Jeder zehnte Werbefranken fährt Auto

Automobilwerbung Neue Rekorde am Autosalon zeigen eine optimistische Branche.

Automobilwerbung Neue Rekorde am Autosalon zeigen eine optimistische Branche.Vom 6. bis 16. März dreht sich in Genf alles um Blech und Boliden. Zum 73. Mal rollt der Automobilsalon über die Bühne. Während andere Messen in den letzten Jahren Aussteller und Besucher verloren haben, bricht der diesjährige Salon erneut Rekorde: 265 Aussteller aus 30 Ländern präsentieren 900 Neuheiten – trotz mieser Konsumentenstimmung. Die Verantwortlichen von Geneva Palexpo wurden regelrecht mit Anmeldungen überhäuft, wie Georges F. Kindhauser, Vize-Marketingdirektor mitteilt. Trotz einer Hallenerweiterung um 21000 Quadratmeter habe man nicht alle Interessenten berücksichtigen können. Den Grund dafür sieht Kindhauser darin, dass «der Salon als medienorientierte Gesamtschau der Leistungsfähigkeit der Automobilindustrie dient». Hier werde das Image der Branche verkauft. Und die Autohersteller lassen sich ihren Ruf einiges kosten: Punkto Werbeausgaben zeigen sie sich im Gegensatz zu anderen Branchen gar nicht knauserig (siehe Seiten 8 bis 10) und reduzierten ihre Spendings im vergangenen Jahr nur gerade um unwesentliche 1,1 Prozent. Mittlerweile fliesst jeder zehnte Werbefranken aus den Kassen der Autoindustrie. Kein Wunder, werden sich die längst zu Global Playern zusammengeschweissten Autokonzerne am Salon einiges einfallen lassen, um ihre Karossen im besten Licht zu präsentieren.
Dazu haben sie guten Grund, denn der Salon gehört neben Detroit, Tokio, Frankfurt und Paris zu den weltweit fünf erstrangigen Automobilshows. Dass die Schweiz über keine Automobilindustrie verfüge und somit keine Marken bevorzugt würden, ist gemäss Kindhauser ein strategischer Vorteil des Salons. Zudem präsentiere er als einzige europäische Messe alljährlich im Frühjahr die neuen Modelle der Branche. Dies verschaffe ihm gegenüber Paris und Frankfurt, die alle zwei Jahre im Herbst stattfänden, zusätzlich einen Wettbewerbsvorteil punkto Marken- und Imagepflege.
DaimlerChrysler bewirbt – untypisch für die Branche – seine Modelle ohne Blech und Boliden.
(sk)

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