Zu guter Letzt: Mit Knäckebrot und Chuzpe gegen die Unterhaltungsindustrie
Der Schaukampf geht weiter: Letzte Woche haben die Betreiber der Torrent-Seite The Pirate Bay zur Racheaktion gegen die Musik- und Filmindustrie aufgerufen.
Der Schaukampf geht weiter: Letzte Woche haben die Betreiber der Torrent-Seite The Pirate Bay zur Racheaktion gegen die Musik- und Filmindustrie aufgerufen. Deren Busse in der Höhe von 4,2 Millionen Franken wird trotz des zuerst von den Angeklagten, dann auch von den Klägern angefochtenen Urteils – Letztere fordern eine höhere Entschädigung – schon bald fällig. Die Behörden kündigten an, notfalls die Konten der vier Angeklagten zu sperren. Darunter befindet sich mit Carl Lundström auch ein wahrhaft wohlhabender junger Mann. Er ist der Enkel des Wasa-Knäckebrot-Imperium-Gründers Karl Edvard Lundström. Da die Pirate-Bay-Betreiber gemeinsam für den Schaden haften, muss der Knäckebrot-Spross, der als einziger der vier verzeigten Piraten über ein beachtliches Vermögen verfügt, eventuell alleine für die geforderte Summe aufkommen. Die vier Macher haben nun ihre User dazu aufgerufen, ihnen bei der Bezahlung der geforderten Summe behilflich zu sein. Dabei handelt es sich aber nicht um ein verspätetes Schuldeingeständnis, sondern um eine gezielte Racheaktion an der Musik- und Filmindustrie. Das Geld soll in Minibeträgen an die schwedische Anwaltskanzlei, welche im Namen der Musik- und Filmindustrie gegen The Pirate Bay geklagt hat, überwiesen werden. Die User sollen jeweils nur eine Krone aufs Mal einzahlen. Der Witz an der Sache: Über das Bankkonto der Kanzlei können nur 1’000 Transaktionen pro Jahr gratis abgewickelt werden, jede weitere kostet die Anwälte zwei Kronen. Danach soll das Geld als Fehlüberweisung zurückgebucht werden, der Kanzlei entstehen so weitere Kosten. Gemäss Presseberichten sind bereits die ersten Zahlungen eingegangen. Vielleicht hätte sich die Unterhaltungsindustrie diese klugen jungen Köpfe vielleicht doch besser als Verbündete ins Boot geholt.
