«Spielraum» für einen teureren Blick

Verlage «Gewinnsteigerung trotz Geschäftseinbusse», meldet das grösste Schweizer Medienhaus.

Verlage «Gewinnsteigerung trotz Geschäftseinbusse», meldet das grösste Schweizer Medienhaus.Protagonist der Bilanzpressekonferenz von Ringier an der Zürcher Dufourstrasse war diesmal nicht der Verleger, sondern sein Finanzchef. Zum einen, weil der Konzern das Katastrophenjahr 2002 nur dank Martin Werfelis rigidem Kostenmanagement ohne grösseren Einbruch überstanden hat. Und weiter, weil der langjährige CFO und COO dafür im Juni zu Recht Michael Ringiers CEO-Funktion übernimmt. Der Patron selbst wird Verwaltungsratspräsident und zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Massgeblich zum «einigermassen befriedigenden Ergebnis» (Ringier) beigetragen hat auch Werfelis Nachfolger Ulrich Flörchinger – wenn auch schon vor zwölf Jahren, als Mitinitiant und Finanzstratege des Ost- und Mitteleuropageschäfts. Dieser Bereich ist vor Asien (+12,5%) auch 2002 am stärksten gewachsen (+15,6%). Geschrumpft sind hingegen die Schweizer Geschäftsfelder – und zwar durch alle Bereiche hindurch, wobei die Wirtschaftsmedien (–19,5%) am tiefsten unter die Konjunkturräder geraten sind.
Aber auch die Zeitungen haben weitere 6,5 Prozent eingebüsst und tragen nun noch knapp 202 Millionen Franken zum Gesamtergebnis bei. Zurückgegangen sind neben den Anzeigen- (–11 Millionen Franken) erstmals auch die Verkaufserlöse (–3 Millionen Franken). Eine Preiserhöhung für die beiden Kaufzeitungen Blick und SonntagsBlick steht für Michael Ringier jedoch erst dann zur Diskussion, «wenn wir der Leserschaft im Gegenzug Zusätzliches bieten können». Auch Werfeli sieht hier «durchaus noch Spielraum von 30, 40 Rappen», möchte vorgängig aber erst die Preissensibilität der Boulevard-Kunden genauer erforschen.
Ringier AG: Geschäftsergebnis 2002In Mio. Fr. 2002 2001 +/– %
Gesamtumsatz 1033,3 1062,9 –2,8
Jahresgewinn nach Steuern 39,2 34,8 +12,6
Cashflow 124,1 121,1 +2,5
Mitarbeiter 5419 6079 –10,9
(oc)

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