Infokanal ist «keine Konkurrenz»

Fernsehen Auf Druck der Regionalsender will Cablecom das Konzessionsgesuch nachbessern.

Fernsehen Auf Druck der Regionalsender will Cablecom das Konzessionsgesuch nachbessern.
Der Antrag auf eine programmliche Erweiterung ihrer Infokanal-Konzession, den die Kabelnetzbetreiberin Cablecom Mitte Juli beim Bakom einreichte (WW 29/04), hat in der TV-Branche Verunsicherung bis Empörung ausgelöst.Belcom-Chef Andreas Meili befürchtet «gelinde gesagt eine Interessenkollision», würde die Quasi-Monopolistin künftig eigene Inhalte anbieten und vermarkten. Tele-Südostschweiz-Besitzer Hanspeter Lebrument wiederum fordert im Namen der Chancengleichheit, dass Cablecom dann «sämtliche Sender zum Nulltarif aufschalten muss». Und Telesuisse-Verbandspräsident Filippo Lombardi will als Medienpolitiker im neuen RTVG gar eine Klausel verankern, die Kabel- und Telekom-Providern eigene Inhaltsangebote grundsätzlich untersagt. Davon betroffen wäre auch Bluewin TV (siehe Seite 32).
Einzig die SRG «stellt sich prinzipiell nicht gegen neue schweizerische Programme», wie deren Sprecherin Josefa Haas auf Anfrage mitteilt. Wie die meisten Anhörungsadressaten hat aber auch die SRG beim Bakom eine Fristerstreckung bis zum 17. September erwirkt.
Ein blosses «Missverständnis»?
Bis dahin könnte sich die Aufruhr wieder gelegt haben. In einem diese Woche beim Bakom eingegangenen Brief erklärt Cablecom nämlich, dass «zur Vermeidung von Missverständnissen (…) auf die im Konzessionsgesuch erwähnte Kooperation mit Content-Anbietern und neue TV-Formate verzichtet» wird.
«Die Veranstaltung eines redaktionellen Programms, das nationale, regionale oder lokale Fernsehangebote konkurrenzieren könnte, war zu keinem Zeitpunkt geplant», heisst es in dem Papier weiter.
Ob mit dieser Selbstbeschränkung genau genug definiert ist, welche Aktivitäten die mit Macht ins Fernsehgeschäft drängenden Infrastruktur-Provider dort entwickeln dürfen, werden die Stellungnahmen der Betroffenen zeigen.
Oliver Classen

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