Zu guter Letzt: Kauf Dich ?ne Tüte Deutsch, Mädel!
Die Sache mit Heidi Klum ist ganz einfach: Sie hat Erfolg und ist ein wahres Vermarktungstalent. Dafür wird sie von den meisten bewundert, von vielen geliebt – und von einigen gehasst.
Ok, zugegeben, Heidi sieht nicht schlecht aus (finden ziemlich viele), sie ist gierig genug, um reich geworden zu sein (beneidenswert) und kriegt Beruf und Familie unter einen Hut (weil sie sich eine vergoldete Kinderfrau leisten kann). Gut angelegt wären die schönen Moneten auch in einem Sprachkurs. Denn: Heidi Klum kann kein Deutsch. Sie beherrscht die deutsche Grammatik noch schlechter «als wie» Dieter Bohlen. Und das will was heissen.
Tragisch ist, dass es egal ist, ob s‘Heidi Deutsch kann. Die Leute schalten ein. Woche für Woche steigen die Quoten der Modellmama aus Bergisch Gladbach. Und auch die Werber hat sie im Griff: Mit ihrer Visage darf nur werben, wer genauestens erklärt hat, «als wie» er das Bildchen verwenden will, sonst wird Papa Günther sauer. Seit Anfang 2009 wissen wir: Für heisses Grillfleisch will Heidi nur donnerstags auf Pro Sieben stehen. Der arbeitslose Fleischer Heinz F., der für eine Grillparty mit Heidis Gesicht warb, musste das an der eigenen Wurst erfahren. Da hat sie wieder einmal 100 Prozent gegeben, die Heidi.
Das Unterhaltungsfernsehen lehrt: Das Leben ist hart, aber ungerecht. Erfolgreich ist, wer Kauderwelsch spricht. Und: Ein Programm ist so gut, wie seine Zuschauer. Es gibt einfach Menschen, die Heidi und ihrer Sendung die Treue geschworen haben. Freilich ohne zu wissen, was sie tun. Und ohne Rücksicht auf die Magengeschwüre der Sprachästheten. So bloggt zum Beispiel «anne» auf der Community der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: «Ok, also Germanys next Topmodel ist supertol!!» (sic!). Na tol. DAS ist die wahre Krise.
(afw)
Tragisch ist, dass es egal ist, ob s‘Heidi Deutsch kann. Die Leute schalten ein. Woche für Woche steigen die Quoten der Modellmama aus Bergisch Gladbach. Und auch die Werber hat sie im Griff: Mit ihrer Visage darf nur werben, wer genauestens erklärt hat, «als wie» er das Bildchen verwenden will, sonst wird Papa Günther sauer. Seit Anfang 2009 wissen wir: Für heisses Grillfleisch will Heidi nur donnerstags auf Pro Sieben stehen. Der arbeitslose Fleischer Heinz F., der für eine Grillparty mit Heidis Gesicht warb, musste das an der eigenen Wurst erfahren. Da hat sie wieder einmal 100 Prozent gegeben, die Heidi.
Das Unterhaltungsfernsehen lehrt: Das Leben ist hart, aber ungerecht. Erfolgreich ist, wer Kauderwelsch spricht. Und: Ein Programm ist so gut, wie seine Zuschauer. Es gibt einfach Menschen, die Heidi und ihrer Sendung die Treue geschworen haben. Freilich ohne zu wissen, was sie tun. Und ohne Rücksicht auf die Magengeschwüre der Sprachästheten. So bloggt zum Beispiel «anne» auf der Community der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: «Ok, also Germanys next Topmodel ist supertol!!» (sic!). Na tol. DAS ist die wahre Krise.
(afw)

