«Es gibt Wichtigeres als die Kommunikationsbranche»
Petra Dreyfus, die neue «Werberin des Jahres», im Interview.

Werbewoche: Herzliche Gratulation zum Titel «Werberin des Jahres». Was bedeutet Ihnen diese Anerkennung von Jury und Leserschaft persönlich?
Petra Dreyfus: Vielen Dank! Ich fühle mich geehrt. Der Titel ist eine grosse Anerkennung der Arbeit von Wirz.
Haben Sie bei Bekanntgabe der Nomination damit gerechnet, dass der Titel auch 2019 an die Wirz-Geschäftsführung geht – oder sahen Sie den Vorjahressieg von Livio Dainese eher als Nachteil an?
Nein, ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass wir den Titel gleich zweimal hintereinander gewinnen könnten.
Wieso hätten die anderen beiden Nominierten den Titel auch verdient?
Beide sind hervorragende Kommunikationsprofis und führen entsprechend erfolgreich ihre Agenturen.
Wie feiern Sie den Titel?
Mit meiner Familie. Und natürlich mit der Agentur.
Was kann Ihr Co-CEO Livio Dainese – abgesehen vom kreativen Denken – besser als Sie?
Velofahren.
Welches Talent hätten Sie gerne?
Ich spiele gerne Tennis, da wäre manchmal etwas Ballgefühl schon noch praktisch.
Welches sind Ihre grössten Laster?
Gummibärchen und Schoggi.
Worauf sind Sie am meisten stolz?
Auf meine beiden Söhne.
Was bringt Sie aus der Fassung?
Ungerechtigkeit.
In den über 40 Jahren, in denen der Titel schon vergeben wird, sind Sie erst die achte Frau, die gewinnt. Denken Sie, dass es in Zukunft mehr «Werberinnen des Jahres» geben wird?
Davon bin ich überzeugt. Bei Wirz stehen schon einige Kandidatinnen in den Startlöchern.
Da Gender-Themen aktueller denn je sind, wurden Sie als erfolgreiche Branchenvertreterin vermutlich nicht das letzte Mal dazu befragt. Nervt das Thema auch irgendwann?
Solange es nicht das einzige Thema ist, zu dem ich befragt werde, geht das völlig in Ordnung. Natürlich wäre es aber mindestens so wichtig, dazu auch die Männer zu befragen.
Hat die Öffentlichkeit ein veraltetes oder falsches Bild dieser Branche?
Hat die Öffentlichkeit ein Bild von uns? Ich glaube, wir dürfen uns nicht überschätzen. Es gibt Wichtigeres als die Kommunikationsbranche.
Welches Fazit möchten Sie am Ende Ihres Amtsjahres im April 2020 ziehen können?
Wir haben einen Mangel an Nachwuchskräften. Wenn ich während diesem Jahr das eine oder andere Talent mehr dazu bewegen kann, sich für unsere Branche zu entscheiden, dann wäre das ein Erfolg.
