Kopf der Woche: «Feiner Humor kann nachhaltiger wirken»

Felix Dammann ist jetzt zweiter Creative Director bei Sulzer Sutter

Felix Dammann ist jetzt zweiter Creative Director bei Sulzer SutterKopf der Woche «Feiner Humor kann nachhaltiger wirken»
Er lebt nach wie vor gerne in Winterthur, obwohl diese Stadt kein Mekka für Werber ist. Wie einer aus der ehemaligen Lokomotivstadt trotzdem mit Volldampf an den Wettbewerben in Cannes und New York einfahren kann, zeigt der Berufsweg von Felix Dammann. Weil in seiner Jugend alle Grafiker werden wollten, hat er damals keine Lehrstelle gefunden und als Schriften- und Reklamemaler beginnen müssen.
Mit selbst gestalteten Flyers und CD-Covers sowie einem Jahr Vorkurs an der Kunstgewerbeschule hat es dann trotzdem bei einer «so genannten Werbeagentur» in der Eulachstadt geklappt. Dammann gestaltete Prospekte für die klassischen Winterthurer Firmen. Weil ihm das kreativ zu eng schien, wechselte er zu Diego Bally nach Zürich, wo er ein Praktikum «vorwiegend im Verpackungsdesign» machte. Endgültig geklappt mit klassischer Werbung hat es schliesslich als AD-Assistent bei Mike Krüll in Wallisellen. In dieser Zeit hat der junge Grafiker an der ADC-Kreativschule auch seinen ersten Preis gewonnen. «Kommen Sie trotzdem!», lautete die Eigenwerbung für die Schule. Abgebildet hat Dammann dazu alle berühmten Werber, die damals an der Kreativschule als Lehrer wirkten.
Die Provokation zeigte Wirkung. Es folgte ein Job als AD bei Pucci Sulzer und später bei David Honegger. In drei Jahren, in denen die Agentur zu Jung von Matt mutierte, ist der AD mehrfach bei den Cannes Lions, Finalist Cresta, Shortlist Clio oder Finalist Eurobest ausgezeichnet worden. Stolz ist er auf seine Kampagne für den Zürcher Oberländer, «die Regionalzeitung von Weltformat». Zu Dammanns neusten Arbeiten zählt ein Spot für die SBB mit den auf das Geleise spuckenden Buben.
«Ich liebe es, wenn meine Anzeigen nicht extrem laut sind, sondern mit einem feiner wirkenden Effekt daherkommen.» Feiner Humor passe auch besser zum Wandel in der Gesellschaft, in der Werbung wieder ein bisschen intelligenter werden müsse. «Man darf ein bisschen mehr verlangen vom Betrachter.»
Nach acht Wochen als Hausmann hat sich Felix Dammann jetzt neue Ziele bei Sulzer Sutter gesetzt. Er will dort langfristig noch kreativere Werbung machen und sich vermehrt auch um das New Business kümmern.
Seine private Philosophie will er auch in der Agentur leben: Lebensfreude haben und sich so organisieren, dass der Ausgleich zwischen Arbeit und Privat im richtigen Verhältnis bleibt. «Mit der nötigen Musse kommen die guten Resultate automatisch.»
Felix Dammann, der kein Hobby braucht, weil er einen Beruf hat, der ihn «ständig begleitet», tankt seine Energie am liebsten auf beim Familienleben mit seiner kleinen Tochter. Andreas Panzeri

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