dass Werbung Teil des Nutzererlebnisses wird, ohne den Rhythmus zu stören.
Der nächste Track: Mobile First und Grossereignisse 2026
Während das Networking im Foyer weitergeht, richtet sich der Blick der Verantwortlichen bereits auf 2026. Der «blue News Blues» wird neu arrangiert: Im Frühjahr 2026 soll eine komplett neue Webseite live gehen – mit radikalem Fokus auf Mobile. Neue Features wie ein «Breaking News»-Cluster und ein «Branded Focus Container» sollen die User Experience weiter schärfen.

Inhaltlich warten mit den Olympischen Spielen und der Fussball-WM 2026 zwei gigantische Bühnen. Marius Egger freut sich im Gespräch besonders auf diese Highlights, die eine willkommene «sportliche Ablenkung zum harten News-Alltag» bieten werden.
Das Fazit dieses Morgens im Abaton: Der «blue News Blues» ist kein Lied des Abschieds, sondern eine Hymne auf Weiterentwicklung. Mit Rhythmus, Seele und Beständigkeit hat sich die Swisscom-Tochter als eigenständiges Medienhaus emanzipiert – bereit für die nächsten 30 Jahre. Oder wie es in der Musik heisst: The beat goes on.




