Aus dem Blauen getroffen

Internet Jung von Matt/Limmat hat Bluewin eine aggressive Werbung für ein Gratis-Modem verpasst.

Internet Jung von Matt/Limmat hat Bluewin eine aggressive Werbung für ein Gratis-Modem verpasst.Tagtäglich werden Dinge gratis oder günstiger angeboten. Hier ein paar Prozente, da etwas geschenkt – das stumpft ab. Jung von Matt/Limmat hat deshalb ein Konzept entwickelt, das mit der Aktionsbotschaft für einmal humorvoll statt marktschreierisch umgeht. Unter dem Kampagnen-Motto «Bluewin wirft Ihnen das Modem nach» zeigt die Werbeagentur, was passiert, wenn man diese Redewendung wörtlich nimmt. Seit dem 1. September wirbt Bluewin mit dieser Aktionskampagne: Jeder Neuabonnent erhält ein Modem gratis «nachgeworfen». Auf Anzeigen, Plakaten und natürlich im Internet sind Sujets zu sehen, in denen ein potenzieller Bluewin-Kunde von dieser Werbeidee buchstäblich erschlagen worden ist. Eine Frau und zwei Männer liegen regungslos in der Gosse, auf einem Holzsteg oder im Rasen.
Erschlagende Werbung
Der Betrachter kann dabei hoffnungsvoll mitfiebern, dass die drei Erschlagenen beim Wiederfinden ihrer geistigen Fähigkeiten das vor ihnen liegende Modem als Werbegeschenk von Bluewin zu erkennen vermögen und dem Spender nicht gram sind. Aber einem nachgeworfenen Modem gehts etwa gleich wie dem geschenkten Gaul: Man schaut ihm bekanntlich nicht ins Maul. Wenn die Sonne dann wieder aufgegangen und das Kopfweh ganz abgeklungen ist, darf angenommen werden, dass die Beschenkten nicht mehr alles orange sehen und in der heimischen Stube das Bluewin-Modem, wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte, installieren können.
Beat Schlatter als Modem-Werfer
Die unkonventionell auffallende Idee mit dem nachgeworfenen Kundennutzen ist auch in einer direkten Umsetzung in Radiospots zu
hören. Beat Schlatter, bekannt als «Katzendieb» und erfolgloser «Komiker», ist der geeignete Mann für einen neuen Job als Modem-Werfer. Zusammen mit Reto von Gunten bewirft er neben zwei unschuldigen Passanten auch einen Drehorgelmann und einen Stadtpräsidenten. Dem soll gemäss Text der Schlag auf den Kopf mit dem Gratis-Modem willkommen sein, denn der Politiker hat soeben ein neues Sparprogramm angekündigt. Beat Schlatter allerdings bekommt mit dieser Art Werbung zum Schluss seine Probleme. Im letzten der insgesamt fünf Radiospots muss der Spassvogel aber aufgeben, weil er sich einen «Wurfarm» eingefangen hat. Die in ihrer derb-direkten Art unüberhörbaren Werbespots sind von Jingle Jungle realisiert worden. Die Creative Direction für die kopflastige Werbung mit erschlagender Wirkung liegt bei Tom Seinige und Alexander Jaggy.
Humorvoll: Jung von Matt/Limmat lässt potenziellen Bluewin-Kunden Gratis-Modems nachwerfen – mit erschlagender Wirkung.
Andreas Panzeri

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