Blaue Augen gegen rote Zahlen

Mit einer Brandingkampagne stärkt Hesskiss Tele Züris Lokalkompetenz

Mit einer Brandingkampagne stärkt Hesskiss Tele Züris LokalkompetenzEin langes Jahr herrschte beim Zürcher Lokal-TV-Sender Funkstille in Sachen Eigenwerbung. Doch jetzt macht Tamedia für Tele Züri den Werbefranken locker und leistet sich für 300000 Franken eine neue Brandingkampagne. Tele Züri soll sich wieder als Themenlieferant profilieren und damit auch selbst zum Gesprächsthema werden – bei Zuschauern, vor allem aber auch bei Werbern. Und das möglichst positiv.Obwohl sich laut dem Leiter Verkauf und Marketing, Tarkan Özküp, Quote wie Reichweite kontinuierlich verbessert haben – «die Zuschauerrekorde werden ständig gebrochen, und die Einnahmen sind im zweiten Semester um 30 Prozent gestiegen» –, sind die Zeiten alles andere als rosig. Nicht entsprechend der Beliebtheit haben sich die Werbeeinnahmen entwickelt, sondern ausgesprochen zyklisch. Mit Blick auf den eigenen Börsenkurs behält Tamedia aber die Geschäftszahlen von Tele Züri lieber für sich. Aus dem Marschplan, wonach der Sender «bis 2005 ein ausgeglichenes Ergebnis» erreichen will, zeichnet sich allerdings ein deutliches Bild: Wie alle anderen Schweizer Lokal- und Regionalsender sitzt auch Tele Züri noch tief in roten Zahlen fest.
Nicht rote, sondern blaue Augen sollen nun nebst der Sparschere mithelfen, die Bilanz ins Lot und die Awareness auf neue Rekordwerte zu bringen. Nach Testimonials kommt nun dem Sinnesorgan die tragende Rolle zu.
In Hesskiss’ Kampagne verdeutlichen übergrosse Augen – Tele Züris Kameraobjektive – den Zugang zur Seele der Limmatstadt. «Damit sagt Tele Züri, dass seine Journalisten im Grossraum Zürich überall präsent sind und auch mehr sehen», sagt Texter Tamás Kiss. Die Headline «Mir gsehnd meh» unterstreicht diesen Anspruch.
Um Wirkung zu erzielen, sei ein «sehr guter» Aushang vorgesehen. Ob dieser so kapillar sein wird, dass die Botschaft in eine «Big-Brother»-Stimmung kippt, ist ebenso offen wie die Fortsetzung der von Christian Stärkle abgesegneten Kampagne. Nach der neuen strategischen Ausrichtung will der Sender im kommenden Jahr verstärkt auf B-to-B setzen. «Wir werden über Medienpartnerschaften unsere Präsenz unvermindert hoch halten», erklärt Özküp. Luca Aloisi
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