Aus tausend Titeln nur das Beste
«Surprise me» sucht nach den neusten Trends im Zeitschriftendesign
«Surprise me» sucht nach den neusten Trends im ZeitschriftendesignZeitschriftengestaltung ist eine der schönsten und zugleich komplexesten Herausforderungen im Grafikdesign. Man kann darin für andere Gestaltungsaufgaben lernen. Vor allem in Szenezeitschriften für spitz positionierte Zielgruppen wie etwa die Musikszene entdecken neugierige Fachleute immer wieder «latest trends». Wie bei der Mode von den Laufstegen gelangen von Szenezeitschriften inspirierte Gestaltungsansätze früher oder später in die Publikumszeitschriften, wenn auch meist in abgemildeter Form.Zu den Grundideen dieser Entwicklung will das Sachbuch «Surprise me» zurück. Der Münchner Designexperte Horst Moser hat dazu in seinem internationalen Zeitschriftenarchiv geforscht. Beim Stöbern im eigenen, überreichen Fundus (siehe Kasten) sind ihm über 1500 herausragende Leistungen aus dem Bereich Grafikdesign in die Hände gefallen. Diese werden nun im 288 Seiten dicken Bildband aus dem Verlag Hermann Schmidt untersucht.
Während sich die meisten Bücher über Zeitschriftengestaltung darauf beschränken, gelungene Beispiele aneinander zu reihen, kommentiert Horst Moser alle Aufgaben eines Zeitschriftengestalters bei seiner
Arbeit. Der «Zeitschriften-Maniac», als den ihn der Verlag vorstellt, beleuchtet die Variantenvielfalt einzelner Gestaltungsaufgaben vom Cover bis zu den Innenseiten. Moser unterteilt diese nach Seitentypus wie
Produktseiten, Kolumnen oder Trennseiten sowie nach Themen wie Mode, Erotik, Sport, Computer, Kunst oder Reportage.
Die Qualitäten der Vorlagen sollen beim Betrachter eigene Kreativprozesse «im Spitzenniveau» in Gang setzen, hoffen die Herausgeber Karin und Bertram Schmidt-Friderichs. Bewusst bildet Moser zu jeder Gestaltungsfrage nicht nur extravagante, sondern auch für den Massenmarkt erprobte Beispiele ab.
Damit ist das neue Sachbuch durchaus geeignet, Denkanstösse für die gestalterische Arbeit mit Blick auf die verschiedensten Zielgruppen zu liefern. Denn «Surprise me» verfügt über einen reichen Schatz an Beispielen und Variationen. Andreas Panzeri
Horst Moser: «Surprise me», Editorial Design, 288 Seiten mit über 1500 Zeitschriftenbeispielen in Farbe, Verlag Hermann Schmidt Mainz, Fr. 145.–, ISBN 3-87439-612-6.
Ein Museum des «state of the art»Noch ist es lediglich ein Projekt, doch bereits warten rund eine Million gesammelter Zeitschriften auf eine feste Bleibe im Zeitschriftenmuseum von Horst Moser in München.
«Retrospektiv betrachtet sind Zeitschriften als Quelle der Kulturgeschichte unentbehrlich, denn sie verdichten den Zeitgeist sehr anschaulich», ist Moser überzeugt. Zeitschriften hätten buchstäblich die Welt verändert, denn Einsteins Relativitätstheorie, die Grundlage unseres Weltbildes, wurde zum Beispiel in ihrer Urfassung in einer Zeitschrift publiziert. Nicht zu vergessen sind auch Künstler und Autoren, die für Magazine gearbeitet haben, von Picasso über Warhol bis Tucholsky oder Hemingway.
Gegenüber dem Buch ist
die Gestaltung einer Zeitschrift flexibler und experimentierfreudiger. Fotografie, Illustration und Typografie wirken wie kaum irgendwo sehr eng zusammen. Das Anliegen nicht nur des Buches «Surprise me», sondern auch des Zeitschriftenmuseums in München ist es, den internationalen «state of the art» im Zeitschriftendesign zu dokumentieren. Das Archiv des Museums befindet sich noch in der Aufbauphase. Günstige Angebote zum Ankauf von Zeitschriften und Magazin sind willkommen. Mehr Infos und Anregungen können unter www.independent-mediendesign.de ausgetauscht werden. (pan)
Während sich die meisten Bücher über Zeitschriftengestaltung darauf beschränken, gelungene Beispiele aneinander zu reihen, kommentiert Horst Moser alle Aufgaben eines Zeitschriftengestalters bei seiner
Arbeit. Der «Zeitschriften-Maniac», als den ihn der Verlag vorstellt, beleuchtet die Variantenvielfalt einzelner Gestaltungsaufgaben vom Cover bis zu den Innenseiten. Moser unterteilt diese nach Seitentypus wie
Produktseiten, Kolumnen oder Trennseiten sowie nach Themen wie Mode, Erotik, Sport, Computer, Kunst oder Reportage.
Die Qualitäten der Vorlagen sollen beim Betrachter eigene Kreativprozesse «im Spitzenniveau» in Gang setzen, hoffen die Herausgeber Karin und Bertram Schmidt-Friderichs. Bewusst bildet Moser zu jeder Gestaltungsfrage nicht nur extravagante, sondern auch für den Massenmarkt erprobte Beispiele ab.
Damit ist das neue Sachbuch durchaus geeignet, Denkanstösse für die gestalterische Arbeit mit Blick auf die verschiedensten Zielgruppen zu liefern. Denn «Surprise me» verfügt über einen reichen Schatz an Beispielen und Variationen. Andreas Panzeri
Horst Moser: «Surprise me», Editorial Design, 288 Seiten mit über 1500 Zeitschriftenbeispielen in Farbe, Verlag Hermann Schmidt Mainz, Fr. 145.–, ISBN 3-87439-612-6.
Ein Museum des «state of the art»Noch ist es lediglich ein Projekt, doch bereits warten rund eine Million gesammelter Zeitschriften auf eine feste Bleibe im Zeitschriftenmuseum von Horst Moser in München.
«Retrospektiv betrachtet sind Zeitschriften als Quelle der Kulturgeschichte unentbehrlich, denn sie verdichten den Zeitgeist sehr anschaulich», ist Moser überzeugt. Zeitschriften hätten buchstäblich die Welt verändert, denn Einsteins Relativitätstheorie, die Grundlage unseres Weltbildes, wurde zum Beispiel in ihrer Urfassung in einer Zeitschrift publiziert. Nicht zu vergessen sind auch Künstler und Autoren, die für Magazine gearbeitet haben, von Picasso über Warhol bis Tucholsky oder Hemingway.
Gegenüber dem Buch ist
die Gestaltung einer Zeitschrift flexibler und experimentierfreudiger. Fotografie, Illustration und Typografie wirken wie kaum irgendwo sehr eng zusammen. Das Anliegen nicht nur des Buches «Surprise me», sondern auch des Zeitschriftenmuseums in München ist es, den internationalen «state of the art» im Zeitschriftendesign zu dokumentieren. Das Archiv des Museums befindet sich noch in der Aufbauphase. Günstige Angebote zum Ankauf von Zeitschriften und Magazin sind willkommen. Mehr Infos und Anregungen können unter www.independent-mediendesign.de ausgetauscht werden. (pan)
