Für die Amerikaner wächst Wein sogar in Bayern

Aufgefallen Keine andere Weinappellation löst so viele Kontroversen aus wie das Bordeaux.

Weinproduzenten Keine andere Weinappellation löst so viele Kontroversen aus wie das Bordeaux.Und bis zum heutigen Tag hat es weltweit noch kaum eine Winzergilde geschafft, so viel internationales Interesse und Renomee zu erzielen, wie die Weinbauern aus dem Bordelais. Nur: Die Weine der seit 1855 klassifizierten Top-Châteaux entsprechen nur mal fünf Prozent der jährlich 660 Millionen abgefüllten Flaschen. Der Rest ist mittelmässiger bis unterdurchschnittlicher Wein, im Abgang mehr kratzend als schmeichelnd. Anders gesagt (und getrunken): Man hat nicht unbedingt das Gefühl von zarten, verführerischen Lippen geküsst zu werden, sondern von Ötzi höchstpersönlich. Deutschland ist punkto Wein weit weniger bekannt als Bordeaux. Das hat wohl dazu geführt, dass ein zu kurz gewachsener Seppl mit seinen Lederhosen als Vertreter für deren Weinbaukultur hinhalten musste. Abgesehen von der Tatsache, dass in Bayern gar kein Wein produziert wird, stillen diese ihren Durst doch eher mit Bier. Anders ausgedrückt (und nicht getrunken): Der kleine Bayer hat sich pars pro toto im Regal verirrt.
Die zwei Anzeigen aus Weinfachzeitschriften machen trotz alledem vor, dass man auch mit stilvollen bis deftigen Sujets augenzwinkernd für Wein werben kann. Darauf stösst man am besten mit einem Gläschen Philipponat an. Millesimé, versteht sich.
(ck)

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