Du bist ne Marke oder eben nicht
Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Heinrich über Männer, die gern Marken wären.
Grosse Männer mögen Komplimente, kleine Männer brauchen sie, um sich gross zu fühlen. Keine Komplimente braucht, wer als Marke gilt. Solche Männer können mit einem Niesen Unternehmen zum Boomen oder zum Zusammenbrechen bringen, Aktienkurse in die Höhe schiessen oder einstürzen lassen. Echte Kerle eben. Sie sind unvergleichlich, meist gut gekleidet und in der Regel prächtig bezahlt. Solche menschlichen Marken müssen auch nicht mehr arbeiten. Es reicht ihnen völlig, Golf zu spielen, in den Medien präsent zu sein, ab und zu ein Buch zu schreiben (oder für sich schreiben zu lassen) und in dem einen oder dem anderen Aufsichtsrat Platz zu nehmen. Markenpflege kann so einfach sein.
Weil es überaus angenehm und unkompliziert erscheint, ein Brand zu sein, haben Kleinmanager und Provinzpolitiker seit kurzem ein neues Hobby: sich selbst zur Marke machen. «A brand like a friend» liegt sehr im Trend. Da gibts eigentlich nur noch ein Problem: Wie wird man eine Marke?
Markant sein oder nicht sein
Mal sehen: Roger Federer ist eine. Er steht für sympathisches Grosssein ohne Allüren. Um das zu erreichen, spielt er Tennis und hat Zwillinge gezeugt. Oder Arnold Schwarzenegger. Der Muskel-Ösi hat sich nicht einmal für die peinlichsten Filme geschämt. Er glaubt einfach fest an sich und liess sich von der richtigen Frau heiraten, was in der Tat ein Verdienst ist. Auch Steve Jobs ist ein Brand. Er hält ein neues Gerät in die Höhe und alle kaufen es. Da macht es nicht einmal etwas aus, dass der Apple-Guru nicht sonderlich sympathisch ist. Nicolas Hayek senior war eine Marke. Zwei Uhren an jedem Handgelenk und das Herz stets auf der Zunge war er geachtet und geliebt. Das muss man in der Schweiz erst mal hinkriegen. Und auch Gordon Gekko ist eine Marke, wenn auch eine fiktive. Dem Broker, dem Michael Douglas sein charismatisches Gesicht geliehen hat, neidet man seine knallharte Geldgier eher, als dass man sie ihm verübelt: «If you need a friend buy a dog!» Ja, stimmt eigentlich.
Federer und Schwarzenegger, Jobs, Hayek und Gekko könnten unterschiedlicher nicht sein. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie sind authentisch und bleiben immer sich selbst. «Du bist mir vielleicht ne Marke», sagte meine Mutter früher oft zu mir. Sie meinte damit: «Du bist ein unglaubliches Grossmaul aber ich habe Dich lieb.» Ich war gern eine «Marke». Menschliche Marken müssen nicht einmal unbedingt Supererfinder wie ¬Steve Jobs oder erfolgreiche Saubermannfamilienväter und Schwiegermutterträumchen wie Roger Federer sein. Sie dürfen auch menschliche Makel haben, so wie Haudrauf-Schwarzenegger, Polter-Hayek oder Gier-Gekko. Wer ein Brand sein will, muss einfach authentisch sein.
Ich bin auch ein Lehrbuch
Nur haben Sie sich schon einmal vorgenommen, authentisch zu sein? Mit dem Vorsatz ist die Wirkung bereits dahin. Das bekommt der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, besser bekannt als Ministerpräsident Erdogan, derzeit bitterlich zu spüren. Er will unbedingt ein Brand sein. Deshalb versucht seine Anwältin, beim türkischen Patentamt die Initialen RTE schützen zu lassen. Erdogan will sein RTE auf Medien, Geräte oder Lehrmaterial prägen, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Tolle Idee. Wie wäre es ausserdem mit «RTE Türkischem Honig»? Dann hätte wenigstens ich Erdogan zum Fressen gern.
Weil es überaus angenehm und unkompliziert erscheint, ein Brand zu sein, haben Kleinmanager und Provinzpolitiker seit kurzem ein neues Hobby: sich selbst zur Marke machen. «A brand like a friend» liegt sehr im Trend. Da gibts eigentlich nur noch ein Problem: Wie wird man eine Marke?
Markant sein oder nicht sein
Mal sehen: Roger Federer ist eine. Er steht für sympathisches Grosssein ohne Allüren. Um das zu erreichen, spielt er Tennis und hat Zwillinge gezeugt. Oder Arnold Schwarzenegger. Der Muskel-Ösi hat sich nicht einmal für die peinlichsten Filme geschämt. Er glaubt einfach fest an sich und liess sich von der richtigen Frau heiraten, was in der Tat ein Verdienst ist. Auch Steve Jobs ist ein Brand. Er hält ein neues Gerät in die Höhe und alle kaufen es. Da macht es nicht einmal etwas aus, dass der Apple-Guru nicht sonderlich sympathisch ist. Nicolas Hayek senior war eine Marke. Zwei Uhren an jedem Handgelenk und das Herz stets auf der Zunge war er geachtet und geliebt. Das muss man in der Schweiz erst mal hinkriegen. Und auch Gordon Gekko ist eine Marke, wenn auch eine fiktive. Dem Broker, dem Michael Douglas sein charismatisches Gesicht geliehen hat, neidet man seine knallharte Geldgier eher, als dass man sie ihm verübelt: «If you need a friend buy a dog!» Ja, stimmt eigentlich.
Federer und Schwarzenegger, Jobs, Hayek und Gekko könnten unterschiedlicher nicht sein. Eines aber haben sie gemeinsam: Sie sind authentisch und bleiben immer sich selbst. «Du bist mir vielleicht ne Marke», sagte meine Mutter früher oft zu mir. Sie meinte damit: «Du bist ein unglaubliches Grossmaul aber ich habe Dich lieb.» Ich war gern eine «Marke». Menschliche Marken müssen nicht einmal unbedingt Supererfinder wie ¬Steve Jobs oder erfolgreiche Saubermannfamilienväter und Schwiegermutterträumchen wie Roger Federer sein. Sie dürfen auch menschliche Makel haben, so wie Haudrauf-Schwarzenegger, Polter-Hayek oder Gier-Gekko. Wer ein Brand sein will, muss einfach authentisch sein.
Ich bin auch ein Lehrbuch
Nur haben Sie sich schon einmal vorgenommen, authentisch zu sein? Mit dem Vorsatz ist die Wirkung bereits dahin. Das bekommt der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, besser bekannt als Ministerpräsident Erdogan, derzeit bitterlich zu spüren. Er will unbedingt ein Brand sein. Deshalb versucht seine Anwältin, beim türkischen Patentamt die Initialen RTE schützen zu lassen. Erdogan will sein RTE auf Medien, Geräte oder Lehrmaterial prägen, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Tolle Idee. Wie wäre es ausserdem mit «RTE Türkischem Honig»? Dann hätte wenigstens ich Erdogan zum Fressen gern.
