Meisterhafte Teamarbeit
Im Dracula-Club in St. Moritz ist die bereits 5. Auflage von «Graubünden geht aus!» präsentiert worden. Damit erhöht sich die Gesamtauflage der Serie auf 30 Hefte mit total 1 200'000 Exemplaren.
Auf diesen Erfolg durfte nur in einem Lokal mit sagenumwobener Aura angestossen werden. Im legendären Dracula-Club des Hotels Kulm in St. Moritz haben Ralph Lindenmann und Wolfram Meister ihr 30. Heft aus der Serie «Geht aus!» vorgestellt. Wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass Wachstum und Entwicklung bei der Gourmedia zu einer Erweiterung und Neustrukturierung der Geschäftsleitung geführt haben. Neben Anthony Alex konzentriert sich Ralph Lindenmann weiterhin auf die Kundenbetreuung, Anzeigenverkauf und Events. Neuer Gourmedia- Geschäftsführer wird Wolfram Meister, der gleichzeitig verantwortlicher Chefredaktor bleibt.
Ralph Lindenmann als Gründer der «Geht aus!»-Magazine ist eidg. dipl. Marketingleiter. Er verfügt über grosse Erfahrung in Unternehmensführung, PR und Marketing, vor allem im Verlagswesen. Von 1997 bis zur Gründung der Gourmedia 2005 war Lindenmann Mitinhaber und Geschäftsführer bei der Factum AG sowie dem Verlag Bücherpick.
Die Idee für «Geht aus!» geht auf eine Geschäftsreise nach Mallorca zurück. Auf dem Weg dorthin hat Ralph Lindenmann 2004 ein solches Gastromagazin im Flugzeug entdeckt und fand es praktisch, sich in diesem Heft kulinarisch abseits von Currywurst und Pommes inspirieren zu lassen. Später ist ihm das Produkt bei einem Meeting in Deutschland noch einmal über den Weg gelaufen. Das «Mallorca geht aus» wurde beim gleichen Verlag in Düsseldorf produziert, mit dem Lindenmann über eine Kooperation mit dem «Bücherpick» verhandelte. So hat man sich dann schnell geeinigt. Um einen versierten Chefredaktor für das erste «Zürich geht aus!» zu finden, hat Ralph Lindenmann seinen damaligen Autor Jürg Altwegg um Rat gefragt. Dieser schreibt von Genf aus als Kulturkorrespondenz für die FAZ und hat sofort Wolfram Meister empfohlen: «Es gibt nur einen, der das kann!»
Wolfram Meister setzte Zeichen auf den verschiedensten Etagen bei Ringier. Vier Jahre war er Stellvertreter von Peter Rothenbühler bei der Schweizer Illustrierten. Dann wollte er auch im Ausland etwas erleben. In Hamburg übernahm er den Job, das Zeit-Magazin einem Relaunch zu unterziehen. Ein zweites Angebot folgte für ein Reisemagazin. Gleichzeitig erreichte ihn aber eine Anfrage vom Blick. So wurde Meister 1997 bis 1999 einer der letzten Chefredaktoren in der Geschichte des Blicks, der die Auflage noch einmal hochschrauben konnte, «auf rund 315 000». Aber wie das «beim Fussball und Boulevardzeitungen so ist», wurde Meister nach zwei Jahren ebenfalls wieder ausgewechselt. Damit wurde Meister schliesslich sein eigener Meister. Mit seiner Creative Consulting GmbH hat er diverse Entwicklungen für Zeitschriften durchgezogen und auch einen der «ersten Newsrooms » für die Schweiz eingerichtet. Zuvor war er bei der Pendlerzeitung Metropol im Jahr 2001 kurzfristig noch einmal als Chefredaktor tätig.
In seinem eigenen Verlag gab Meister den Newsletter «Wein Wisser» heraus. Nach dem Verkauf hat Meister im Jahre 2010 die Schweizerische Weinzeitung vom Verlag Südostschweiz übernommen und das 120-jährige Fachblatt für Winzer und Küfer zu einer gediegenen Publikumszeitschrift ausreifen lassen. Einen besonderen Wert legt der Weinkenner hier auch auf eine sehr sorgfältige grafische Gestaltung. Das Cover lässt er in Essen zeichnen und das Heft wird in Hamburg produziert, «weil ich nach wie vor davon träume, ein bisschen mehr Zeit in dieser Stadt verbringen zu können».
Der Erfolg mit «Geht aus!» macht inzwischen einen ständig dicker werdenden Strich durch diese Rechnung. 30 verschiedene Hefte mit einer Auflage von je 40 000 sind bis jetzt auf den Markt gekommen. In St. Moritz wurde die bereits fünfte Ausgabe für Graubünden realisiert. In Zürich sind zusätzlich drei Hefte «Zürich kauft ein!» zum Portfolio gekommen. Und nach drei Jahren Vorbereitungszeit wird man demnächst auch in Bern wissen, wo man am besten, besonders bürgerlich, urchig, unkompliziert oder auch trendy essen kann.
Andreas Panzeri


