Pride Month Schweiz: Regenbogen-Logos gut, aber kaum geglaubt

Eine repräsentative YouGov-Studie zeigt: Knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung bewertet Regenbogen-Logos positiv – doch 54 Prozent zweifeln an der Glaubwürdigkeit solcher Massnahmen.

Glaubwürdigkeit von Regenbogen-Logos bleibt umstritten. Quelle: Unsplash. 

Pride Month Schweiz: Bekanntheit grösser als in Deutschland

Jede vierte Person in der Schweiz (25 Prozent) weiss genau, was der Pride Month Schweiz bedeutet. Weitere 30 Prozent haben bereits davon gehört. Das zeigt eine repräsentative Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov Schweiz unter 1’253 Befragten im Alter von 15 bis 79 Jahren, die Ende Juni 2026 veröffentlicht wurde. Damit liegt die Schweiz leicht vor Deutschland: Insgesamt geben 54 Prozent der Schweizer:innen an, zumindest vom Pride Month gehört zu haben – gegenüber 50 Prozent in Deutschland. 42 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist der Begriff hingegen nicht bekannt, in Deutschland sind es 48 Prozent.

Besonders vertraut mit dem Thema sind junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren: 44 Prozent von ihnen kennen den Begriff genau. Bei den mehr als 60-Jährigen sinkt dieser Wert auf 11 Prozent.

Relative Mehrheit bewertet Regenbogen-Logos positiv

Etwas weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent) bewertet es eher oder sehr positiv, wenn Markenlogos während des Pride Months in Regenbogenfarben dargestellt werden. 31 Prozent stehen dieser Praxis negativ gegenüber. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Geschlechtern: 55 Prozent der Frauen bewerten Regenbogen-Logos positiv, bei Männern sind es 35 Prozent. Auch das Alter spielt eine Rolle – 49 Prozent der 15- bis 29-Jährigen äussern sich positiv, gegenüber 39 Prozent der 60- bis 79-Jährigen.

Glaubwürdigkeit bleibt das zentrale Problem

Trotz der relativen Mehrheit an positiven Bewertungen steht die Glaubwürdigkeit von Regenbogen-Logos auf tönernen Füssen: Nur 29 Prozent der Befragten halten solche Massnahmen für glaubwürdig, während 54 Prozent sie als unglaubwürdig wahrnehmen. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei Personen mit hohem Einkommen: 59 Prozent jener mit einem monatlichen Einkommen von mehr als 10’000 Franken empfinden Regenbogen-Logos als unglaubwürdig – gegenüber 50 Prozent bei Personen mit einem Einkommen unter 6’000 Franken.

Das LGBTQ+-Engagement von Unternehmen beeinflusst die Markenwahrnehmung dennoch spürbar: 35 Prozent der Schweizer:innen geben an, dass ihr Markenbild dadurch positiv beeinflusst wird. Bei 27 Prozent wirkt sich ein solches Engagement negativ aus. 38 Prozent der Befragten sind unsicher oder machen keine Angabe.

Mehr als vier von zehn fordern ganzjähriges Engagement

44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Marken LGBTQ+-Themen auch ausserhalb des Pride Months unterstützen sollten. 36 Prozent lehnen eine solche Unterstützung ab. Die Zahlen deuten darauf hin, dass punktuelle Aktionen im Juni allein für einen relevanten Teil der Bevölkerung nicht ausreichen.

«Die Zahlen zeigen: Die Schweizer Bevölkerung ist beim Thema Pride gespalten. Es gibt keine klare Mehrheit – weder für noch gegen das Engagement von Marken. Für Unternehmen bedeutet dies: Authentizität und Transparenz sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und nicht als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden», kommentiert Dr. Sabrina Pfister, Head of Social Research bei YouGov Schweiz, die Ergebnisse.

 

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