Die «Offliner» kommen
GEGENKULTUR Am Dienstag 26.01.2016 trafen sich Interessierte im Park Hyatt für die diesjährige Veranstaltung der Werbeagentur Ogilvy. In der elften Runde ging es um die «Offliner» – die Gegenkultur der Digitalisierung.«Offliner» sind nicht wie angenommen Leute, die sich der Digitalisierung verweigern, sondern Menschen, die aus verschiedensten Bewegründen der exponentiell steigenden Digitalisierung skeptisch gegenüberstehen.«Je weiter das Internet in unseren Alltag vorstösst, desto mehr Widerstand regt sich», führt Dr. Joël Luc Cachelin in seinem Referat aus. Er teilt die «Offliner» in sechzehn Gruppen ein. Beispielsweise den «Selbstverwalter», der sich wehrt gegen die Zentralisierung des Internets bei den Tech-Konzernen wie Google, Facebook, Apple oder Amazon. Das Internet soll dezentraler werden. Ein klassisches Beispiel eines «Offliners» ist der «Datenschützer», dieser hinterfragt die Datensammelwut, das Langzeitspeichern und generell alle, die auf Daten zugreifen können.Der Referent Dr. Joël Luc Cachelin und die Geschäftsführerin von Ogilvy & Mather Gaby ZimmerlinDatenschutz hat seinen PreisDie Bewegung der «Offliner» ist noch sehr jung und wie sie sich entwickeln wird, ist ungewiss. Doch bereits jetzt gibt es immer mehr spezifische Angebote für sie. In den USA gibt es sogenannte «Digital Detox»-Camps, in denen Teilnehmer freiwillig für zwei Wochen alle ihre elektronischen Gadgets abgeben. Für Personen, denen der Datenschutz und auch die Datenhoheit wichtig sind, gibt es das «Blackphone», dieses verschlüsselt Emails, Telefongespräche, SMS und Besuche auf Internetseiten.Eine Zukunftsperspektive sieht gemäss Cachelin so aus, dass nur eine vermögende Minderheit es sich leisten kann, seine Daten zu schützen. Da die Produkte und Dienstleistungen, die effektiv noch von Menschen erbracht werden, einen dementsprechend hohen Preis haben werden.Fun Fact zum Schluss: Bereits im Sommer 2011 warb Schweiz Tourismus mit einer online Kampagne für die Schweiz als «Offline»-Destination. Facebook stoppte die Kampagne.
Autor: Dominic Karrer
