Im Sog der Zentren

Daniel Schifferle über die neue Landkarte für die SchweizerWerbewirtschaft

Daniel Schifferle über die neue Landkarte für die SchweizerWerbewirtschaft
Ab Januar 2005 verfügt die Schweizer Werbewirtschaft über ein neues Raummodell, das die Wirklichkeit besser abbildet. Es löst die bisherigen Wirtschaftsgebiete der Wemf ab, die vierzig Jahre Bestand hatten und mitterweile von der Realität überholt worden waren. Die neue Einteilung orientiert sich konsequent am inneren Zusammenhalt und an der inneren Logik der Regionen. Insofern stellt sie der Kommunikationsbranche ein weitaus effizienteres Instrument zur Verfügung, als wir es bisher hatten.Die für die Werbewirtschaft wichtigste Erkenntnis, die darin eingeflossen ist: Der wirtschaftliche Einfluss von Städten wie Zürich, Bern und Lausanne reicht weit über die alten Grenzen hinaus. Entsprechend wachsen die Räume rund um die grossen Zentren im neuen Modell teils explosionsartig, die übrigen Gebiete schrumpfen. Das macht Sinn. Denn die grossen Städte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten im Eiltempo als Trendsetter für Lifestyle, Freizeit- und Konsumverhalten entwickelt.
Der Bruch mit der Vergangenheit ist radikal. Schmerzlos geht eine
so nachhaltige Neueinteilung (siehe S. 18) nicht über die Bühne. Diverse Räume wurden zerschnitten, Gebiete neu zugeteilt. Der Aufschrei von Blättern wie der Mittelland Zeitung oder der Südostschweiz, deren Heimmärkte ungünstige Veränderungen erfahren, ist leicht nachvollziehbar, ändert aber nichts an der Qualität des neuen Modells.
Das Umdenken und die Verinnerlichung der neuen Ordnung wird Zeit und Mühe beanspruchen. Auch Vergleiche mit Marktforschungen, die auf das alte Raummodell abstellen, werden nicht mehr möglich sein. Den Media- und Marketingplanern steht viel Arbeit ins Haus. Zudem wird ein vorübergehender Begriffssalat nicht ganz zu vermeiden sein. Denn die alten Wirtschaftsgebiete haben sich uns wie Landkarten eingeprägt, die WG-Nummern sind in unseren Köpfen eingebrannt. Doch der Wechsel wird sich auszahlen, denn das neue Instrumentarium führt viel besser und effizienter zu den gewünschten Zielgruppen.
> Daniel Schifferle Ressortleiter Media & Medien

More articles on the topic