NGOs starten breit abgestützte Kampagne gegen Menschenhandel
Sklaverei ist auch in der Schweiz ein Thema. Um den Opfern eine Stimme zu geben, haben sich zehn Schweizer NGOs für die bisher grösste Multichannel-Kampagne ihrer Art zusammengeschlossen.

Mit TV-Spots, E-Boards, einer Website, Social-Media-Beiträgen, einem Blog, Flyern und mehr macht der Zusammenschluss der NGOs auf allen Kanälen auf die Missstände aufmerksam. Als Höhepunkte sind eine nationale Medienkonferenz im Bundeshaus und am 24. September 2022 eine Grosskundgebung auf dem Bundesplatz in Bern geplant.
Moderne Sklaverei und Menschenhandel haben insbesondere mit dem Krieg in der Ukraine Aktualität erlangt: Das Bundesamt für Flüchtlinge SEM warnt wegen dem Ukraine-Krieg vor Menschenhandel bei Flüchtlingen. Vor allem während der Flucht und in der Zeit nach der Ankunft in den Aufnahmeländern sind Frauen gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden.
Nebst der bekannten sexuellen Ausbeutung im Rotlichtmilieu treten vermehrt Fälle von Menschenhandel in anderen Bereichen der Arbeit wie in Putzinstituten, im Gastgewerbe, im Bausektor und in der Landwirtschaft auf. «Die Schweiz ist keine heile Welt. Wir sensibilisieren und mobilisieren die Schweizer Bevölkerung für das Thema Menschenhandel. Sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung geschieht mitten unter uns. Menschenhandel ist moderne Sklaverei hier in der Schweiz», umschreibt Ueli Haldemann als Kampagnenleiter das Ziel der Aktion. Die Kriminalität in der Schweiz nehme zu, wenn Menschenhandel nicht bekämpft wird.
Breit abgestützte Kampagne
Die ganze Kampagne basiert auf der neuen Website Gegen-menschenhandel.ch. Dort werden alle wichtigen Informationen, ein Blog, ein extra komponierter Song «Schweigen darf nicht sein», die Medienmitteilung und Bilder gehostet.
Die Mobilisierung erfolgt via direkte Kanäle mit NGOs und Organisationen: Neben den zehn offiziellen Partnern haben auch weitere Organisationen ihre ideelle Unterstützung zugesagt. Die Sensibilisierung geschieht via Soziale Medien – YouTube, Facebook und Instagram kommen zum Einsatz. Viele Personen werden über ihre Social-Media Accounts Texte verbreiten und die Kampagne mit Grosskundgebung bekanntmachen. Seit Freitag wird ein TV-Spot ausgespielt und läuft über sechs Wochen hinweg auf SRF 1 und 2 sowie auf ausgewählten Regionalsendern. Zudem wird der Spots gekürzt in den acht grossen Schweizer Bahnhöfen vom 18. bis 24. September 2022 auf den auf E-Boards der APG gezeigt.
Als Höhepunkt der Kampagne findet am Samstag, 24. September 2022, eine öffentliche Grosskundgebung auf dem Bundesplatz in Bern statt.
Verantwortlich bei Kampagne gegen Menschenhandel: Ueli Haldemann (Kampagnenleiter), Béatrice Käufeler und Barbara Inäbnit (Projektleiterinnen), Gallus Tallheimer (Projektleiter). Verantwortlich bei Agentur b-public: Markus Baumgartner (Kommunikationskonzept, Content, Mediensprecher), Christian Winiker (Content). Verantwortlich bei Agentur A4: Patrik Frei (Regie), Brigitte Frei (Konzeption). Verantwortlich für TV-Spot-Produktion: Joël Brunner (Produktion), Kevin Staub (Kameraassistent), Stefanie Colombo (Maskenbildnerin), Magnolia Joe Good, Sabi Ingold, Gjergj Berisha (Schauspieler/innen). Verantwortlich für den Song: Ueli Haldemann (Text), Matthias Heimlicher (Musik und Produktion), Patrik Frei (Videoproduktion).
