Die Swisscom trifft nicht mein Herz, sondern empfindlich meinen Nerv

Ich hatte mit der Swisscom ausser meinen Reklamationen (mehr dazu später) kein eigentliches Imageproblem. Für mich muss die Swisscom auch gar kein besonderes Image haben. Sie soll einfach funktionieren und mir günstige Angebote bieten. Ich denke nicht daran, die Swisscom zu lieben. Wenn die aber weiterhin solche Kommunikationsänderungen vom Raketenmann zu dieser neuen Zuckerwattenherzwerbung macht, werde ich sie bald hassen.

Meine Theorie: Wir haben alle gelernt, dass Kontinuität eine der effizientesten Kommunikationsmassnahmen sein soll. Nur, unser Unternehmen Swisscom produziert seit Jahren einen Zickzack-Kurs, Logo-Änderungen, Agenturwechsel und Kommunikationsirrwege. Und jetzt diese banale Kampagne, die uns Konsumenten mit Emotionen begeistern soll? Wenn glückliche Menschen hüpfend ein Gummiherz (sieht ja eher aus wie ein Arsch) über saftige Wiesen, Seen und Berge transportieren, löst das mit Sicherheit keine Emotionen aus. Ich bin der Meinung, dass ausser den Machern keiner diese herzigen und für mich unemotionalen Mickey-Mouse- Geschichtchen, die gar keine sind, gut findet.

Mit der erlogenen Aussage, die Swisscom werde meinen Alltag verbessern, wird sie keine Imageoptimierung erreichen, weil schlicht und einfach nie mand diese Lovemarks-Philosophie glaubt. Irrsinnigerweise versuchen ja auch Sunrise und Orange für mein tägliches Wohlbefinden verantwortlich zu sein. Die Leser, die noch ohne Handy aufgewachsen sind, erinnern sich sicher noch, wie unglücklich unser handyloses Leben damals war. Dank den Telekommunikationsanbietern haben wir heute das Herzparadies auf Erden.

Die Swisscom könnte ihr Image verbessern, wenn sie einen kundenfreundlicheren und -effizienteren Service bieten würde. Auf die Anfrage, welche identische Datenmenge 10 mal innert 10 Minuten auf mein deaktiviertes iPhone (in den Ferien im Ausland) runtergeladen wurde, was ziemlich teuer ist, musste ich drei Wochen auf eine Antwort warten, die dann aber nur lautete, dass mir der Daten-Download korrekt verrechnet wurde. Für 500 Franken liess ich mein 8-jähriges Autotelefon aus- und wieder einbauen, weil die Swisscom mir die seit 2008 existierende Simkarte mit kleinerem Feld anstatt die alte geliefert hatte. Der Swisscom-Shop-Geschäftsführer behauptete, diese alte Simkarte gebe es nicht mehr, hat mir aber zwei Tage später eine ebensolche existierende zugeschickt. Chaos. Und dazu muss man sich jetzt noch vor oder nach den fliegenden roten Einerziegeln von SF1 über die Swisscom-Spots langweilen lassen. Eine reine Lebensqualitätsverschlechterung. Warum zum Beispiel zeigen sie nicht alte Laurel-&-Hardy- Sketches, gesponsert von Swisscom? Das wäre schon viel lustiger.

Mein Aufsteller dieser Woche war, dass Peter Marti meine Kolumnen liest, mich jedoch belehrt, dass die zwei Cruz-Vögelchen noch nicht abgeschossen sind. Sorry Peter.

Theophil Butz, einst Starwerber (Zitat Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

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