Nahkampf mit der Sonntagspresse
Trotz Erosion im Lesermarkt erhöht das grösste Inseratekombi seine Tarife
Trotz Erosion im Lesermarkt erhöht das grösste Inseratekombi seine TarifeVon Markus Knöpfli Das Anzeigenkombi Swisspool erhöht per Anfang 2003 seine Tarife – und geht mit einem neuen Samstag/Montag-Kombi gegen die Sonntagskonkurrenz vor. Mit der neuen Werbeagentur Freiburghaus&Partner lanciert der Pool zudem eine Kampagne mit mehreren Sujets. Das ist auch notwendig, denn Swisspool-Titel verlieren immer mehr Leser.
Dass sich die sieben Swisspool-Partner erneut zusammenraufen konnten, sei alles andere als selbstverständlich, ist gerüchteweise zu hören. Die angeblichen (Haupt-)Konflikte sind: Die NZZ-Gruppe, die mit der NLZ und dem SGT neu zwei Titel im Pool hat, das Kombi zwischen Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung (Fullhouse genannt) sowie der Leserschwund bei allen Titeln (mit Ausnahme von 24 Heures), vorab aber bei Tages-Anzeiger und BZ.
Dass daraus tatsächlich poolgefährdende Probleme entstanden wären, wird jedoch weder offiziell noch im vertraulichen Gespräch mit Insidern bestätigt. Zwar hätten sich Tages-Anzeiger, BaZ und BZ tatsächlich ein Weitermachen überlegt, als die NZZ bei der NLZ eingestiegen sei, gibt Hansjürg Klöti, Präsident des Swisspool-Leitungsausschusses und Anzeigenleiter Zeitungen bei Tamedia, unumwunden zu. Doch wegen der bisher guten Zusammenarbeit und wegen des erfolgreichen Produktes habe man dies schnell ad acta gelegt. Auch das Fullhouse habe kein Problem dargestellt. Im Gegenteil, aus dem Swisspool I (nur Deutschschweizer Titel) kommt ihm sogar neue Konkurrenz entgegen: Wer ab 2003 beim Swisspool I am Samstag ein Inserat bucht und dazu ein zweites, identisches am darauf folgenden Montag (Sujetwechsel möglich), erhält auf das Montagsinserat 50 Prozent Rabatt. Dass damit der Tages-Anzeiger gleich auf zwei verschiedenen Hochzeiten tanzt, nimmt Klöti auf die leichte Schulter. Der Swisspool müsse nun einmal gegen den Hauptkonkurrenten Sonntagspresse gestärkt werden, sagt er. Zudem fänden die beiden Hochzeiten auf zwei völlig verschiedenen Tarifniveaus statt.
Das Fettgedruckte im Medium ist die Message
Bleibt die Lesererosion bei den Swisspool-Titeln. Ob da der neue Verteilschlüssel allenfalls für rote Köpfe sorgte, lässt sich nicht eruieren. Die Tarife lagen diesmal aber früher vor als auch schon. Fest steht: Der Swisspool wird teurer. Die Preise schlagen um 0,5 bis 0,8 Prozent auf, der Tausend-Leser-Preis gar um 4,2 bis 5,75 Prozent.
Auf den Tarifherbst hin liess sich der Swisspool von der Berner Agentur Freiburghaus & Partner eine neue Kampagne mit vorerst vier Sujets kreieren. Jedes soll eine andere Branche ansprechen. Allen Sujets gemeinsam ist eine auf den ersten Blick nur als Textwüste mit vielen redundanten Sätzen erkennbare Anzeige. Doch ergeben einige fettgedruckte Lettern darin einen Gegenstand oder ein Symbol, auf den die Texte von Pascal Ochsenbein und Sabine Wittwer Bezug nehmen.
Die Texte stehen für den anspruchsvollen Inhalt der sieben Titel, während der Claim «Wir setzen 1875000… ins Bild» auf die Leserschaft verweist, die sich diesen Inhalt zu Gemüte führt. Was wiederum die Inserenten über die Qualität der Leserschaft ins Bild setzen soll.
Swisspool-Blätter
Dass sich die sieben Swisspool-Partner erneut zusammenraufen konnten, sei alles andere als selbstverständlich, ist gerüchteweise zu hören. Die angeblichen (Haupt-)Konflikte sind: Die NZZ-Gruppe, die mit der NLZ und dem SGT neu zwei Titel im Pool hat, das Kombi zwischen Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung (Fullhouse genannt) sowie der Leserschwund bei allen Titeln (mit Ausnahme von 24 Heures), vorab aber bei Tages-Anzeiger und BZ.
Dass daraus tatsächlich poolgefährdende Probleme entstanden wären, wird jedoch weder offiziell noch im vertraulichen Gespräch mit Insidern bestätigt. Zwar hätten sich Tages-Anzeiger, BaZ und BZ tatsächlich ein Weitermachen überlegt, als die NZZ bei der NLZ eingestiegen sei, gibt Hansjürg Klöti, Präsident des Swisspool-Leitungsausschusses und Anzeigenleiter Zeitungen bei Tamedia, unumwunden zu. Doch wegen der bisher guten Zusammenarbeit und wegen des erfolgreichen Produktes habe man dies schnell ad acta gelegt. Auch das Fullhouse habe kein Problem dargestellt. Im Gegenteil, aus dem Swisspool I (nur Deutschschweizer Titel) kommt ihm sogar neue Konkurrenz entgegen: Wer ab 2003 beim Swisspool I am Samstag ein Inserat bucht und dazu ein zweites, identisches am darauf folgenden Montag (Sujetwechsel möglich), erhält auf das Montagsinserat 50 Prozent Rabatt. Dass damit der Tages-Anzeiger gleich auf zwei verschiedenen Hochzeiten tanzt, nimmt Klöti auf die leichte Schulter. Der Swisspool müsse nun einmal gegen den Hauptkonkurrenten Sonntagspresse gestärkt werden, sagt er. Zudem fänden die beiden Hochzeiten auf zwei völlig verschiedenen Tarifniveaus statt.
Das Fettgedruckte im Medium ist die Message
Bleibt die Lesererosion bei den Swisspool-Titeln. Ob da der neue Verteilschlüssel allenfalls für rote Köpfe sorgte, lässt sich nicht eruieren. Die Tarife lagen diesmal aber früher vor als auch schon. Fest steht: Der Swisspool wird teurer. Die Preise schlagen um 0,5 bis 0,8 Prozent auf, der Tausend-Leser-Preis gar um 4,2 bis 5,75 Prozent.
Auf den Tarifherbst hin liess sich der Swisspool von der Berner Agentur Freiburghaus & Partner eine neue Kampagne mit vorerst vier Sujets kreieren. Jedes soll eine andere Branche ansprechen. Allen Sujets gemeinsam ist eine auf den ersten Blick nur als Textwüste mit vielen redundanten Sätzen erkennbare Anzeige. Doch ergeben einige fettgedruckte Lettern darin einen Gegenstand oder ein Symbol, auf den die Texte von Pascal Ochsenbein und Sabine Wittwer Bezug nehmen.
Die Texte stehen für den anspruchsvollen Inhalt der sieben Titel, während der Claim «Wir setzen 1875000… ins Bild» auf die Leserschaft verweist, die sich diesen Inhalt zu Gemüte führt. Was wiederum die Inserenten über die Qualität der Leserschaft ins Bild setzen soll.
Swisspool-Blätter
Tages-Anzeiger, Berner Zeitung (BZ), Basler
Zeitung (BaZ), Neue Luzerner Zeitung (NLZ), St.Galler Tagblatt (SGT), 24 Heures und Tribune de Genève
Tarife 2003 (In CHF)Swisspool I Swisspool II
Grundpreis/mm 13.43 16.94
1/1 Seite, s/w (brutto) 59 092 74 536
1/1 Seite, 4-farbig 86 959 115 133
