«Reich gedeckt sollte der Frühstückstisch sein»
Auslandsschweizer und ein deutscher Kollege heissen die NZZ am Sonntag willkommen
Auslandsschweizer und ein deutscher Kollege heissen die NZZ am Sonntag willkommenWenngleich sie dort vorerst nicht zu haben ist, wird die NZZ am Sonntag auch im deutschsprachigen Ausland mit Spannung erwartet – zumal von Heimwehschweizern und Branchenkollegen. Ein Stimmungsbild aus nachbarschaftlicher Perspektive.Geri Aebi: Das Wochenende hat sich nach vorne verschoben, die Leute beginnen es schon am Freitagnachmittag. Dafür markiert der Sonntag bereits den Auftakt zur neuen Woche. Diesem neuen gesellschaftlichen Zeitgefühl müssen nach den Detailhändlern jetzt auch die Verlage Rechnung tragen. Die FAZ tut dies mit wachsendem Erfolg seit letztem Oktober, die NZZ zieht nun nach, und sogar der Spiegel testet die Umstellung auf den Sonntag. Nur in Österreich bleibt auch hier alles beim Alten. Ein Grund mehr, sich wieder Richtung Heimat zu orientieren. Kurz: Ich freue mich auf das Sonntagsblatt von der Falkenstrasse – und darüber, dass die Zürcher Zeitungsmacher ihren Wiener Kollegen in Sachen Zeitgenossenschaft um Längen voraus sind.
Urs Rohner: Wer es heutzutage wagt, ein Sonntagsblatt aus der Taufe zu heben, muss entweder besonders intelligent, ausgesprochen ambitioniert oder im höchsten Masse von sich überzeugt sein. Die Macher der NZZ am Sonntag sind alles zugleich, und das zu Recht. Keine andere Zeitung hätte mehr Grund zu glauben, sich auch im Schweizer Sonntagsmarkt durchsetzen zu können. Kein anderer Verlag wäre in diesen schwierigen Zeiten so ehrgeizig gewesen, und keine andere neue Zeitung könnte ihren Lesern so viele intelligente Seiten bieten, wie es uns die NZZ am Sonntag verspricht. Ich freue mich darauf.
Jean-Remy von Matt: Da ich seit bald drei Jahrzehnten Auslandschweizer bin, beruht meine Wahrnehmung der Schweizer Medienlandschaft weitgehend auf Kindheitserinnerungen. Damals bekam mein Vater die NZZ dreimal täglich, morgens, mittags und abends zugestellt. Drei Zeitungsausgaben pro Tag waren als Kind für mich eine Selbstverständlichkeit. So habe ich den Rückzug auf zwei und später auf nur mehr eine Ausgabe als Misserfolg interpretiert und schon damit gerechnet, dass die NZZ eines Tages gar nicht mehr erscheinen würde. Umso schöner zu hören, dass es jetzt wieder mutig vorwärts geht und bald wieder sieben Ausgaben gibt – wenn auch nicht pro Tag, sondern pro Woche.
Thomas Garms: Den Kollegen in Zürich wünsche ich einen guten Start in ein überaus spannendes Segment. Für einen Journalisten gibt es kaum eine schönere Aufgabe, als eine Zeitung für den Sonntag zu machen. Denn alle Stilmittel stehen zur Verfügung, und man erreicht den Leser in einer Situation, in der er ausgeschlafen und gut gelaunt ist. Kopf und Bauch haben Lust auf und Platz für intelligente, sinnliche Verführung. Gerade die, bei denen unter der Woche häufig nur Kurzfutter drin liegt, wollen in Sonntagsruhe kluge Gedanken, spannende Bilder und hintergründige Geschichten geniessen. Entsprechend reich gedeckt sollte der journalistische Frühstückstisch sein: anregend wie eine Tasse Kaffee, frisch wie ein knuspriges Brötchen, farbig und geschmackvoll wie eine schöne Auswahl selbst gemachter Konfitüre. Umfrage: Oliver Classen
Urs Rohner: Wer es heutzutage wagt, ein Sonntagsblatt aus der Taufe zu heben, muss entweder besonders intelligent, ausgesprochen ambitioniert oder im höchsten Masse von sich überzeugt sein. Die Macher der NZZ am Sonntag sind alles zugleich, und das zu Recht. Keine andere Zeitung hätte mehr Grund zu glauben, sich auch im Schweizer Sonntagsmarkt durchsetzen zu können. Kein anderer Verlag wäre in diesen schwierigen Zeiten so ehrgeizig gewesen, und keine andere neue Zeitung könnte ihren Lesern so viele intelligente Seiten bieten, wie es uns die NZZ am Sonntag verspricht. Ich freue mich darauf.
Jean-Remy von Matt: Da ich seit bald drei Jahrzehnten Auslandschweizer bin, beruht meine Wahrnehmung der Schweizer Medienlandschaft weitgehend auf Kindheitserinnerungen. Damals bekam mein Vater die NZZ dreimal täglich, morgens, mittags und abends zugestellt. Drei Zeitungsausgaben pro Tag waren als Kind für mich eine Selbstverständlichkeit. So habe ich den Rückzug auf zwei und später auf nur mehr eine Ausgabe als Misserfolg interpretiert und schon damit gerechnet, dass die NZZ eines Tages gar nicht mehr erscheinen würde. Umso schöner zu hören, dass es jetzt wieder mutig vorwärts geht und bald wieder sieben Ausgaben gibt – wenn auch nicht pro Tag, sondern pro Woche.
Thomas Garms: Den Kollegen in Zürich wünsche ich einen guten Start in ein überaus spannendes Segment. Für einen Journalisten gibt es kaum eine schönere Aufgabe, als eine Zeitung für den Sonntag zu machen. Denn alle Stilmittel stehen zur Verfügung, und man erreicht den Leser in einer Situation, in der er ausgeschlafen und gut gelaunt ist. Kopf und Bauch haben Lust auf und Platz für intelligente, sinnliche Verführung. Gerade die, bei denen unter der Woche häufig nur Kurzfutter drin liegt, wollen in Sonntagsruhe kluge Gedanken, spannende Bilder und hintergründige Geschichten geniessen. Entsprechend reich gedeckt sollte der journalistische Frühstückstisch sein: anregend wie eine Tasse Kaffee, frisch wie ein knuspriges Brötchen, farbig und geschmackvoll wie eine schöne Auswahl selbst gemachter Konfitüre. Umfrage: Oliver Classen
