New kids on the block

Pierre C. Meier über neue Mitspieler im überreglementierten TV-Markt.

Pierre C. Meier über neue Mitspieler im überreglementierten TV-Markt.Das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), das im Frühjahr in einer Monsterdebatte durch den Nationalrat gepaukt wurde, schont die SRG. Eine Mehrheit der Politiker will keine starke Konkurrenz zur SRG. So betreibt man Kosmetik, lockert Werberichtlinien und stellt den lokalen Fernsehveranstaltern gnädigst Gelder aus dem Gebührentopf in Aussicht. Niemand ist so ganz zufrieden, der Protest hält sich aber in Grenzen. Ein guteidgenössischer Kompromiss halt: Die bestehenden Marktpartner haben sich geeinigt. Auch der neuste Vorschlag eines Bildungsfernsehens, der vom Präsidenten der Konferenz der Erziehungsdirektoren unterstützt wird, ist problemlos mehrheitsfähig. Dieser wurde bereits der ständerätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) unterbreitet und soll in der laufenden RTVG-Beratung berücksichtigt werden. Finanziert werden soll das Projekt laut SonntagsZeitung durch Werbung einerseits, aber auch durch mindestens ein Prozent der SRG-Gebührengelder. Diese dreizehn Millionen Franken täten der SRG nicht wirklich weh, auch wenn Armin Walpen das Begehren als «Zweckentfremdung» seiner Mittel bezeichnet. Ein neuer alter Marktpartner mehr, mit dem man sich einigen kann.
Nun aber mischen neue Mitspieler das Feld der elektronischen Medien auf und stören die Ruhe. Triple Play (Sprache, Daten und bewegte Bilder über einen Kanal) heisst das Stichwort. Den Startschuss gab die Cablecom mit ihrem Einstieg ins Telefongeschäft. Im Gegenzug will die Swisscom mittels ihrer Internet-Tochter Bluewin im Fernsehgeschäft mitmischen. Swisscom-CEO Jens Alder träumt von 400 Kanälen und von einer mobilen Fernsehnutzung. So ist es nur logisch, dass Cablecom ihren Servicekanal zu einem eigentlichen Programm ausbauen will und ein entsprechendes Gesuch um Konzessionserweiterung eingereicht hat (siehe auch Seite 16).
Das neue RTVG überreglementiert die elektronischen Medien,
ausgehend von den heutigen technischen Gegebenheiten. Es berücksichtigt aber in keiner Weise, was in naher Zukunft machbar sein wird.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor

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