Niemandes Pfeife

Der Beobachter wird 75 Jahre jung

Der Beobachter wird 75 Jahre jungDamals war er 38 Jahre alt, der Basler Reklamefachmann Max Ras, als er 1927 voller Tatenlust 660000 Exemplare des Schweizerischen Beobachters in alle Haushaltungen der deutschen Schweiz verteilen liess. Er wollte auf diesem Weg vor unseriösen Geschäftemachern warnen. Gleichzeitig wollte Ras sein publizistisches Credo kommunizieren: Sein Beobachter sollte «nach niemandes Pfeife tanzen». Der Rest ist Pressegeschichte. Der Beobachter blickt in diesen Tagen auf 75 erfolgreiche Jahre zurück. Heute ist die vierzehntägliche Publikation aus dem Jean Frey Verlag mit 1059000 Leserinnen und Lesern das führende Informations- und Beratungsmagazin der Schweiz. Das Unternehmen um den inzwischen multimedialen Beobachter ist vernetzt mit TV («Quer», «konsum.tv») und Radio (Sendungen in über zehn Stationen), betreut ein grosses Beratungszentrum (20 Experten für 70000 Anfragen pro Jahr), produzierte 40 Ratgeberbücher und leistet jährlich soziale Hilfe für rund 3 Millionen Franken. Die Happy-Birthday-Party steigt am 2. Februar im Zürcher Volkshaus. Gleichzeitig wird an diesem Abend in Anwesenheit von Bundesrätin Ruth Dreifuss zum fünften Mal der Prix Courage verliehen.
In der Jubiläumsnummer ist neben vielen überraschenden Beobachtungen aus der Geschichte des erfolgreichen Hefts auch zu lesen, dass der inzwischen in Hollywood verfilmte Roman «Der Richter und sein Henker» von Dürrenmatt ursprünglich im Auftrag des Beobachters entstanden ist. Unterbrochen durch Werbung für Ovomaltine, Knorr-Suppen und Haferflöckli hat der Beobachter ab Dezember 1950 den Krimi in mehreren Folgen erstmals gedruckt. Honorar für Fritz, «das junge Talent», damals: 3000 Franken. Andreas Panzeri

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