Die BaZ bleibt einziger Rappenspalter

Verlage Kulturtipps will sich die BaZ in Zukunft bezahlen lassen. Eine Praxis, die wohl kaum Nachahmer finden wird.

Verlage Kulturtipps will sich die BaZ in Zukunft bezahlen lassen. Eine Praxis, die wohl kaum Nachahmer finden wird.Mit der Begründung, Kulturhinweise seien keine redaktionellen Beiträge, sondern kostenpflichtige Einträge, will die Basler Zeitung (BaZ) ab November für solche Tipps zwischen 5 und 20 Franken verlangen. Die Basler Kulturszene boykottiert deshalb die BaZ. Verhandlungen sind im Gang. Doch wie gehen andere Zeitungen mit dem BaZ-Vorstoss um?«Die tabellarischen Ausgehtipps in unserer Agenda sind und bleiben gratis. Wir bringen so viele Hinweise wie möglich, über Auswahl und Länge entscheidet aber die Redaktion. Damit bieten wir unseren Lesern eine Übersicht, was in unserem Einzugsgebiet kulturell läuft.» So umreisst Markus Gisler, Chefredaktor der Aargauer Zeitung, die Philosophie im Rüebliland.
Ähnlich klingt es beim St. Galler Tagblatt (SGT). «Gebühren für dieses Kundenbindungsinstrument sind nicht geplant», sagt Verlagsleiter Daniel Ehrat und führt dafür langfristige Überlegungen an: «Unser Ziel ist es, das SGT zu dem Informationslieferanten zu machen, den man beizieht, sobald zu unserer Region ein Informationsbedürfnis besteht.»
Auch in Zürich will man aus den Kulturtipps keine Rubrikeninserate machen. «Kurzeinträge im ZüriTipp oder auf der Bellevue-Seite des Tages-Anzeigers sind gratis, eine Gebühr steht derzeit nicht zur Diskussion», sagt Eta Pavlovic von Tamedia. NZZ-Verlagsleiter Tobias Trevisan betont: «Bei der NZZ erfolgt die Auswahl der Tipps nach publizistischen Kriterien.» Bei den Börsenkursen sei dies genau gleich. «Sie sind ebenfalls gratis und die Redaktion ist frei, kaum gehandelte Titel wegzulassen.»
Als Leserservice betrachtet Marco Boselli, 20-Minuten-Chefredaktor, den Gratiseintrag in der Ausgeh-Agenda What’s up. Man werde die Agenda sogar noch ausbauen. Mit dem Streit in Basel habe dies nichts zu tun. 20 Minuten Basel sei für die Basler Kulturszene denn auch keine Ersatzplattform. «Für unser junges Zielpublikum fokussieren wir auf Partys und Events.»
Markus Knöpfli

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