Zu guter Letzt: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Gut möglich, dass liechtensteinische Natelbesitzer ihre Geräte bald entsorgen können. Mit enorm tiefen Strahlengrenzwerten, hat sich das Ländle selbst ein dickes Ei gelegt: Ein Investitionsstopp der Mobilfunk-Anbieter könnte ab 2013 zu einem flächendeckenden Funkloch führen.

Gut möglich, dass liechtensteinische Natelbesitzer ihre Geräte bald entsorgen können. Mit enorm tiefen Strahlengrenzwerten, hat sich das Ländle selbst ein dickes Ei gelegt: Ein Investitionsstopp der Mobilfunk-Anbieter könnte ab 2013 zu einem flächendeckenden Funkloch führen.
Nun prüft die Regierung Möglichkeiten, um doch noch aus dem Dilemma herauszukommen. Am Donnerstag diskutierte das Parlament über vier Stunden lang über den Zwischenbericht der Regierung über die Erreichung der Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung im Mobilfunk. Auf 0,60 Volt pro Meter hat das Parlament letztes Jahr den Grenzwert für die Strahlung von Handyantennen im Umweltschutzgesetz festgesetzt. Damit liegt der liechtensteinische Stahlengrenzwert zehn Mal tiefer als jener der Schweiz. Die vier Anbieter von Mobilfunkanlagen, darunter Swisscom und Orange, beschlossen deshalb vergangenes Jahr einstimmig einen totalen Investitionsstopp sowie den Rückzug aus dem Fürstentum. Der Betrieb eines Mobilfunksystems sei nicht mehr möglich, qualitativ nicht einmal dann, wenn sieben bis zehn Mal mehr Antennen aufgestellt würden. Die Mobilfunk-Firmen werden im ersten Quartal nächsten Jahres den Abgang aus Liechtenstein einleiten. Die Regierung sieht derzeit keine Möglichkeiten, durch weitere Abklärungen neue Aspekte oder Lösungsmöglichkeiten zu finden, wie sie in ihrem Bericht schreibt. Das Parlament hätte es in der Hand, das Steuer herumzureissen und den Grenzwert wieder jenem in der Schweiz anzupassen. Am Donnerstag allerdings wurde darauf verzichtet. Der Landtag hat den Ball wieder der Regierung zugespielt. Nun soll der Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes geprüft werden. Man munkelt, dass die Erbauer dafür fürstlich entlöhnt werden sollen.

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