Das angesagteste Modelabel der Welt zieht von Paris nach Zürich
Wie die Sonntagszeitung berichtet, hat die französische Marke Vetements den Hauptsitz und das Designbüro in die Schweiz verlegt. Die Gründe sind nicht nur steuerlicher-, sondern auch kreativer Art.

Ein Coup – die Limmatstadt jage Paris damit das derzeit hipste Modelabel ab, schreibt die Sonntagszeitung. Vetements ist zwar erst drei Jahre alt, aber in der kurzen Zeit offenbar zum In-Label geworden, welches die Pariser Modeszene wie kein Zweites aufmischt. Fans stünden kilometerlang Schlange, um die Mode zu kaufen.
Der 31-Jährige Gründer Guram Gvasalia hat seinen Wohnsitz bereits im vergangenen Jahr in die Schweiz verlegt, nun zieht er sein begehrtes Unternehmen nach. Am ehemaligen Standort der liquidierten Modefirma Bernie’s Fashion im Zürcher Binzquartier hat Vetements in der vergangenen Woche den Betrieb aufgenommen. Bis September sollen alle der 40 Mitarbeitenden aus Paris und Düsseldorf nach Zürich umgezogen sein.
«Paris tötet die Kreativität»
Als Gründe für den Umzug nennt Gvasalia gegenüber der Sonntagszeitung verschiedene Punkte. Die französische Bürokratie lähme das Geschäft – beispielsweise dauere es bis zu neun Monaten, um einen neuen Mitarbeiter ins Land zu bringen. Günstiger Raum sei knapp, was das Wachstum zusätzlich behindere. Natürlich sind die Gründe auch rein finanzieller Natur: In Zürich bezahlt Gvasalia zwar doppelt so viel Lohn, dafür weit weniger Steuern.
Der wichtigste Grund sei aber die kreative Atmosphäre in Zürich, die in Paris nach Ansicht von Gvasalia auf der Strecke bleibt: «Paris tötet die Kreativität. Das Umfeld mit seinem Blingbling ist zerstörerisch. Ich habe die Angeberei der Modestars und den ganzen vordergründigen Glamour satt.» Demgegenüber sei die Schweiz «jungfräulich». Und ideal gelegen, um die ganze Welt zu bereisen.
Das klingt eigentlich wie ein einziger Werbespot für den Standort Zürich. Und es soll noch besser kommen. Sein Ziel sei, Zürich auf die Weltkarte als Fashion-City zu setzen, sagt Guram Gvasalia. Sein Traum sei, dass man die Schweiz künftig mit Mode verbinde. (SoZ/hae)
