Hohepriester des «Nobrow»

«Brow» ist englisch und bedeutet (Augen)Braue.

«Brow» ist englisch und bedeutet (Augen)Braue.Im Mutterland der Unterhaltungsindustrie steht «highbrow» seit jeher für richtige, sprich: elitäre Kunst und «lowbrow» entsprechend für kommerziellen Massengeschmack. Dass diese – in unseren Breiten besonders innig gepflegte – Unterscheidung in der globalisierten Aufmerksamkeitsökonomie immer obsoleter wird, hat niemand früher, einleuchtender und vor allem amüsanter beschrieben als John Seabrook.In «Nobrow» dokumentiert der New Yorker Journalist anhand von MTV, Blockbustern und anderen Pop-Phänomenen, wie (aus seiner Sicht endlich) zusammenwächst, was zusammengehört und zuletzt ununterscheidbar wird: Kultur und Marketing. Das Schöne an diesem locker-flockigen, jedoch keineswegs anspruchs- losen Schmöker: die befreiende Grenzauflösung, welche darin konstatiert respektive propagiert wird, löst «Nobrow» selber ein.
> Nobrow: The Culture of Marketing and the Marketing of Culture von John Seabrook. Vintage Books, New York 1999. 226 Seiten,
24 Franken.
(oc)

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