Ringier Geschäftsjahr 2025: Rekord-Marge und SMG-Börsengang
Die Ringier-Gruppe schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einer Rekord-EBITDA-Marge von 15.8 Prozent ab und vollzieht mit dem Börsengang der Swiss Marketplace Group den bedeutendsten strategischen Schritt seit Jahren.

Ringier Geschäftsjahr 2025: Rekordmarge trotz herausforderndem Umfeld
Das Ringier Geschäftsjahr 2025 bringt der Unternehmensgruppe das zweitbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre: Das EBITDA stieg auf CHF 120.3 Mio., was einem Plus von 1.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die EBITDA-Marge erreichte mit 15.8 Prozent einen neuen Höchststand in der Geschichte des Unternehmens – nach 14.8 Prozent im Jahr 2024. Bereits 83 Prozent des operativen Gewinns stammen nach eigenen Angaben aus dem Digitalgeschäft, was ebenfalls einen Höchstwert darstellt.
Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2025 bei CHF 762.4 Mio., gegenüber CHF 800.6 Mio. im Vorjahr. Dieser Rückgang sei laut Mitteilung zum allergrössten Teil auf die planmässige Schliessung des Druckereibetriebs der Swissprinters per Ende 2024 zurückzuführen.
SMG-Börsengang als strategischer Meilenstein
Das prägende Einzelereignis des Jahres war der Börsengang der Swiss Marketplace Group Holding (SMG) im September 2025 – nach eigenen Angaben zum damaligen Zeitpunkt der grösste IPO in Europa in diesem Jahr. Der Einmaleffekt aus dem Verkauf von zehn Prozent der SMG-Aktien ist definitionsgemäss nicht im operativen Gewinn (EBITDA) enthalten, stärkt aber die Kapitalbasis der Gruppe. Ringier ist weiterhin mit rund 20 Prozent an der SMG beteiligt.
CEO Marc Walder kommentiert das abgelaufene Jahr wie folgt: «Im Jahr 2025 hat die Ringier-Gruppe ihre Transformation zu einem technologiegetriebenen Medien- und Marktplatzunternehmen mit Nachdruck fortgesetzt. Als Unternehmen, das Transformation seit jeher als Teil seiner DNA begreift, stehen wir mit KI am Anfang des vierten Kapitels unserer beinahe 200-jährigen Geschichte. 2025 haben wir den Schritt von der Exploration zur Integration vollzogen.»
KI und Technologie direkt in die Geschäftseinheiten integriert
Ringier hat seinen langfristig vorbereiteten Strukturumbau abgeschlossen: Technologie, Daten und Künstliche Intelligenz sind nicht mehr als Stabsfunktionen organisiert, sondern fest in die drei Geschäftsbereiche Media, Sports Media und Digital Marketplaces eingebettet. Technologiepartner wie Palantir sollen dabei die Infrastruktur liefern, um eine exzellente Datenbasis aufzubauen, Komplexität zu reduzieren und Relevanz in grossem Massstab zu schaffen. Das Unternehmen ist heute in 19 Ländern tätig.
Entwicklung der Geschäftsbereiche im Ringier Geschäftsjahr 2025
Im Bereich Media sticht Ringier Serbia mit der 14 Jahre anhaltenden Marktführerschaft von Blic.rs hervor – 168 Monate in Folge. Das Ringier Axel Springer Joint Venture in Polen festigte seine Marktführerposition durch die Einführung von «Onet Czat z AI» in Partnerschaft mit OpenAI und erzielte Rekordreichweiten als vertrauenswürdigste Newsplattform des Landes. In der Slowakei meldete Aktuality.sk erstmals digitale Abo-Umsätze von einer Million Euro. Das automatisierte Azet Magazin verzeichnete einen unmittelbaren Reichweitensprung von 700’000 Nutzerinnen und Nutzern. Die afrikanische Pulse-Gruppe erreichte nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Die Portfolioschärfung im Media-Bereich wurde durch den Verkauf der ungarischen Mediensparte vorangetrieben.
Die Ringier Sports Media Group (RSMG) baute ihr internationales Geschäft weiter aus. In Portugal führte A Bola zum 80. Jubiläum einen KI-gestützten Newsroom ein. In Bulgarien agiert Sportal.bg als offizieller Euroleague-Basketball-Partner. In Rumänien wurde GSP durch eine Rechte-Partnerschaft zur ersten Anlaufstelle für Video-Highlights der nationalen Fussball-Superliga. In der Schweiz gründete RSMG gemeinsam mit dem Olympia-Verlag das Joint Venture RSMG kicker Schweiz.
Die Jobplattformen in der Schweiz, Österreich, Ungarn, Rumänien und den baltischen Staaten spürten laut Mitteilung die Stagnation des Arbeitsmarkts. Die Immobilienplattformen entwickelten sich dagegen stabil.
Ringier Medien Schweiz mit starker Reichweite
Ringier Medien Schweiz (RMS) erreicht täglich 1.4 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und erzielt 11.4 Millionen Pageviews pro Tag. Zum Portfolio zählen 20 der reichweitenstärksten Magazin- und Zeitschriftentitel der Schweiz, darunter Blick, Bilanz, Schweizer Illustrierte, LandLiebe und GlücksPost. Die Printmedien erreichen täglich 2.8 Millionen Leserinnen und Leser. Digital zählt RMS rund 40’000 Abonnenten, davon mehr als 30’000 bei Blick+. Blick ist nach eigenen Angaben die Nummer eins unter den Schweizer Newsmarken auf allen gängigen Social-Media-Plattformen.
Technisch wurde das neue «ring»-CMS ausgerollt; in Partnerschaft mit Google laufen Pilotprojekte wie «Frag Blick» und der Beobachter-Rechts-Chatbot. Mehr als 13’000 Screens via Livesystems erweitern die Sichtbarkeit der RMS-Medienmarken. Der TV-Vermarktungsvertrag zwischen SRG und Admeira wurde bis 2028 verlängert.
Das Joint Venture Ticketcorner von Ringier und CTS Eventim verkaufte 2025 insgesamt 12.7 Millionen Tickets für fast 21’000 Veranstaltungen – ein neuer Allzeitrekord, trotz eines Rückgangs der Festivalbesucherinnen und -besucher um 4.2 Prozent. JobCloud, das Ringier gemeinsam mit der TX Group betreibt, blieb als Nummer eins unter den Jobportalen mit 5.5 Millionen eingereichten Bewerbungen und 750’000 neu registrierten Profilen.
Kunst als Haltung: Slavs and Tatars gestalten den Jahresbericht
Seit 1997 wird der Ringier-Jahresbericht von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet, deren Werke Teil der Ringier-Sammlung sind. Den Jahresbericht 2025 verantwortete das Künstlerduo Slavs and Tatars. Ihr Projekt «Simurgh Self-Help» ersetzt den Adler – Symbol für Macht und Autorität – durch den Simurgh, einen mythischen Vogel aus dem turko-persischen Kulturraum: transnational, mehrdeutig, gender-fluid.
Michael Ringier, Verleger und Verwaltungsratspräsident, kommentiert: «Slavs and Tatars sind Seelenverwandte der Journalisten: Sie arbeiten mit Sprache, recherchieren interkulturell und suchen das Verbindende, während das Internet vor allem das Trennende fördert. Wir müssen unser Handwerk nicht vergessen: Fakten statt Meinung, Recherche statt Vorurteile.»
Der Ringier-Jahresbericht 2025 ist in Deutsch, Englisch und Französisch auf www.ringier.com verfügbar.
