Joint-Venture-Gegner wollen Swisscom-Daten

Die private Konkurrenz will die gemeinsame Vermarktungsfirma von Swisscom, SRG und Ringier verhindern. Die Daten der Swisscom sollen allen zugänglich gemacht werden, wie eine der Schweiz am Sonntag vorliegende Eingabe beim Bakom zeigt.

Der Kampf gegen das geplante Joint Venture führt einerseits über das Wettbewerbsrecht und die Weko (Werbewoche.ch berichtete), andererseits über das Bundesamt für Kommunikation (Bakom), welches die Geschäftstätigkeit der SRG überwacht. Der Schweiz am Sonntag liegt die Eingabe eines privaten Konkurrenten vor. Der grösste Dorn im Auge sind der Gegnerschaft demnach die «Daten des Marktbeherrschers Swisscom». Bei der Eingabe an das Bakom steht jedoch aus taktischen Gründen die SRG im Mittelpunkt. Diese muss laut Gesetz so geschäften, dass sich die privaten Konkurrenten frei entfalten können. Nach Ansicht der Joint-Venture-Gegner ist dieser Punkt mit dem Mediendeal nicht mehr gewährleistet. Sie beantragen folglich beim Bakom, dass der SRG die Teilnahme am Joint Venture untersagt werden soll.

Doch der Ausschluss der SRG ist nicht das eigentliche Ziel der Beschwerde. Vielmehr habe die SRG sicherzustellen, «dass alle von ihr erhobenen und in das Joint Venture eingebrachten Daten allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt» würden, heisst es in der Eingabe. Zudem solle die SRG dafür sorgen, dass auch die Swisscom ihre Daten freigebe.

Die Beschwerde argumentiert, das Joint Venture könne dank des Datenpools des ehemaligen Monopolisten Swisscom das Zielpublikum genauer erreichen als jeder andere Schweizer Konkurrent. Swisscom ist bei Festnetz, Breitband-Internet und Mobiltelefonie immer noch marktbeherrschend. In Kombination mit den Daten von Swisscom TV verschaffe der Swisscom-Datenpool dem Joint Venture «einen nichtangreifbaren Wettbewerbsvorteil». Damit kein Monopol entstehe, müsse die Konkurrenz die selben Swisscom-Daten bekommen wie SRG und Ringier, fordert die Eingabe.

Die Swisscom hingegen argumentiert, dass sie als börsenkotiertes Unternehmen die Daten im freien Wettbewerb gewinne. Andere Unternehmen wie Tamedia, Google oder Facebook hätten auch viele Daten, die sich zur Werbevermarktung eigneten, so ein Sprecher gegenüber der Schweiz am Sonntag. Ein Zugriff Dritter auf die Daten sei «nicht vorgesehen» – das Joint Venture sei aber grundsätzlich offen für weitere Partner, betont Swisscom. (hae/SaS)
 

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