Die «Alten» zappen anderswo

IP Multimedia (Schweiz) tritt Vorurteilen zur Mediennutzung der Jugend entgegen

IP Multimedia (Schweiz) tritt Vorurteilen zur Mediennutzung der Jugend entgegenWie nutzen Jugendliche dien neuen Medien? Wie wirkt sich deren Verhalten auf die «alten» Medien aus? Geht den klassischen Medien jene Nutzungszeit ab, welche die neuen Angebote auf sich vereinigen? In der April-Ausgabe ihres Newsletters OnAir widerspricht IPM (Schweiz) einigen Vorurteilen zum Medienverhalten von Jugendlichen und «Alten». Einerseits buhlen immer mehr Medien um die Aufmerksamkeit des Publikums. Andererseits nimmt aber das gesamte Zeitbudget für die Mediennutzung kaum mehr zu. Angesichts dieser Tatsache müsste man erwarten, dass die häufigere Nutzung des einen Mediums die Nutzungszeit anderer Medien reduziert. Um dies herauszufinden, rechnete IPM Korrelationen zwischen den verschiedenen Medien durch. Der Befund: Kein Medium vermöge die Nutzungszeit anderer Medien systematisch zu reduzieren.
Als Beispiel führt IPM die Nutzung von Internet und Fernsehen an. Obwohl die Onlinepräsenz der Jugendlichen in den letzten Jahren massiv zugenommen habe, sei bei der TV-Nutzung kein Rückgang feststellbar. Genauso wenig hätten Printmedien Abstriche hinnehmen müssen. Bis heute jedenfalls nicht. Dies könnte sich aber laut IPM ändern. Sie vermutet, dass Zeitschriften die ersten Opfer der digitalen Revolution werden könnten. Der Grund: Bei beiden Mediengattungen stünden vergleichbare Kernkompetenzen wie Reisen, Musik, Erotik oder Gesundheit im Vordergrund.
Ein anderes Vorurteil, das IPM zu widerlegen versucht, betrifft das Zappingverhalten. Sind Jugendliche tatsächlich die fleissigsten Zapper, wie die mittlerweile über zehn Jahre alte These behauptet? Die Feststellung von IPM: Beim Zappingverhalten sind heute grundsätzlich keine altersbedingten Unterschiede mehr feststellbar. Divergenzen gebe es lediglich, wo gezappt wird. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern sind es die jüngeren Altersgruppen, die signifikant häufiger zappen, während die ältere Generation bei den Privatsendern den Finger viel häufiger auf dem Drücker hat (siehe Grafik).
Ein erfreuliches Ergebnis liefert die IPM-Studie zur Printmediennutzung. Während 1995 nur rund ein Viertel der Jugendlichen mehrmals pro Woche eine Zeitung las, waren es 2001 schon knapp drei Viertel der Befragten. Eine Entwicklung, die vor allem auf den Markteintritt der Pendlerzeitungen zurückzuführen sein dürfte. Daniel Schifferle

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