Gleichstellungsbüro informiert mit Plakaten in Läden über Hilfe bei Gewalt
Wer in der Corona-Krise im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt Hilfe braucht, soll wissen, wo er oder sie sie findet. Die Taskforce von Bund und Kantonen will Angebote mit Plakaten in Läden bekannter machen. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit könne zu mehr Aggressionen führen, schreibt das Gleichstellungsbüro dazu.

Bisher hätten die Kantone keinen signifikanten Anstieg von Meldungen bei der Opferhilfe oder Polizei, verzeichnet, hiess es in der Mitteilung des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) vom Dienstag. Experten befürchteten, dass sich Opfer aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht melden würden.
Aushang in Geschäften
Das Plakat soll in Geschäften aufgehängt werden und über zentrale Anlaufstellen informieren, an die sich Gewaltopfer wenden können. Apotheken, Bäckereien und Confiserien sowie Drogerien hätten ihre Unterstützung bereits zugesichert, schreibt das EBG. Doch Geschäfte aller Branchen sollten es ausdrucken und aushängen.
Ziel ist, mit dem Plakat Betroffene und auch deren Angehörige oder Nachbarn zu ermutigen, sich bei einer Opferberatungsstelle zu informieren oder beraten zu lassen. Bei einer akuten Bedrohung müsse die Polizei gerufen werden, so das EBG. Sie habe Möglichkeiten, Gewalt zu stoppen oder Schutzunterkünfte zu vermitteln.
Die Initiative für das Plakat kommt von der Taskforce gegen häusliche Gewalt von Bund und Kantonen. Vertreten sind darin das EBG, die Bundesämter für Justiz und Sozialversicherungen sowie den zuständigen interkantonalen Konferenzen.
Parlamentskommissionen hinter Task Force
Die Bildungskommissionen von National- und Ständerat wollen die wegen der häuslichen Gewalt einberufene Task Force auch nach der Corona-Krise weiterbestehen lassen. Sie sind der Ansicht, dass der Bundesrat für die Beratung weitere finanzielle Mittel einsetzen soll.
Häusliche Gewalt sei in der Schweiz unabhängig von der Corona-Krise ein verbreitetes Problem, schreibt das EBG. Die Hälfte der Tötungsdelikte wird zuhause verübt. 19’669 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt habe die Polizei allein im vergangenen Jahr registriert. (SDA)

