Alle entscheiden sich am Mittwoch

Wirtschaftspresse Für die aufgefrischte HandelsZeitung baut Jung von Matt/Limmat ihr Image zu einem Entscheider-Tool um.

Wirtschaftspresse Für die aufgefrischte HandelsZeitung baut Jung von Matt/Limmat ihr Image zu einem Entscheider-Tool um.Derzeit erholen sich die Aktienmärkte noch grösstenteils unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit. Vertrauensaufbau braucht eben Zeit. Zudem scheinen viele Beteiligte aus schmerzhaften Fehlern gelernt zu haben. Bei vielen Wirtschaftstiteln stimmt alleine schon der Umstand optimistisch, dass der Auflagen- und Leserschwund gestoppt werden konnte. Es geht wieder aufwärts, wenn auch noch in kleinen Schritten, und auf diesem Weg hat sich die HandelsZeitung (HZ) in eine Verschönerungs- und Verjüngungskur begeben. Seit einer Woche erscheint der Wirtschaftstitel mit neuem Konzept und Layout. Nicht aus der Defensive heraus habe man diesen Relaunch vollzogen. Der Rückgang bei den Leserzahlen sei kein Vertrauensentzug, sondern die Folge des betrieblichen Rotstifts gewesen, so Verleger Ralph Büchi. Und die Talfahrt im Inseratevolumen sah bei der HZ mit kumulierten 15,9 Prozent bis Juli 2003 im Vergleich zur Konkurrenz geradezu harmlos aus. Wer sie nicht liest, solls spüren
Sekundiert wird das visuell und inhaltlich leicht geliftete Wirtschaftsblatt von einer Imagekampagne, die laut Martin Samsel, Beratungsgruppenleiter im Hause Jung von Matt/Limmat (JvM), beim guten Ruf der Zeitung ansetzt. Zugleich versucht die Agentur, das Nice-to-have-Image der HZ beim Publikum in ein Need-to-have zu kehren. Wer das Blatt nicht gelesen hat, soll das, so die Werbeidee, auch zu spüren bekommen. Unentbehrlich soll die HZ sein, indem sie im zwingenden Themenmix erfolgreiche Persönlichkeiten vermehrt zu Wort kommen lässt.
«Der Benchmark für dieses Need-to-have ist für uns die NZZ», sagt Samsel. Das differenzierte Versprechen, das die HZ geben kann, liege in ihrer Relevanz als Entscheider-Tool, weil sie allen Facetten der komplexen Wirtschaft gerecht werde, war das Werberteam bei JvM/Limmat überzeugt.
Als Ausgangspunkt für die Kampagne diente die Erkenntnis, dass selbst erfahrene Führungskräfte sich mit Entscheidungen nicht immer leicht tun. Unter dem Motto «Warten auf Mittwoch» dramatisieren deshalb die ersten drei Anzeigenmotive den Produktnutzen und zeigen Manager, die hin und her überlegen oder im Pyjama schlaflos im Bett liegen und grübeln. Bis eben der Mittwoch dämmert, der Erscheinungstag der HZ, der ihrem Zögern ein Ende setzt, weil das Blatt ihnen die die richtige Entscheidungsbasis liefert.
Die Achtzigerjahre sind zurück: JvM/Limmat wirbt im Story-telling-Stil für die HandelsZeitung.
Luca Aloisi

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