Studie: Riesige Datenmenge macht Führungskräften das Leben schwer
Führungskräfte haben heute eine Fülle an Daten, die bei ihren Entscheidungen eine Rolle spielen. Doch das überfordert viele, zeigt eine neue Studie von Oracle und Bestsellerautor Seth Stephens-Davidowitz.

Die Studie, an der mehr als 14’000 Arbeitnehmende und Führungskräfte aus 17 Ländern teilnahmen, ergab, dass die Menschen in der heutigen Zeit sowohl in ihrem Privat- als auch ihrem Berufsleben mehr Entscheidungen als je zuvor treffen müssen und ihnen das Schwierigkeiten bereitet. Die Menschen sind mit der Datenmenge überfordert, was das Vertrauen erschüttert, Entscheidungen erschwert und sich negativ auf die Lebensqualität auswirkt.
• 74 Prozent der Menschen behaupten, dass sich die Zahl der Entscheidungen, die sie täglich treffen, in den letzten drei Jahren verzehnfacht hat. Von denjenigen, die versuchen, diese Entscheidungen zu treffen, werden 78 Prozent mit mehr Daten aus mehr Quellen als je zuvor bombardiert.
• 86 Prozent finden, dass die Datenmenge Entscheidungen in ihrem Privat- und Berufsleben viel komplizierter macht, und 59 Prozent geben zu, dass sie öfter als einmal am Tag vor einem Entscheidungsdilemma stehen – also nicht wissen, welche Entscheidung sie treffen sollen.
• 35 Prozent wissen nicht, welche Daten oder Quellen vertrauenswürdig sind, und 70 Prozent haben es aufgegeben, eine Entscheidung zu treffen, weil die Datenlage zu erdrückend war.
• 85 Prozent der Befragten sagen, dass die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität hat. Sie führt zu einem Anstieg der Angstzustände (36 %), verpassten Chancen (33 %) und unnötigen Ausgaben (29 %).
• Infolgedessen haben in den letzten drei Jahren 93 Prozent die Art und Weise geändert, wie sie Entscheidungen treffen. 39 Prozent hören jetzt nur noch auf Quellen, denen sie vertrauen, und 29 Prozent verlassen sich ausschliesslich auf ihr Bauchgefühl.
Daten sind für den Erfolg entscheidend
Führungskräfte wünschen sich zwar die Unterstützung durch Daten und wissen, dass diese für den Erfolg ihres Unternehmens entscheidend sind. Sie glauben jedoch nicht, dass sie über die nötigen Hilfsmittel verfügen, um erfolgreich zu sein, was ihr Vertrauen und ihre Fähigkeit, rechtzeitig Entscheidungen zu treffen, schwächt.
• 85 Prozent der Führungskräfte haben schon einmal Entscheidungsschwierigkeiten erlebt – sie haben eine Entscheidung, die sie im vergangenen Jahr getroffen haben, bereut, sich schuldig gefühlt oder sie infrage gestellt – und 93 Prozent glauben, dass die richtige
Entscheidungsintelligenz über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden kann.
• 97 Prozent wünschen sich Hilfe durch Daten. In einer idealen Welt würden sie sich wünschen, dass Daten ihnen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen (45 %), Risiken zu mindern (41 %), schneller Entscheidungen zu treffen (39 %), mehr Geld zu verdienen (37 %) und
gerade jetzt mehr denn je für das Unerwartete zu planen (29 %).
• Die Realität sieht jedoch anders aus: 72 Prozent geben zu, dass die schiere Menge an Daten und ihr mangelndes Vertrauen in diese Daten sie davon abgehalten haben, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, und 89 Prozent glauben, dass die wachsende Zahl von Datenquellen den Erfolg ihrer Unternehmen beeinträchtigt.
• Die Verwaltung verschiedener Datenquellen erfordert zusätzliche Ressourcen für die Erfassung aller Daten (40 %), verlangsamt die strategische Entscheidungsfindung (36 %) und führt zu einer höheren Fehleranfälligkeit (26 %).
«Die Leute ertrinken in Daten», so Seth Stephens-Davidowitz, Data Scientist und Autor von Everybody Lies und Don’t Trust Your Gut. «Diese Studie zeigt, wie die überwältigende Menge an Daten, die eine Person im Laufe eines durchschnittlichen Tages erhält – Internetrecherchen, Nachrichtenmeldungen, unaufgeforderte Kommentare von Freunden – oft mehr ist, als das Gehirn verarbeiten kann. Deshalb sind die Leute versucht, die verwirrenden und manchmal widersprüchlichen Daten zu ignorieren und einfach das zu tun, was ihnen richtig erscheint. Doch das kann ein grosser Fehler sein. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass unsere Instinkte uns in die Irre führen können und die beste Entscheidungsfindung bei einem richtigen Verständnis der relevanten Daten erfolgt. Ein wichtiger erster Schritt ist es, einen Weg zu finden, um den Datenstrom sofort in den Griff zu bekommen und Unternehmen bei der Unterscheidung zwischen relevanten und weniger relevanten Daten zu helfen.»
