MedeienSchau

Frank Zazza, Godfather des Product Placement, spekuliert im jugendlichen Ableger des Stern (Motto: «Eigentlich sollten wir erwachsen werden») über die Zukunft der TV-Werbung:«Branded Content ist eigentlich dasselbe (wie PP, die Red.), nur wird he

Frank Zazza, Godfather des Product Placement, spekuliert im jugendlichen Ableger des Stern (Motto: «Eigentlich sollten wir erwachsen werden») über die Zukunft der TV-Werbung:«Branded Content ist eigentlich dasselbe (wie PP, die Red.), nur wird heute viel mehr Geld damit gemacht. Früher war es noch grossartig, wenn ein Serienheld eine bestimmte Bierdose in der Hand hatte. Heute werden ganze Shows geschrieben, um Produkte zu inszenieren. (…) Wir entwickeln derzeit ein System, mit dem sich der Preis einer Platzierung verbindlich beziffern lässt. Auf einer Skala mit zehn Stufen bewerten wir, ob ein Produkt nur im Hintergrund steht, der Markenname zu lesen ist, der Darsteller das Produkt benutzt und eventuell sogar darüber spricht. (…) Meine Branche wird sich auch auf andere Medien ausdehnen: Musik zum Beipiel. Wenn ein Rapper Dom Perignon trinkt, warum sollte er im Song nicht auch für etwas anderes werben? Auch ein Song ist Werbefläche.»
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Das Intelligenzblatt betont die Vorzüge guter, alter Printwerbung und fragt etwas scheinheilig: Ist die Geschichte der Werbung nach der New-Economy-Party zu Ende? Die jüngsten Trends und Ereignisse – Microsofts Ankündigung, ab Mitte 2004 Werbeblocker zu unterstützen, oder die Voraussagen bezüglich der Zunahme von festplattenbasiertem TV-Konsum – lassen sich so interpretieren, dass nicht die Werbung tot ist, sondern jene neuen Medien, die glauben, den Rezipienten durch ein Programmschema fesseln und zum Konsum von Unterbrecherwerbung zwingen zu können. (…) Was Seth Godin als neue Werbestrategie empfiehlt (nämlich Permisson Marketing, die Red.), ist etwa bei den Zeitungen schon lange gang und gäbe: Man kann Zeitungsleser nicht davon abhalten, Werbung zu überblättern; es sei denn durch gute Werbung, durch Werbung, die fesselt und den Rezipienten als Kommunikationspartner respektiert.
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Medienredaktor Simon Bärtschi mokiert sich über die medialen Synergien im Zeichen von «Music Star»:«Die Schweiz hat ein neues TV-Format, das alle überfordert. Vorab das Schweizer Fernsehen. SF DRS wird vom eigenen Erfolg überrannt. (…) ‹Music Star› funktioniert nach dem Boulevard-Prinzip: Nobodys werden zu Stars aufgebaut, blossgestellt und fallen gelassen. Wer Boulevard produziert und sich gleichzeitig über dessen Wirkung empört, ist naiv oder scheinheilig. Aber selbst die Boulevard-Profis von Ringier sind mit ‹Music Star› überfordert. (…) Das vom Blick veranstaltete Fröhlich-Theater war haarsträubend heuchlerisch und wurde über Nacht quasi zum Fall ‹Borer light›.»

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