Apple-Baum wächst und gedeiht
Hardware Apple baut Produktportfolio weiter aus und senkt Preise.
Hardware Apple baut Produktportfolio weiter aus und senkt Preise.Gespannt warteten am 11. Januar die Publishing-/Kreativ- und die seit iPod & Co. gewachsene Fan-gemeinde auf die Keynote von Apple-CEO Steve Jobs an der Macworld San Francisco (MWSF). Klagen seitens Apple gegen die Verbreiter von – wie sich im Nachhinein herausstellte – «wahren Gerüchten» sorgten im Vorfeld für mediales Aufsehen. Das nervöse Agieren hatte seinen Grund: Gleich ein ganzer Strauss neue Hardware- und Softwareprodukte wurde an der MWSF vorgestellt. Hardware wird zum LifestyleMit dem neuen Mac mini hat Apple einen kostengünstigen Rechner angekündigt, der seit Ende Januar bestellt werden kann. Der quadratische Winzling mit 16,5 cm Seitenlänge und einer Höhe von nur 5 cm ist der erste ohne Monitor lieferbare Mac für den Consumermarkt – und er ist zudem der kompakteste und billigste Rechner, den Apple je angeboten hat. Der Mac mini im schicken Alugehäuse soll nun diesen Markt stärker erobern, zielt aber auch auf die Windows-Anwender, die erstmals für wenig Geld und mit ihrer bestehenden Peripherie (Monitor, Keyboard etc.) in den Genuss von Apples Betriebssystem Mac OS X kommen können. Unterstrichen wird diese Stossrichtung mit der mitgelieferten Software-Suite iLife ’05 zur Erstellung und Verwaltung von digitalen Inhalten (Fotos, Filme, DVDs und Musik).
Doch während Preis und Leistungsdaten auf den ersten Blick stimmen, tut sich bei der Ausstattung ein kleiner Graben auf. So sind die Minis etwas schwachbrüstig ausgerüstet. Nur 256 MB RAM bei beiden und eine 40 GB bzw. 80 GB fassende Festplatte beim grösseren Modell sind recht dürftig und trüben den ersten Gesamteindruck. Ordentlich ausgestattet (1 GB RAM, 80 GB Harddisk, Bluetooth und Wire-less-Karte), kostet das kleinste Modell schnell über 1300 Franken – ohne Monitor, Tastatur und Maus wohlverstanden. Auch die kleine Grösse relativiert sich, weil das Netzteil ausgelagert wurde und unter dem Tisch verschwinden muss.
Für die grafische und Werbebranche also ungeeignet? Nicht unbedingt. Schliesslich ist ein 1,25 bzw. 1,42 GHz schneller G4-Rechner für 699 bzw. 829 Franken samt iLife doch ein echtes Schnäppchen und könnte sich für manchen Klein(st)betrieb als ideale Einstiegsmaschine entpuppen. Aufrüsten und erweitern kann man den Mini ja später noch. Auch für Redaktions-, Texterfassungs- und Arbeitsplätze mit ähnlichen Anforderungen reicht der Mac mini allemal. Profis bzw. Power-User hingegen werden sich nach wie vor den PowerMacs zuwenden. Diese Rechner wurden, wie viele andere Apple-Produkte auch, kurz vor der MWSF deutlich im Preis reduziert.
Mit dem neuen, auf einem Flash-Speicher basierenden und damit ohne Harddisk auskommenden Musikplayer iPod shuffle hat Apple auch die Wünsche von Fans der modischen iPod-Musikplayer gestillt. Verglichen mit den Modellen für 139 (512 MB) oder 199 Franken (1 GB), ist der iPod shuffle deutlich günstiger und spielt via Software iTunes übertragene Musikstücke in linearer oder in zufälliger Reihenfolge ab – und verzichtet dadurch auf ein Display. Der iPod shuffle kann ebenso wie seine grossen Brüder als Datenträger fungieren. Dazu lassen sich zwei in der Grösse wählbare Bereiche für Musik und Daten definieren.
Neue, überarbeitete SoftwareMit iWork ’05 stellte Apple zudem ein neues Software-Bundle vor, das die rundum erneuerte Präsentationssoftware Keynote sowie das neue Textverarbeitungsprogramm Pages umfasst. Die Software-Suite iLife – ebenfalls mit Zusatz «’05» – wurde im grossen Rahmen überarbeitet. Die Änderungen reichen hier von der nun möglichen Übernahme unkomprimierter RAW-Bilddaten in iPhoto über weit reichende Verbesserungen bei der Musikaufnahme- und -bearbeitungssoftware GargageBand bis zur bedienergeführten Erstellung von Filmen innerhalb iMovie.
Mit der Unterstützung des High-Definition-Formats (HD) in iMovie und im ebenfalls erneuerten, semiprofessionellen Videoschnittpaket Final Cut Express stellt Apple eine bedeutende und richtungsweisende Neuerung vor. Damit halte, so Steve Jobs in seiner Keynote, das professionelle Videoformat HD Einzug am heimischen Mac. Ob das Jahr 2005 deswegen gleich zum «Jahr des HD-Videos» werden wird, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Neue PowerBooksApple hat Anfang Februar auch schnellere und preisgünstigere G4-PowerBooks vorgestellt. Die neuen Rechner sind serien-
mässig mit 512 MB Arbeitsspeicher, schnellerer Grafikkarte, WLAN sowie Bluetooth 2.0 ausgestattet und verfügen über zwei neue, zum Patent angemeldete Technologien: Mit dem «Scrolling TrackPad» soll das Scrollen einfacher werden, während der «Sudden Motion Sensor» verhindern soll, dass eine laufende Festplatte bei einem Sturz Schaden nimmt. (jf)
Mit dem neuen Mac mini zielt Apple auf den Consumermarkt.
Apple als Synonym für Lifestyle.
Jürgen Franck
Doch während Preis und Leistungsdaten auf den ersten Blick stimmen, tut sich bei der Ausstattung ein kleiner Graben auf. So sind die Minis etwas schwachbrüstig ausgerüstet. Nur 256 MB RAM bei beiden und eine 40 GB bzw. 80 GB fassende Festplatte beim grösseren Modell sind recht dürftig und trüben den ersten Gesamteindruck. Ordentlich ausgestattet (1 GB RAM, 80 GB Harddisk, Bluetooth und Wire-less-Karte), kostet das kleinste Modell schnell über 1300 Franken – ohne Monitor, Tastatur und Maus wohlverstanden. Auch die kleine Grösse relativiert sich, weil das Netzteil ausgelagert wurde und unter dem Tisch verschwinden muss.
Für die grafische und Werbebranche also ungeeignet? Nicht unbedingt. Schliesslich ist ein 1,25 bzw. 1,42 GHz schneller G4-Rechner für 699 bzw. 829 Franken samt iLife doch ein echtes Schnäppchen und könnte sich für manchen Klein(st)betrieb als ideale Einstiegsmaschine entpuppen. Aufrüsten und erweitern kann man den Mini ja später noch. Auch für Redaktions-, Texterfassungs- und Arbeitsplätze mit ähnlichen Anforderungen reicht der Mac mini allemal. Profis bzw. Power-User hingegen werden sich nach wie vor den PowerMacs zuwenden. Diese Rechner wurden, wie viele andere Apple-Produkte auch, kurz vor der MWSF deutlich im Preis reduziert.
Mit dem neuen, auf einem Flash-Speicher basierenden und damit ohne Harddisk auskommenden Musikplayer iPod shuffle hat Apple auch die Wünsche von Fans der modischen iPod-Musikplayer gestillt. Verglichen mit den Modellen für 139 (512 MB) oder 199 Franken (1 GB), ist der iPod shuffle deutlich günstiger und spielt via Software iTunes übertragene Musikstücke in linearer oder in zufälliger Reihenfolge ab – und verzichtet dadurch auf ein Display. Der iPod shuffle kann ebenso wie seine grossen Brüder als Datenträger fungieren. Dazu lassen sich zwei in der Grösse wählbare Bereiche für Musik und Daten definieren.
Neue, überarbeitete SoftwareMit iWork ’05 stellte Apple zudem ein neues Software-Bundle vor, das die rundum erneuerte Präsentationssoftware Keynote sowie das neue Textverarbeitungsprogramm Pages umfasst. Die Software-Suite iLife – ebenfalls mit Zusatz «’05» – wurde im grossen Rahmen überarbeitet. Die Änderungen reichen hier von der nun möglichen Übernahme unkomprimierter RAW-Bilddaten in iPhoto über weit reichende Verbesserungen bei der Musikaufnahme- und -bearbeitungssoftware GargageBand bis zur bedienergeführten Erstellung von Filmen innerhalb iMovie.
Mit der Unterstützung des High-Definition-Formats (HD) in iMovie und im ebenfalls erneuerten, semiprofessionellen Videoschnittpaket Final Cut Express stellt Apple eine bedeutende und richtungsweisende Neuerung vor. Damit halte, so Steve Jobs in seiner Keynote, das professionelle Videoformat HD Einzug am heimischen Mac. Ob das Jahr 2005 deswegen gleich zum «Jahr des HD-Videos» werden wird, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Neue PowerBooksApple hat Anfang Februar auch schnellere und preisgünstigere G4-PowerBooks vorgestellt. Die neuen Rechner sind serien-
mässig mit 512 MB Arbeitsspeicher, schnellerer Grafikkarte, WLAN sowie Bluetooth 2.0 ausgestattet und verfügen über zwei neue, zum Patent angemeldete Technologien: Mit dem «Scrolling TrackPad» soll das Scrollen einfacher werden, während der «Sudden Motion Sensor» verhindern soll, dass eine laufende Festplatte bei einem Sturz Schaden nimmt. (jf)
Mit dem neuen Mac mini zielt Apple auf den Consumermarkt.
Apple als Synonym für Lifestyle.
Jürgen Franck
