Präventionsarbeit wirkt: Die Bevölkerung gibt dem Bund gute Noten

Eine Bevölkerungsbefragung der Forschungsstelle Sotomo und Demo Scope zeigt, dass die Präventionsarbeit des BAG Wirkung zeigt. Die Verhaltens- und Hygieneregeln sind der Bevölkerung bekannt und werden akzeptiert und umgesetzt.

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Während Präventionskampagnen normalerweise mit einer begrenzen Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung und mit grosser Themenkonkurrenz zu kämpfen haben, zeigen sich bei der Corona-Pandemie fast idealtypische Bedingungen zur Vermittlung von Botschaften durch die Behörden. Die Bevölkerung schenkt dem Thema grosse Aufmerksamkeit und nimmt Informationen breitwillig auf, die Botschaften der Verhaltens- und Hygieneregeln sind über 95 Prozent der Bevölkerung bekannt. Dies führt zu einem aussergewöhnlich hohen Mass an Informiertheit in allen Segmenten der Bevölkerung. Der Erfolg von Präventionsarbeit misst sich jedoch letztlich am tatsächlichen Verhalten. Und auch hier zeigt sich, dass sich ein überwiegend grosser Teil der Menschen in der Schweiz an die Verhaltensregeln hält. Dies gilt für ältere Personen ebenso wie für die jüngere.

 

Mehr Fokus auf Risikogruppen mit Vorerkrankung nötig

Weniger umfassend angekommen als bei den Älteren (90%), ist die zielgruppenspezifische Präventionsbotschaft bei Menschen mit einer Vorerkrankung (79%). Auch diese haben ein erhöhtes Risiko einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Im Unterschied zu den Älteren sind sie im öffentlichen Raum jedoch kaum als Gruppe erkennbar und ihr Verhalten wird weniger thematisiert. Die Ergebnisse dieser Bevölkerungsbefragung zeigen nun, dass diese Gruppe im Präventionskontext sinnvollerweise mehr sensibilisiert werden sollte.

 

Akeptanz sehr hoch

Die Akzeptanz der Präventionsbotschaften des Bundesamts für Gesundheit ist gegenwärtig ausserordentlich hoch, gleiches gilt für das Vertrauen in die Arbeit des BAG. Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt der Durchschnittswert bei 8,9. Dieses Vertrauenskapital bringt zugleich eine besondere Verantwortung mit sich. Anders als zu Beginn der Präventionskampagne, als die Aufnahmebereitschaft für die entsprechenden Botschaften noch wenig entwickelt war, werden die Aussagen und Informationen des BAG gegenwärtig von einer deutlichen Mehrheit unmittelbar rezipiert und akzeptiert. Ihnen wird eine sehr grosse Autorität zugeschrieben. Ein Bewusstsein für diese aussergewöhnliche Situation ist wichtig für Balancierung der Öffentlichkeitsarbeit durch das BAG und die Behörden generell.

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Jüngere Generationen verantwortungsbewusst

Die Studie zeigt, dass auch die jüngere Bevölkerung, die sich weniger unmittelbar als die ältere vom Coronavirus bedroht sieht, in grosser Mehrzahl einen sehr wichtigen Beitrag zur Präventionsarbeit leistet. Zugleich hat die Krise in ihrer ganzen Breite besonders für Jüngere, die am Anfang oder mitten in ihrem Leben stehen, besonders einschneidende Konsequenzen. Im Hinblick auf längerdauernde, einschränkende Massnahmen, verdient der Beitrag der Jüngeren entsprechend eine besondere Würdigung.

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Die Datenerhebung zur Wirkungsmessung der Präventionsarbeit des Bundesamts für Gesundheit BAG im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus fand zwischen dem 19. und 23. März 2020 statt. Die Grundgesamtheit der Befragung bildet die sprachassimilierte Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren mit Internetnutzung. Die Befragung wurde online durchgeführt und dauerte durchschnittlich 22 Minuten (Median). Die Rekrutierung der Befragten erfolgte quotengesteuert (Sprachregion, Alter, Geschlecht, Bildung) über zwei Online-Panels.

Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 2’079 Personen für die Auswertung verwendet werden. Diese wurden einer nachträglichen Gewichtung auf Basis aktueller Daten des Bundesamts für Statistik BFS unterzogen, um die Disproportionalität der Quotierung (Oversampling im Tessin und von Personen mit Tätigkeit im Gesundheitswesen) wieder auszugleichen und Repräsentativität für die Schweizer Wohnbevölkerung herzustellen. Die Messgenauigkeit beträgt für die gesamte Stichprobe von n = 2’097 max. +/- 2,1% bei 95% Sicherheit.

Die Umfrage wurde gemäss den Normen des vsms (Verband Schweizer Markt- und Sozialforscher) durchgeführt.

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